Spanien plant Überführung von 1,5 Mio. Beamten ins öffentliche Gesundheitssystem

Das spanische Gesundheitsministerium schlägt vor, 1,5 Millionen Muface-Versicherte nach der Ablehnung des Angebots durch Asisa, Adeslas und DKV in das nationale Gesundheitssystem zu überführen.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Spanien plant Überführung von 1,5 Mio. Beamten ins öffentliche Gesundheitssystem
Muface-Krise: Plan zur Überführung von Beamten ins öffentliche Gesundheitssystem

Das spanische Gesundheitsministerium hat einen Bericht vorgelegt, der die Abschaffung des Modells der privaten Krankenversorgung für Beamte und die Überstellung der Muface-Versicherten an das Sistema Nacional de Salud (nationales Gesundheitssystem) vorsieht. Die Krise befindet sich in ihrer dritten Woche, nachdem Asisa, Adeslas und DKV die Ausschreibung für 2025-2026 nicht angenommen haben. Das Dokument mit dem Titel „Muface: von der Privatversicherung zum nationalen Gesundheitssystem“ bezeichnet das Modell als „nicht tragfähig“ und schlägt eine Verlängerung des bestehenden Vertrags um neun Monate vor, während die Übergangsphase umgesetzt wird.

Versicherer lehnten eine Erhöhung um 17,12 % ab —16 % im ersten Jahr und 1 % im zweiten— weil sie Verluste von fast 430 Millionen Euro im laufenden Vertrag trugen. Laut dem Bericht geht die Regierung davon aus, dass jede wirtschaftliche Verbesserung „unzureichend“ wäre: Die Kassen fordern Steigerungen von über 40 %. Das Gesundheitsministerium schließt auch eine Erhöhung der Beiträge aus, da dies im Vergleich zur direkten öffentlichen Versorgung als „ungerecht“ angesehen wird.

Was passiert mit den bereits bei Muface versicherten Beamten?

Die medizinische Versorgung ist bis zum 31. Januar garantiert. Das Ministerium weist darauf hin, dass das Gesetz über öffentliche Aufträge Mechanismen vorsieht, um den Dienst aufrechtzuerhalten, bis der ausgelaufene Vertrag ersetzt ist. Der Übergangsplan würde Patienten mit komplexen chronischen und onkologischen Behandlungen priorisieren und sieht einen Ausnahmeweg für Fälle höchster Komplexität oder Lebensende vor: eine vorübergehende Neuverhandlung einer außergewöhnlichen Versicherung, die eine Verlängerung um ein Jahr über die Beendigung hinaus ermöglicht.

In den ersten vier Monaten würde die Verpflichtung zu null chirurgischen Wartelisten beibehalten. Die Mittel, die derzeit an die Versicherer gehen, würden in den ersten drei Jahren zweckgebunden an die autonomen Gemeinschaften übertragen.

Die Berechnung, die das Narrativ vom „Privileg“ widerlegt

Ein häufig zitierter Punkt in der Analyse ist die Aufschlüsselung dessen, was ein Beamter monatlich von seinem Gehalt für Muface zahlt: ein C1 etwa 30 Euro, ein A2 etwa 40 Euro und ein A1 etwa 50 Euro, laut einer im Diskurs kursierenden Berechnung. Das bedeutet zwischen 360 und 600 Euro jährlich, die direkt vom Lohn abgezogen werden. Mit dieser Abtretung verzichtet der Versicherte auf die öffentliche Gesundheitsversorgung, einschließlich Notfällen, und wird einem privaten ÄrzteNetzwerk zugewiesen, das sich laut mehreren Berichten verschlechtert hat: wachsende Wartelisten, Spezialisten, die den Vertrag verlassen, und eine Versorgung, die in einigen Fällen als absichtlich mangelhaft wahrgenommen wird, um den Patienten zum Austritt zu bewegen.

Der Vergleich mit einer individuellen Privatversicherung wird am häufigsten angeführt: Für 60-70 Euro pro Monat kann jemand unter 50 Jahren eine Police mit voller Deckung und Krankenhausaufenthalt abschließen und behält das Recht, die öffentliche Gesundheitsversorgung zu nutzen. Die Skaleneffekte von Muface —die Verhandlung von 1,5 Millionen Versicherten auf einmal— sind es, die die Margen der Versicherer anpassen, nicht eine vermeintliche privilegierte Stellung der Beamten.

Das Argument der Gleichheit und seine Lücken

Manche vertreten die Ansicht, dass ein öffentlicher Angestellter aus Konsistenzgründen die öffentliche Gesundheitsversorgung haben sollte und wer private Versorgung will, diese selbst bezahlen muss. Dagegen spricht ein Datum, das der Bericht selbst anerkennt: Das öffentliche System verlagert Eingriffe auf private Anbieter, und das System leidet unter Wartelisten, die in manchen Fachrichtungen in Monaten gemessen werden. Wenn die Überstellung ohne haushalterische Verstärkung erfolgt, ist das vorhersehbare Ergebnis mehr Druck auf ein bereits angespanntes System.

Ein anderer Strang der Analyse weist darauf hin, dass die Abschaffung von Muface von der Abschaffung von Mugeju und Isfas begleitet sein sollte, um konsistent zu sein, und erinnert daran, dass aktive Muface-Versicherte 30 % der Medikamentenkosten zahlen, gegenüber 50 % bei Nutzern der Sozialversicherung. In diesem Fall müsste die Gleichheit auch nach unten angewendet werden.

Auswirkungen auf Wartelisten bei Vollzug der Überstellung

Der Bericht räumt ein, dass die Alterung der Muface-Versichertenpopulation die Kosten erhöht und zukünftige Anpassungen erschwert. Dieselbe Alterung wird, wenn sie ins öffentliche Gesundheitssystem überführt wird, die Primärversorgung und die Reaccionariorzttermine noch stärker belasten. Der Kommunikationsplan, den das Ministerium umsetzen möchte, löst den strukturellen Engpass nicht: Es fehlen Ärzte und Betten, und die Wartelisten sind überfüllt.

Die Krise beschränkt sich nicht auf Muface. Justizbeamte haben sich den Protesten angeschlossen, und die Gewerkschaft CSIF fordert „Besonnenheit von der Regierung Spaniens“, damit sie ein wirtschaftliches Angebot vorlegt, das die Aufrechterhaltung des Dienstes ermöglicht. Der Ball liegt nun beim Exekutivorgan, das noch nicht entschieden hat, ob es verlängert, neu verhandelt oder die Überstellung vollzieht.



Mit diesen Voraussetzungen wird die endgültige Entscheidung wahrscheinlich bis nach Januar vertagt, wenn der laufende Vertrag ausläuft und der Druck der Versicherten seinen Höhepunkt erreicht. Aber wenn die Überstellung ohne echte Verstärkung des Personals und der Infrastruktur durchgeführt wird, wird das Ergebnis das Gegenteil dessen sein, was der Bericht verspricht: weniger Qualität für alle, Beamte eingeschlossen.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (138 Antworten).

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