2.000 Euro monatlich reichen in Spanien nicht mehr für die Mittelschicht

In Spanien definiert das hohe Mietniveau, besonders in Madrid, sowie die Steuerlast den Begriff der Mittelschicht neu.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

2.000 Euro monatlich reichen in Spanien nicht mehr für die Mittelschicht
2.000 Euro monatlich sind keine Mittelschicht mehr: Das neue Phänomen des „Mileurismo“

„Mit diesem Gehalt lebt man im Ausland sehr gut. Und in einem kleinen Dorf in Spanien ist man König.“ Dieser Satz leitet eine Frage ein, die scheinbar einfach war – ob jemand mehr als 2.000 Euro im Monat verdient – und sich zu einer Abrechnung mit dem Konzept der Mittelschicht entwickelt hat. Die kurze Antwort: Ja, viele Menschen. Die hilfreiche Antwort: Es hängt davon ab, ob es Brutto- oder Nettolöhne sind, ob sie in zwölf oder vierzehn Zahlungen erfolgen und vor allem, wo man lebt.

2.000 Euro brutto oder netto? Das Problem der Sonderzahlungen

Niemand diskutiert die Zahl ohne vorher zu fragen, wie sie aufgeteilt wird. Bei einer Aufteilung in zwölf Monatsgehälter – wie in fast allen Nachbarländern – wirkt das Gehalt höher; bei vierzehn Zahlungen wird derselbe Betrag auf zwei halbjährliche Zahlungen verteilt. Der Vorwurf ist deutlich: In einigen Tarifverträgen finanziert der Arbeitnehmer das Unternehmen zinsfrei für sechs Monate und erhält erst danach sein eigenes Geld zurück.

Dieses Detail verändert den internationalen Vergleich. Im Ausland wird ein Gehalt von 2.000 Euro oft als jährlicher Block verstanden, geteilt durch zwölf. Hier hängt viel vom jeweiligen Tarifvertrag ab, und es gibt Fälle von Unternehmen, die sogar achtzehn halbe Monatsgehälter zahlten.

Der Landarzt: 85.000 Euro und Bereitschaftsdienste für 810 Euro

Das detaillierteste Beispiel ist das eines Landarztes. Er beginnt mit 85.000 bis 90.000 Euro inklusive Zulagen, Produktivitätsboni, anteiligen Bereitschaftsdiensten und Betriebszugehörigkeit, wobei das Gehalt durch mehr Dienste steigt. Ein Bereitschaftsdienst von 17 Stunden an einem Werktag wird mit 527 Euro vergütet; ein 24-Stunden-Dienst an einem Feiertag mit 810 Euro. Ohne Bereitschaftsdienste liegt das Grundgehalt bei etwa 3.800 Euro in vierzehn Zahlungen, was rund 56.000 Euro brutto jährlich entspricht und etwa 3.300 Euro netto pro Monat bei zwölf Zahlungen ergibt.

Der Gegenpol zeigt sich in der Realität: Während eines 24-Stunden-Bereitschaftsdienstes werden selten mehr als 20 bis 25 Patienten gesehen, und der bestätigte Rekord liegt bei vier Patienten an einem Samstag. Von diesem Gehalt gehen allein über 3.000 Euro monatlich für die Einkommensteuer (IRPF) ab, was der Betroffene als Finanzierung fremder Leistungen kritisiert.

Warum ist dasselbe Gehalt auf dem Land mehr wert als in Madrid?

Weil die Wohnkosten den Unterschied ausmachen. Die verfügbaren Daten zeigen ein Durchschnittsgehalt von etwa 25.000 Euro jährlich in Madrid und etwa 18.000 Euro in den ärmsten Regionen, mit Fällen von 17.000 Euro brutto pro Jahr. Mit 3.000 Euro in einer größeren Gemeinde und einer Miete von 490 Euro bleibt Spielraum; in Madrid gehen 1.000 Euro allein für die Wohnung drauf, und der Rest wird knapp.

Die Analyse fügt eine unbequeme Ebene hinzu: Es wird behauptet, dass ein deutscher Industriearbeiter mehr verdienen kann als viele spanische Anwälte, und dass die Klasse nicht durch Geld definiert wird, sondern durch dessen Verwendung – Geschmack, Gewohnheiten, Netzwerke –, im Sinne des von Bourdieu beschriebenen Habitus. Die absolute Zahl erklärt weniger, als es scheint.

Wie viel behält der Fiskus von einem hohen Gehalt?

Zu viel, nach Ansicht derer, die die Steuersätze berechnen. Ab 60.000 Euro brutto jährlich geht fast die Hälfte jedes zusätzlichen Euros für Lohnsteuerabzüge drauf, und dieser Effekt bestraft besonders Haushalte mit zwei hohen Einkommen im Vergleich zu denen mit einem einzigen Haushaltseinkommen. Dies ist das Argument gegen Überstunden, wenn der Partner bereits über dieser Schwelle liegt.

Hier taucht ein Paradoxon auf: Manche arbeiten weniger Stunden und verdienen mehr, während andere ihre Bereitschaftsdienste vervielfachen, um am Ende trotzdem das Gefühl zu haben, gerade so über die Runden zu kommen. Ein zitierter Fall fasst die Beschwerde zusammen: 2.150 Euro bei einer effektiven Arbeitszeit von weniger als drei Stunden täglich, und die vollständige Berechnung stundenweise macht den Vergleich schwieriger, als er erscheint.

Dreitausend Euro mit Kindern, Hypothek und zwei Autos: „Ich bin knapp dran“

Auch das Segment der hohen Einkommen ist nicht sicher. Ein Haushalt mit 3.000 Euro in vierzehn Zahlungen, zwei Kindern auf einer halbstaatlichen Schule, einer moderaten Hypothek und zwei Mittelklasse-Autos wird als angespannt beschrieben und führt die Diskrepanz auf den starken Preisanstieg in wenigen Jahren zurück. Eine andere Aussage vergleicht die aktuelle Situation, oberhalb von 2.000 Euro, mit der mit 18 Jahren bei 1.000 Euro und im Elternhaus lebend: Das Gefühl ist dasselbe, die Hypothek nicht.

Und eine wiederkehrende Beobachtung: Im Jahr 2000 waren 2.000 Euro ein typisches Gehalt der arbeitenden Mittelschicht. Heute wird diskutiert, ob es reicht, um als „Mileurista“ (Gehaltsempfänger um 1.000 Euro) mit eigenem Haus zu leben.

Leistungen, Beamtenprüfung und Freizeit als Währung

Nicht alle wollen ein hohes Gehalt. Manche geben an, 1.023 Euro monatliche Leistung zu beziehen, und kündigen an, dies bis zur bestandenen Beamtenprüfung fortzusetzen, mit einem Argument, das die gesamte Diskussion ordnet: Freizeit lässt sich nicht mit Geld bezahlen. Andere weisen darauf hin, dass die Hälfte Spaniens für eine Stelle im öffentlichen Dienst studiert, was auch die Statistik darüber verzerrt, wer wie viel verdient.

Die Erhöhung des Mindestlohns auf 13,30 Euro – in der diskutierten Version – erscheint als der Faktor, der einige über die Schwelle treiben wird, mit der gegenteiligen Warnung, dass eine Neuwahl diese Maßnahme ins Leere laufen lassen könnte.



Am Ende lässt sich die Uneinigkeit nicht mit Zahlen lösen. Wer 3.000 Euro verdient, sagt, er sei knapp dran; wer 1.023 Euro bezieht, sagt, er lebe besser. Beide sprechen über dasselbe und doch nicht über dasselbe: Einer misst die Kaufkraft, der andere die verfügbare Zeit. Mit diesen beiden Maßstäben bleibt jeder Gehaltsvergleich unvollständig.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (223 Antworten).

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