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Spanien rückt der Stagflation näher: Preise steigen, Löhne nicht
Lebensmittel seit 2021 rund 30% teurer, Löhne steigen nur halb so schnell wie die Preise, Schulden bei 105% des BIP: Spanien rückt der Stagflation näher.
Die Stagflation schleicht sich nach Spanien ein: Das BIP wächst, der Geldbeutel nicht
Kann ein Land in den Statistiken wachsen, während es auf der Straße ärmer wird? Diese Frage schwebt über der spanischen Wirtschaft, und die Antwort hat einen Fachbegriff: Stagflation. Die Preise lassen nicht nach, die Löhne halten nicht Schritt, und laut mehreren Teilnehmern bläht sich das BIP nur mit heißer Luft auf. Der Warenkorb ist seit 2021 um mehr als 30% gestiegen und sinkt nicht. Die Löhne legen um 2% pro Jahr zu, während die echte Inflation bei 4% läuft. Einfache Rechnung: Jedes Jahr sind wir 1% ärmer, auch wenn das Gehalt steigt.
Warum wächst das BIP, während der Geldbeutel leer wird?
Das spanische Wachstum stützt sich laut dem Thread auf drei Beine, die kaum Werte schaffen: Tourismus, Dienstleistungen und Seniorenbetreuung. Rekordzahlen bei Besuchern 2025-26, ja, aber jeder Tourist treibt den Preis für Taxi, Menü und Wohnung nach oben. Manche halten einen großen Teil des BIP für eine buchhalterische Illusion: Die Zahl wächst nicht, weil besser produziert wird, sondern weil dasselbe teurer bezahlt wird. Wenn der Wohnungspreis die Produktion als Motor der Statistik ersetzt, bläht sich der Ballon auf, ohne dass drin etwas hergestellt wird. Und bei geringer Produktivität stoppt das Wachstum, sobald keine neuen Arbeitskräfte mehr auf den Markt kommen.
Warum spürt man eine Lohnerhöhung nicht auf dem Gehaltszettel?
Weil die IRPF (die spanische Einkommensteuer) nach Berechnung eines Teilnehmers seit 2015 nicht an die Inflation angepasst wurde, bei einer kumulierten Inflation von rund 30%. Die Wirkung ist verheerend: Jede Erhöhung rutscht in einen höheren Steuertarif, und bis zu 45% behält das Finanzamt. Der Arbeitnehmer verhandelt eine Verbesserung, und der Staat kassiert den Löwenanteil, ohne einen Finger zu rühren. Der Unterschied wiegt schwerer, als man denkt.
Die Arbeit, die sich nicht mehr lohnt
Nach dem im Diskussionsbeispiel genannten Fall verliert ein Arbeitnehmer mit 1.200 bis 1.300 Euro netto, der mit dem Auto ins Gewerbegebiet fährt, zwischen 300 und 400 Euro im Monat für Benzin, Wartung und Essen außer Haus. Rechnet man nach, bleiben 800 Euro. Für 800 Euro steht er früh auf, hält Chefs aus und verschleißt seinen Körper. Beantragt er die garantierte Mindesteinkommen-Unterstützung, bekommt er mit Partner und einem Kind fast genauso viel, ohne das Haus zu verlassen. Es ist weder Berufung noch Faulheit: Die Rechnung geht nicht auf. Wenn die Unterstützung dem Einstiegslohn entspricht, verpufft der Anreiz, sich anzustrengen.
Ist die Dürre, die die Lebensmittel verteuert, real?
Ja, aber nicht wegen zu wenig Regen, sondern wegen der Verteilung. Wie ein Nutzer schildert, fielen auf dem Nordplateau fast 30% des Jahresniederschlags an drei Maitagen, danach blieb der Himmel den ganzen Sommer zu. Der Stausee füllt sich, der Boden nimmt nichts auf, und das Feld bleibt trotzdem trocken. Dazu kommt die Verdunstung: Laut einem anderen Teilnehmer gab es in Valencia wochenlang Tageshöchstwerte von 30 bis 40 Grad und Nächte, die nicht unter 25 fielen. Das feindliche Klima verkürzt auch die Tourismussaison, und manche weisen darauf hin, dass eine Woche in Benidorm von 600 auf 1.100 Euro gestiegen ist, während es in der Türkei für dieses Geld alles inklusive gibt.
Schulden, Zinsen und kein Spielraum
Mit einer Staatsverschuldung von rund 105% des BIP hat der Staat kein Polster, um irgendetwas zu ankurbeln, ohne dass die Zinsen steigen. Die hohen Zinsen der EZB bremsen Unternehmen, die investieren wollen, und alle, die kaufen möchten. Hinzu kommt, wie im Diskussionsverlauf angemerkt, vier Jahre ohne verabschiedeten Haushalt, der die realen Zahlen zeigen würde. Jedes Teil passt ins selbe Puzzle: kein Produktionsmotor, kein fiskalischer Spielraum und keine Preise, die per Erlass sinken.
Also, ganz beruhigt: Die Wirtschaft wächst. Nur eben in einem Diagramm, nicht im Kühlschrank von irgendjemandem. Auf dem Papier arm zu sein musste ja irgendeinen Vorteil haben.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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