Spanien stoppt F-35-Kauf: 6 Milliarden Euro bleiben unverkauft
Es gab nie einen Vertrag. Das ist die Tatsache, die die halbe Erzählung widerlegt. Spanien hat den Kauf der F-35 nicht genehmigt, daher gibt es keine Aussetzung: Es ist ein Geschäft, das noch vor seiner Existenz zerbricht, bewertet auf über 6 Milliarden Euro, während das Land mit den Harrier-Jets der Armada als einziger Trägerkapazität bleibt, bis es seine Kampfflugzeugstrategie festlegt. Die Paradoxie ist pikant: Man diskutiert die Stornierung einer Bestellung, die nie unterschrieben wurde.
Die Angelegenheit, dargestellt als Kraftprobe gegenüber Washington, verliert an Substanz, sobald man das Kleingedruckte liest. Was tatsächlich existiert, ist ein grundlegendes industriepolitisches Problem: Die Liste der spanischen Militärprogramme der letzten zwei Jahrzehnte füllt sich mit Käufen von ausländischen Lieferanten, wobei die Ersetzung amerikanischer Plattformen durch europäische oder nationale Entwicklungen die einzige Ausnahme bildet. SH-60, P-3, Harrier, Reaper, Chinook. Fast alles mit fremdem Akzent.
Warum der F-35 über den Preis hinaus hinterfragt wird
Das wirtschaftliche Argument ist das sichtbarste, aber nicht das einzige. Der Kampfjet wird eher als Dienstleistung denn als Produkt verkauft: Die Missionsdatendateien, unerlässlich für die Berechnung von Routen zur Optimierung der Radarunsichtbarkeit und damit das elektronische Kriegssystem neue feindliche Radare erkennt, werden in der US-Basis Eglin in Florida generiert. Ohne diese Aktualisierung weiß das Flugzeug nicht, wohin es feuern soll oder wie es fliegen kann, ohne zum Ziel zu werden. Dies ist eine operative Abhängigkeit, kein logistisches Detail.
Manche behaupten, dies schalte das Gerät nicht aus, und dass die Rede von einer „Fernabschaltung“ ein Mythos sei: Updates können verweigert werden, aber das Flugzeug fliegt weiter. Diese Nuance ist wichtig. Die eigentliche Debatte ist nicht, ob der F-35 vom Pentagon per Knopfdruck abgeschaltet wird, sondern wie viel Entscheidungsspielraum ein Land behält, das ein System kauft, dessen Lieferkette und kritische Software von einem Dritten abhängen. Diese Frage haben sich auch andere europäische Partner gestellt, und einige haben seit Jahren eigene Antworten.
Der Flugzeugträger, der keiner ist
Die Juan Carlos I taucht in allen Prognosen auf, meist falsch interpretiert. Sie ist kein klassischer Flugzeugträger: Sie ist ein amphibisches Landungs- und Angriffsschiff, konzipiert zur Projektion von Stärke vom Meer aus mit Hubschraubern und Kurzstartflugzeugen. Befürworter ihrer Nützlichkeit erinnern daran, dass sie zu den besten Hubschrauberträgern der Welt gehört und Drohnen betreiben kann, einschließlich neuer Stealth-Modelle. Kritiker argumentieren, dass ein echter Flugzeugträger für ein Land ohne Überseegebiete und ohne Willen, eine autonome Seestreitkraft zu entsenden, keinen Sinn ergibt.
Die im Analyseverlauf gewinnende Alternative ist weniger glamourös: mehr Fregatten, das amphibische Schiff umfunktioniert zur Drohnenplattform und ein europäisches Kampfflugzeug, das bei der Nutzung nicht die Hände bindet. Der Eurofighter deckt die Südflanke von den Kanaren und dem Festland ab. Für die territoriale Verteidigung, sagen die Pragmatiker, reicht das Vorhandene. Für alles andere bräuchte man etwas, das Spanien weder besitzt noch bereit ist zu bezahlen.
Die Waffe, die niemand nennen will
Im Kern des Themas taucht immer derselbe Geist auf. Wenn das Problem die Abhängigkeit von einem Lieferanten ist, der die Materialnutzung einschränken kann, wäre die logische Lösung eine eigene Abschreckung. Hier kommt die nukleare Debatte ins Spiel, die in Spanien leise und unter Verweis auf alte Projekte geführt wird. Die Idee, ein Programm für Atomsprengköpfe wiederzubeleben, mit Zahlen zwischen 80 und 120, kursiert als Hypothese in sehr spezifischen Kreisen und hat wenig institutionelle Reichweite.
Das Hindernis ist nicht technischer, sondern geopolitischer Natur. Ein Land, das Teil der atlantischen Sicherheitsarchitektur ist und für seine Verteidigung davon abhängt, wird kaum ein eigenes Arsenal entwickeln, ohne mit halbem Welt zu brechen. Der Weg, den manche aufzeigen – Blick nach Moskau oder Peking für strategische Waffen –, kollidiert mit der Realität, dass Spanien an der Lieferung von Material an die Ukraine teilnimmt. Niemand schenkt Regenschirme denen, die den Schirm des Nachbarn halten.
Was bleibt, wenn der Lärm verstummt
Das Ergebnis all dessen ist ein Land, das den F-35 nicht kauft, keinen Flugzeugträger hat, keine nukleare Abschreckung besitzt und weiterhin von externen Lieferanten für fast alles Fliegende abhängig ist. Die Frage ist nicht, ob Spanien Washington herausfordert. Die Frage ist, was es tun wird, wenn die Harrier vom Himmel fallen, und wer ihm die Ersatzteile verkaufen wird.
Hat jemand einen Plan, der nicht darin besteht, darauf zu warten, dass das nächste Programm wieder mit demselben ausländischen Akzent kommt?
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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