Spanien: Fünf Kinder waren das Maximum für Arbeiter

In der spanischen Debatte über die Franco-Ära gilt fünf als Obergrenze für Arbeiterfamilien, was durch den Fall einer Familie mit 19 Kindern widerlegt wird.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Spanien: Fünf Kinder waren das Maximum für Arbeiter
Wie 19 Kinder ernährt wurden: Fünf war das Limit für Arbeiter

Ein Haus von 70 Quadratmetern. Drei Zimmer. Zwei Schlafzimmer mit mehreren Etagenbetten und ein Bad für alle. Kein Netflix, keine Geburtstagsfeiern bei Burger King, keine Nachmittagsbetreuung: Der Park nach der Schule. Kleidung ging von Bruder zu Cousin weiter, und Mütter nähten Kleider aus Stoffresten. Das ist das häusliche Bild einer kinderreichen Familie im Spanien Francos, und die Frage dahinter lautet immer gleich: Wie konnte man 19 Kinder mit einem einzigen Gehalt versorgen?

Die unbequeme Antwort kommt sofort, wenn man genauer hinschaut: Wie mehrere Diskussionsbeiträge betonen, schaffte es die Mehrheit nicht. Und die Fälle mit 19 Nachkommen, die oft als Beweis für eine angebliche goldene Ära angeführt werden, seien laut den Teilnehmern keine Arbeiterfamilien gewesen.

Das Klavier im Wohnzimmer: Warum der Fall der 19 Kinder kein Arbeiterfall war

Ein Klavier im Wohnzimmer. Ein Portal, das in einem Arbeiterviertel ungewöhnlich ist. Diese beiden Details werden angeführt, um die Erzählung zu entkräften. Es wird behauptet, der Vater, der bei Iberia beschäftigt war, sei kein einfacher Sachbearbeiter gewesen, sondern habe wichtige Positionen im Bankwesen und in der öffentlichen Verwaltung innegehabt. Mehrere seiner Töchter hätten als Stewardessen bei der Fluggesellschaft gearbeitet; zwei von ihnen bildeten später das Comedy-Duo Las Veneno. Nichts davon passt zur Biografie eines Arbeiters in den Sechzigern, auch wenn er so dargestellt wird.

Man sollte zwei Dinge trennen: dass kinderreiche Familien in jenem Spanien überleben konnten, und dass sie dies mit 19 Kindern und ohne institutionelle oder betriebliche Unterstützung taten. Ersteres geschah täglich. Letzteres fast nie.

Wie viele Kinder konnte ein echter Arbeiter durchbringen?

Fünf. Dies ist die Obergrenze, die in der am häufigsten wiederholten Berechnung genannt wird, stets mit Nuancen: bis zu fünf, aber nicht ohne Schwierigkeiten. Darüber hinaus beginnt der Bereich des Ausnahmsweisen, mit dokumentierten Fällen von Nahrungsmittelknappheit. Es werden kinderreiche Familien in Madrider Arbeitersiedlungen erwähnt, wo alle Kinder auf zwei Betten schliefen und der Vater morgens um sechs Uhr ging und abends um zehn zurückkam.

Der Schlüssel liegt darin, dass der Haushalt wie eine Produktionseinheit funktionierte. Die Mutter nähte für Nachbarinnen an der Nähmaschine, züchtete Kaninchen und Hühner im Innenhof und verwaltete das Geld; Großeltern und ledige Tanten lieferten Kleidung und Essen; der ältere Bruder passte auf die Jüngeren auf und gab ihnen die Zwischenmahlzeit. Die Familie war eine Genossenschaft ohne Gehalt.

Selbst die großzügigsten Fälle brauchten Paten. Manche erinnern sich an Familien mit zwölf Kindern, deren Väter zwölf Stunden am Tag in mehreren Jobs arbeiteten, wobei jedes Kind einen Paten hatte, der Schuhe und Brillen bezahlte. Das heißt: Selbst mit drei Jobs hielt sich das System nicht ohne externe Hilfe.

Die Inflation zahlte die Hypotheken der Sechziger

Eine Wohnung, die damals 6.000 Euro kostete und heute 325.000 Euro wert ist. Und ein Detail, das mehr erklärt als jede Nostalgie: Innerhalb von drei Jahren überstieg das Gehalt des Eigentümers bereits den Wert der Immobilie. Bei hoher Inflation und jährlichen Lohnerhöhungen fraß die monatliche Rate im ersten Jahr die Hälfte des Gehalts auf und wurde danach immer kleiner. Die Schuld löste sich quasi von selbst auf. Nach fünf oder sechs Jahren war die Wohnung praktisch abbezahlt.

Dieser Mechanismus – permanente Inflation, die auf die Gehälter übertragen wurde, und eine Hypothekenschuld, die sich Jahr für Jahr auflöste – existiert nicht mehr. Zur öffentlichen Wohnraumversorgung der Fünfziger, dem Reihenhaus mit Hof und Garten, kam ein erschwinglicher Mietpreis hinzu, der heute kein Äquivalent hat.

Keine MwSt., keine Einkommensteuer und sehr wenige Autos

Die Mehrwertsteuer (IVA) wurde erst 1986 eingeführt. Die technische Hauptuntersuchung (ITV) wurde im selben Jahr bzw. im darauffolgenden Pflicht. Davor reichte ein angestellter Arbeitnehmer keine Steuererklärung ein, Wasser kam aus Brunnen oder Quellen, und Strom war eine geringe Ausgabe. Laut einem Teilnehmer stützten die staatlichen Unternehmen des INI einen großen Teil der öffentlichen Dienste, ohne die Angestellten auszupressen. Weniger indirekte Steuern auf den Konsum bedeuteten, dass ein bescheidenes Gehalt weiter reichte, obwohl der Warenkorb im Verhältnis zum Lohn teurer war als heute, abgesehen vom Wohnraum.

Es gab 3,1 Autos pro 1.000 Einwohner in den Sechzigern. Kurz darauf waren die Staus auf der Diagonal oder der Meridiana in Barcelona schon ein ernstes Problem.

Schule, Gesundheit und die menschlichen Kosten, die niemand wiederholen will

Öffentliche Schulen und kirchliche Schulen, kostenlos. Zu Fuß zur Schule und zurück, ohne Familienauto. Kostenlose Gesundheitsversorgung, allerdings nicht für alle und nicht überall. Sparsamkeit war das Betriebssystem: Ein Fernseher, der 20 Jahre hielt, zwei Paar Schuhe, Hosen mit Kniepatches und Bücher, die von Jahrgang zu Jahrgang weitergegeben wurden.

Und eine Kostenstelle, die in keiner Bilanz auftaucht. In den erwähnten Berichten begannen Kinder mit neun oder zehn Jahren zu arbeiten. Frauen trugen die Last des Haushalts und fremder Kinder. Manche erinnern sich an eine Großmutter, die älteste von 14 Geschwistern, die nie zur Schule ging und nie lesen lernte. Keine Nostalgie hält dieser Analyse stand, und das wird offen ausgesprochen.

Von der Rationierung zum Tourismus: Was sich zwischen den 60ern und 70ern änderte

Das Nachkriegsspanien und das Spaniens von 1970 sind nicht dasselbe Land. Die Rationierung dauerte bis weit in die Fünfziger an, der Stabilisierungsplan kam 1959, und Tourismus sowie Handelsöffnung veränderten den Fahrzeugbestand, die Preise und die Erwartungen. Manche behaupten, dass die durchschnittliche Kinderzahl pro Paar bis 1975 bereits auf zwei gesunken war.

Dieser Übergang erklärt, warum sich das Modell von selbst erschöpfte: weniger Kinder, mehr Urbanisierung, mehr Konsum, längere Schulzeiten. Was es nicht erklärt, ist das Klavier.

Wer die Bilanzen jener Familien mit Nostalgie betrachtet, sollte sich auf zwei Daten konzentrieren. Laut der Debatte lag die durchschnittliche Geburtenrate 1975 bereits bei zwei Kindern pro Paar. Und der Staat, der heute fast die Hälfte eines Durchschnittsgehalts in Form von Steuern einnimmt, existierte kaum: Viele dieser steuerlichen Instrumente waren noch nicht erfunden. Ein Gehalt, ein Gemüsegarten und fünf Kinder waren das häufigste Szenario. Neunzehn waren ein Fall mit Klavier.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (208 Antworten).

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