Spanien plant Vereinbarkeit von Rente und Arbeit

Ministerin Elma Saiz bereitet Reformen vor, um mehr Rentnern die Kombination aus Pension und Erwerbstätigkeit zu ermöglichen.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Spanien plant Vereinbarkeit von Rente und Arbeit
Regierung plant Vereinbarkeit von Rente und Arbeit

Wie viele Jahre müssen Sie noch arbeiten, bevor Sie Ihre Rente beziehen? Die Ministerin für Inklusion, Soziale Sicherheit und Migration, Elma Saiz, hat im Kongressausschuss für Arbeit, Soziale Wirtschaft, Inklusion, Soziale Sicherheit und Migration ihren Plan vorgestellt, die Zahl der Rentner zu erhöhen, die Arbeit und Rente kombinieren. Das erklärte Ziel ist ein graduellerer Ausstieg aus dem Arbeitsmarkt und die Nutzung älterer Arbeitskräfte. Die Reform liegt bereits auf dem Tisch und wird mit den Sozialpartnern erörtert. Sie betrifft die aktive, flexible und teilweise Rente, die drei Modalitäten, die es unter verschiedenen Voraussetzungen erlauben, öffentliche Rente zu beziehen und gleichzeitig selbstständig oder angestellt zu arbeiten.

Was sind aktive, flexible und teilweise Rente?

Die drei vom Ministerium angestrebten Reformfiguren sind nicht neu. Die aktive Rente erlaubt es, Rente zu beziehen und unter bestimmten Grenzen zu arbeiten. Die flexible Rente ermöglicht die Kombination einer bereits ausgezahlten Rente mit Beschäftigung. Die teilweise Rente stützt sich auf Teilzeitverträge zur Einkommensaufbesserung. Was sich jetzt ändert, ist der rechtliche Rahmen, der vorbereitet wird, um die Zahl der Begünstigten zu erweitern.

Das zugrunde liegende Diagnosebild ist wirtschaftlicher Natur. Die häufigste Kritik in der Analyse besagt, dass die Maßnahme als Option dargestellt wird, sich aber angesichts sinkender Kaufkraft der Renten faktisch – nie rechtlich – für die Mehrheit zur Pflicht entwickeln wird, außer für jene, die auf Ersparnisse zurückgreifen können. Der Vergleich mit dem US-Modell drängt sich auf: Dort arbeiten viele Ältere weiter, weil ihre Rente und ihr Polster nicht ausreichen. Auch das deutsche Referenzmodell taucht auf: Minijobs als Ergänzung zu einer Rente, die nicht zum Monatsende reicht.

Das demografische Argument, das niemand bestreitet

Eine kinderlose Gesellschaft kann nicht erwarten, dass jeder Junge die Rente von zwei oder drei Großeltern zahlt. Dieser Satz fasst das strukturelle Problem zusammen, das das Umlagesystem mit sich bringt und das die Reform nicht löst, sondern nur verwaltet. Es wird argumentiert, dass das gesetzliche Rentenalter am Ende wie Artikel 47 der Verfassung sein wird: ein auf dem Papier anerkanntes Recht, das die Realität nicht garantiert.

Manche behaupten, das Problem sei mathematischer Natur und kein narratives. Wenn die Bürger die Grundrechenarten beherrschten und nachrechneten, würde das System transparent erscheinen. Die pessimistischste Berechnung deutet darauf hin, dass die heute 40- bis 50-Jährigen später nicht mehr als 300 Euro monatliche Rente erhalten werden, da die Schuldenlast, die die Renten trägt, explodieren und zurückgezahlt werden muss. Auf der anderen Seite wird daran erinnert, dass das aktuelle System wie eine Kette funktioniert, in der heutige Beitragszahler die heutigen Rentner finanzieren, und dass ein Bruch dieser Kette ohne Alternative die Älteren schutzlos lässt.

Nicht alle Berufe altern gleich

Der vernünftigste Aspekt der Debatte ist, dass nicht alle Berufe eine Verlängerung des Arbeitslebens zulassen. Ein Professor kann über 65 hinaus forschen; die Dame, die sein Büro putzt, nicht. Bergarbeiter, Bauarbeiter und körperlich harte Berufe führen dazu, dass Menschen mit 50 Jahren Beschwerden haben, die eine Verlängerung unmöglich machen. Die Debatte erfordert Seriosität und Besonnenheit, was im aktuellen politischen Klima schwierig ist.

Es gibt auch Erfahrungen, die das Gegenteil zeigen. Ein Senior-Business-Analyst über 70, der zudem an der Universität lehrte, war während eines internationalen Projekts einer der wertvollsten Fachkräfte im Team. Ruhestand kann für manche gut sein, passt aber nicht zu jedem. Manche erinnern daran, dass abruptes Aufhören mit 80 bei einigen Personen innerhalb einer Woche zum Tod führte.

Das Kleingedruckte existiert bereits

Die Vereinbarkeit ist keine absolute Neuheit. Ärzte, Anwälte und Ingenieure im Ruhestand über 65 können volle Rente beziehen und gleichzeitig arbeiten, da diese Berufe eigene Versorgungswerke haben. Andere nicht. Die vom Ministerium vorbereitete Ausweitung zielt darauf ab, das zu verallgemeinern, was heute ein Privileg weniger ist.

Das aufgezeigte Risiko ist steuerlicher Natur. Wenn der Ruheständler arbeitet und Rente bezieht, kann die Steuererklärung einen großen Teil des zusätzlichen Gehalts einbehalten. In der Praxis könnte die Maßnahme eher dazu dienen, die Staatskassen zu füllen, als das Leben der Älteren zu verbessern.



Mit diesen Grundlagen schreitet die Vereinbarkeit von Rente und Arbeit voran, ohne dass bisher erklärt wurde, wie viel davon Option und wie viel Pflicht ist. Den Preis dafür wird am Ende zahlen, wer mit 70 gebücktem Rücken und knappem Lohn dasteht.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (151 Antworten).

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