Quartalsabrechnung belastet KMU und Selbstständige

Die quartalsweise Umsatzsteuerzahlung vor Geldeingang entzieht kleinen Unternehmen und Selbstständigen in Spanien Liquidität.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Quartalsabrechnung belastet KMU und Selbstständige
Quartalsabrechnung belastet die Kassen von KMU und Selbstständigen

Jedes Quartal stehen spanische Selbstständige und kleine Unternehmen (KMU) vor der gleichen vierfachen Belastung gleichzeitig: Die an das Finanzamt zu zahlende Umsatzsteuer für noch nicht eingegangene Rechnungen, die Abführung der Einkommensteuer-Einbehaltungen, die Zahlung der Sozialversicherungsbeiträge für Selbstständige sowie die Lohn- und Gehaltszahlungen. Die liquiden Mittel schrumpfen innerhalb derselben Woche. Die Frage, warum Unternehmen ohne Liquidität in den Quartalsabschluss gehen, beschäftigt die Gründerszene – nicht wegen Auftragsmangel.

Das Bild wiederholt sich: Mehr als eine Woche des Mahnens von Rechnungen und Kunden, die stets dasselbe erwidern – ob es um die Umsatzsteuer, die Löhne oder die drückenden Steuern geht. Die Arbeit ist vorhanden. Die Zahlung kommt. Aber immer später. Und diese Verzögerung bleibt nicht folgenlos: Wer selbst nicht pünktlich bezahlt wird, zahlt auch seine Lieferanten verspätet, und die Kette verlängert sich ins Unendliche.

Warum die Umsatzsteuer fällig wird, bevor der Kunde gezahlt hat

Die Umsatzsteuer ist kein Geld des Unternehmers. Er fungiert als Steuereinnehmer des Staates: Mit Ausstellung der Rechnung entsteht die Verpflichtung gegenüber dem Finanzamt, unabhängig davon, ob der Betrag bereits eingegangen ist. Wenn ein Kunde drei Monate braucht, muss der Selbstständige diesen Anteil aus eigener Tasche vorstrecken. Für jene, die von der Hand in den Mund leben, ist dies ein zwangsweiser, unverzinster Kredit.

Hier zeigt sich die zentrale Meinungsverschiedenheit. Eine Strömung sieht das Problem im Management: Wer die ihm nicht gehörende Umsatzsteuer nicht zurücklegt und ausgibt, steht leer da, wenn das Finanzamt seinen Anteil fordert. Das Gegenargument besagt, dass diese Sichtweise die Realität eines Unternehmens ignoriert, wo Liquidität auf der Straße liegt und nicht auf einem separaten Konto. Der entscheidende Punkt ist die operative Praxis: Bei Zahlungszielen von 90 Tagen wird die Differenz zwischen Erklärung und Eingang zur Regel statt zur Ausnahme.

Eine in der Debatte kursierende Berechnung schätzt, dass manche Betriebe 30% bis 40% ihres Quartalsumsatzes auf einmal für Umsatzsteuer, Einkommensteuer und Sozialabgaben bereitstellen müssten. Geld, das schlichtweg oft nicht verfügbar ist.

EU-weite Kleinunternehmerregelung, die Selbstständige fordern

Der Vergleich mit dem europäischen Umfeld drängt sich auf. Manche behaupten, Selbstständige in anderen Ländern trügen weder die hohen spanischen Sozialbeiträge noch würden sie Umsatzsteuer erst ab einer bestimmten Umsatzzahlung abführen. Nach Berechnungen eines Forennutzers läge die steuerliche Belastung für Selbstständige in Italien je nach Umsatz zwischen 20% und über 40%, inklusive Sozialversicherung.

Die sogenannte EU-Kleinunternehmerregelung wird von einigen Selbstständigen als Wettbewerbsvorteil betrachtet. Die Idee: Würde ein Selbstständiger unterhalb eines bestimmten Schwellenwerts keine Umsatzsteuer mehr in Rechnung stellen müssen, könnte er Kunden gewinnen, die bei Schwarzarbeitern einkaufen. Das Problem ist jedoch, dass dieses Regime den Vorsteuerabzug für Ausgaben ausschließen würde und das Wachstum auf einen bestimmten Prozentsatz begrenzen würde, wie Analysen warnen. Die Details, einschließlich ihrer Kleingedruckten, sind längst nicht geklärt.

Das Gespenst einer Krise durch Liquiditätsengpass, nicht durch Kundenschwund

Der unangenehmste Vergleich ist mit dem Jahr 2008. Eine Lesart besagt, dass die damalige Krise nicht durch Kundenmangel, sondern durch verzögerte Zahlungen ausgelöst wurde, die Unternehmen mit vollen Auftragsbüchern aber leeren Kassen hinterließen. Ohne Liquidität gibt es keine Rückzahlungen von Krediten oder Löhnen, und die Insolvenz droht trotz bestehender Aufträge.

Die Diskrepanz ist erheblich. Eine Ansicht vertritt, dass dies eine Kreditkrise war, ein plötzlicher Kapitalentzug, und dass andauernde Zahlungsverzögerungen etwas anderes seien. Die andere Warnung besagt, dass sich die Mechanik wiederhole, auch wenn der Auslöser anders sei, und dass eine Kreditlinie zur Überbrückung der Quartalslasten der einzige Weg sei, den Monat zu überstehen.

Vom Quartalsabschluss zum Auftragsstillstand

Nach dem Abschluss kühlt die Aktivität ab. Ein Teilnehmer beschreibt, dass nach den Steuerzahlungen oft eine Woche mit weniger Bestellungen und geringerer Geschäftstätigkeit folgt. Diese Abkühlung führt bei kleinen Betrieben zu einem Umsatzrückgang.

Manche entscheiden auch, dass sich die Mühe nicht lohnt. Es gibt Selbstständige, die ihre Tätigkeit aufgrund von unbezahlten Rechnungen aufgegeben haben, wobei sie einräumen, dass die Arbeit spät und unregelmäßig eintraf. Andere deuten auf einen natürlichen Trend hin: Kleine Betriebe werden zunehmend vom Staat oder wenigen großen Konzernen übernommen.

Wie lange hält man noch durch?

Die Analyse stößt genau hier an Grenzen. Befürworter der Vorsorge erklären nicht, wie man Geld zurücklegen soll, das noch nicht eingegangen ist. Jene, die über Zahlungsunfähigkeit, Steuern und Kreditmangel sprechen, können die andere Seite nicht dazu bringen, das Geschäft aus der Perspektive der Betroffenen zu sehen. Während beide Seiten diskutieren, ist das Datum des nächsten Quartalsabschlusses bereits rot markiert. Die Kasse wartet derweil weiter auf Zahlungseingänge.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (224 Antworten).

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