Spanien: Sánchez zahlt für Vulkan, Flutkatastrophe, Adamuz und Ceuta keinen Preis

Ein Hund kostete Rajoy die Regierung; weder Vulkan noch Flut kosten Sánchez eine einzige Stimme. Stammbewegte Wähler und Wahlenthaltung schützen den spanischen Ministerpräsidenten.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Rajoys Hund wog schwerer als der Vulkan: die Logik der treuen Wählerschaft

Ein eingeschläferter Hund kostete eine Debatte über einen Misstrauensantrag; Dutzende Tote und Tausende Betroffene bewegen die Umfragen nicht einmal um ein Zehntel. Diese Paradoxie prägt jede Diskussion über die Krisen, die die spanische Regierung scheinbar kaltlässt: der Vulkan, die Flutkatastrophe, die Evakuierung von Adamuz, der Druck in Ceuta. Der Ministerpräsident steckt die Kritik ein, ohne dass seine Wählerbasis Risse zeigt.

Der Wähler, der nicht mit der Realität verhandelt

Die verbreitetste Erklärung lautet, dass es eine Wählerschaft gibt, die nicht Leistung belohnt, sondern Zugehörigkeit. Beamte, Rentner, Empfänger von Sozialleistungen: ein Block, der selbst bei einem Skandal höchsten Ausmaßes die PSOE (Spaniens sozialistische Partei) wählen würde. Es ist eine ideologische Bindung, keine Frage von Ergebnissen. Nach dieser Lesart kann sich Sánchez herablassende Antworten auf Tragödien erlauben, weil seine Klientel keine Rechenschaft verlangt, sondern Treue.

Wahlenthaltung als Sicherheitsnetz

Eine andere Deutung verweist auf das umgekehrte taktische Wählen: Die Angst vor der Rechten wirkt wie Klebstoff. Selbst wer die Regierungsarbeit kritisiert, wählt am Ende den Ministerpräsidenten, weil er die Alternative für schlimmer hält. Dazu kommt der Faktor der Enthaltung: Viele bleiben zu Hause in dem Glauben, damit die Regierung zu bestrafen – doch die Enthaltung kostet Sánchez keine Stimmen; sie kostet sie die Opposition.

Die Summe beider Faktoren ergibt eine Abschottung, gegen die die Opposition kein Mittel kennt. Gegen eine Hingabe, die wie Glauben funktioniert, kommt man nicht mit Daten an.

Unterdessen bleibt Rajoys Hund das einzige Opfer, das es je schaffte, einen Ministerpräsidenten in die Enge zu treiben. Alle anderen warten in der Schlange des Vergessens.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (15 Antworten).

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