Handys des »El Mediador« aus spanischem Polizei-Tresor entwendet
Der Chefinspektor, der die anfänglichen Ermittlungen im Fall Tito Berni leitete, hat angezeigt, dass die Mobiltelefone von Antonio Navarro Tacoronte, bekannt als El Mediador (der Vermittler), aus dem Tresor seines Büros bei der Nationalpolizei-Brigade gestohlen wurden. Schriftstücke, die beim Untersuchungsgericht Nr. 5 in Santa Cruz de Tenerife eingereicht wurden, deuten darauf hin, dass andere Beamte auf den Tresor zugegriffen und die Geräte ohne Genehmigung entfernt haben. Der Vorfall droht, die ohnehin turbulente Untersuchung zu erschüttern.
Verschwinden von Beweismitteln in offiziellen Räumen
Die Ereignisse gehen auf die frühen Phasen der Operation gegen das Korruptionsnetzwerk zurück, in das der ehemalige Abgeordnete der PSOE, Juan Bernardo Fuentes Curbelo, alias Tito Berni, verwickelt war. Laut den Anschuldigungen des Chefinspektors enthielten die beschlagnahmten Handys Gespräche und Kontakte, die für den Fall entscheidend waren. Ihr Verschwinden aus einem Tresor, zu dem nur Sicherheitskräfte Zugang hatten, hat die Debatte über die Integrität der Beweiskette in sensiblen Fällen neu entfacht.
Die Parallelen zu anderen Fällen von verlorenen oder zerstörten Beweismitteln in Korruptionsaffären rund um die PSOE sind nicht unbemerkt geblieben. Von den Festplatten im Fall Bárcenas bis zu den Vorfällen im Koldo-Skandal wiederholt sich das Muster: Wenn Ermittlungen die Regierungspartei betreffen, neigen Beweismittel dazu, zu verschwinden oder prozessuale »Fehler« zu erleiden.
Reaktionen und gegenseitige Vorwürfe
Das Echo in der öffentlichen Analyse war sofort. Einerseits wird die Nationalpolizei selbst als direkt verantwortlich für den Diebstahl benannt, was die Unparteilichkeit der Sicherheitsbehörden infrage stellt. Andererseits wird eine bewusste Strategie der Justizvereitelung aus politischen Kreisen vermutet. Der Satz »Wir werden von der Mafia regiert« hallt stark nach, während andere daran erinnern, dass solche Vorfälle nicht einer einzigen Partei vorbehalten sind.
In der Zwischenzeit hat der Generalstaatsanwalt die Staatsanwältin befördert, die die Ermittlungen zur Rettung von Plus Ultra eingestellt hatte, und die Regierung feuerte den Techniker, der den Koldo-Skandal aufgedeckt hatte. Die zeitliche Nähe nährt den Verdacht, dass die institutionelle Maschinerie zum Schutz der Beteiligten eingesetzt wird.
Ein gefährlicher Präzedenzfall
Das Verschwinden der Handys ist kein Einzelfall. Brände in Gerichten, schwindende Drogenbestände in gerichtlichen Depots und falsch abgelegte Akten bilden einen Katalog von Vorfällen, die zusammen ein Bild der Straflosigkeit zeichnen. Die offene Frage lautet, ob sich diese »Zufälle« weiterhin wiederholen oder ob die Gerechtigkeit diesmal bis zum Ende durchdringen kann, ohne dass Beweise verdampfen.
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