Spanien: Nach Anklage gegen Ábalos fordern viele mehr als Rücktritt

Ein Beitrag von Saúl N. Lab fordert "Rücktritt ist nicht genug", nachdem Ábalos angeklagt wurde. Die Partei verlangt politische Verantwortung über das Mandat hinaus.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Die Anklage gegen José Luis Ábalos im Koldo-Fall hat Teile der spanischen PSOE dazu gebracht, Verantwortung über einen Rücktritt hinaus zu fordern. Ein viraler Beitrag fasst die interne Unzufriedenheit zusammen: Das Mandat niederzulegen genügt nicht.

Der Koldo-Fall beschäftigt das Land weiter, und der Fokus richtet sich erneut auf **José Luis Ábalos**. Der Beitrag auf X von **Saúl N. Lab** mit der Botschaft "Rücktritt ist nicht genug" hat die Debatte darüber neu entfacht, was der ehemalige Verkehrsminister tun sollte. Die Anklage der spanischen Nationalkammer Audiencia Nacional gegen Ábalos im Rahmen des Koldo-Falls, in dem es um Schmiergeldzahlungen beim Maskenkauf während der Pandemie geht, hat den einstigen Stellvertretenden Vorsitzenden der PSOE in die Defensive gebracht.

## Die Anklage, die alles veränderte

Ábalos' Lage war kein Imageproblem mehr, sondern wurde zu einer juristischen Angelegenheit, als der ermittelnde Richter, **Ismael Moreno**, entschied, ihn wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung, Bestechlichkeit und Bestechung anzuklagen. Die Ermittlungen sehen den Ex-Minister im Zentrum eines Netzwerks, das zwischen **2020 und 2021** millionenschwere Provisionen beim Verkauf von Schutzausrüstung an mehrere öffentliche Verwaltungen kassiert haben soll.

Die PSOE reagierte schnell: Sie forderte die Niederlegung seines Mandats und suspendierte seine Parteimitgliedschaft. Doch für einen Teil der Partei ist das nicht genug. Der Beitrag, der derzeit kursiert, bündelt diese Unzufriedenheit: Der Verzicht auf den Parlamentssitz tilgt nicht die politische Verantwortung dessen, der in den schlimmsten Monaten der Pandemie Minister war.

## Das Mandat und die parlamentarische Immunität

Ábalos behält seinen Sitz im Abgeordnetenhaus. Und genau das ist der Kern der Sache. Die parlamentarische Immunität der Abgeordneten schreibt vor, dass jedes Strafverfahren gegen sie vor dem Obersten Gerichtshof verhandelt werden muss, was die Verfahren verlangsamt. Diesen Rechtsschutz halten manche für unvereinbar mit dem Schwere der Vorwürfe.

Die sozialistische Führung hat sich nicht dazu geäußert, ob er auf sein Mandat verzichten sollte. **Pedro Sánchez** hat in seinen letzten öffentlichen Auftritten zu der Sache geschwiegen. Die interne Unzufriedenheit ist jedoch offensichtlich: Abgeordnete und Funktionäre auf regionaler Ebene haben privat ihre Unbehagen darüber geäußert, dass der Fall die Partei nur wenige Monate vor den Wahlen weiter belastet.

## Ein Fall, der immer größer wird

Der Koldo-Fall begann als Ermittlung wegen eines mutmaßlichen Schmuhs beim Maskenkauf und hat inzwischen ein halbes Dutzend Institutionen erfasst. Das Netzwerk soll über **Soluciones de Gestión** operiert haben, eine Scheinfirma, die bei öffentlichen Aufträgen im Wert von Millionen Euro als Vermittlerin auftrat. Das Gerichtsverfahren läuft weiter, ein rechtskräftiges Urteil gibt es nicht.

Der virale Beitrag liefert keine neuen Beweise, aber er trifft eine Stimmung: das Gefühl, dass die spanische Politik es zur Normalität gemacht hat, dass Angeklagte ihre Mandate behalten, während die Gerichte ihre Arbeit tun. Ob das genügt oder nicht, ist eine Frage, die die PSOE früher oder später beantworten muss.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (14 Antworten).

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