Spanien-Fans wünschen sich das Aus gegen Deutschland

Ein Teil der spanischen Fans bevorzugt eine Niederlage der Nationalmannschaft. Der Unmut richtet sich gegen die Kaderzusammensetzung und politische Themen.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Spanien-Fans wünschen sich das Aus gegen Deutschland
Ich will, dass Deutschland uns eliminiert: Der Unmut über die Nationalmannschaft

Es gibt einen Teil der spanischen Fangemeinde, der es vorzieht, seine Nationalmannschaft scheitern zu sehen, anstatt ihre Siege zu feiern. Das ist kein Scherz und keine Provokation aus der Kneipe: Es ist eine Stimmung, die sich jedes Mal wiederholt, wenn die Selección al campo aufläuft, und die bei den letzten Turnieren in der Zusammensetzung des Teams den perfekten Aufhänger gefunden hat. Der Auslöser ist nicht das Spiel, der Trainer oder die Ergebnisse. Es ist die Frage, wer das Trikot trägt.

Identität als Schlachtfeld

Der Unmut dreht sich um eine zentrale Idee: Dass die aktuelle Nationalmannschaft einen Teil der Spanier nicht repräsentiert. Diejenigen, die diese Haltung vertreten, argumentieren, dass das Team zu einem Schaufenster für das geworden sei, was sie abfällig als „proge“ bezeichnen, und dass die Erfolge von Spielern, die außerhalb Spaniens geboren wurden, höher bewertet werden als die einheimischer Fußballer. „Die Erfolge ausländischer Persönlichkeiten werden doppelt so hoch gewertet wie die eines reinen Spaniers“, fasst einer der häufigsten Kommentare zusammen. Dies ist eine Beschwerde, die Identität, Benachteiligungsgefühl und eine explizite Ablehnung dessen verbindet, was sie als eine von den Medien aufgezwungene Erzählung betrachten.

Die Antwort auf diese Beschwerde kommt aus verschiedenen Richtungen. Manche erinnern daran, dass Spieler wie Nico Williams oder Lamine Yamal in Spanien geboren sind, andere Nationalitäten hätten wählen können und dass ihre Präsenz gerade ein Beispiel für Integration sei. „Jedes verkaufte Yamal-Trikot bringt Spanien viel Geld ein“, schreibt jemand, der versucht, die Debatte auf die praktische Ebene zurückzubringen. Andere gehen weiter und weisen auf den Widerspruch hin, dass jene, die Tore von eingebürgerten Spielern anderer Länder feiern, wenn diese früher andere Trikots trugen.

Der Rubiales-Vorfall und der endgültige Bruch

Um zu verstehen, warum ein Teil der Fans mit der Nationalmannschaft gebrochen hat, muss man konkrete Vorfälle betrachten. Am häufigsten wird der Vorfall um den Trainer genannt, der sich angeblich den Fußballerinnen unterwarf und den damaligen Präsidenten des spanischen Fußballverbands (RFEF), Luis Rubiales, verraten haben soll. „Dass sich der Trainer den Spielerinnen unterwarf und Präsident Rubiales verriet, wird nicht vergessen“, heißt es in einem Kommentar, der den Unmut derer zusammenfasst, die glauben, die Institution habe eine politische Agenda dem Sport vorgezogen.

Dieser Vorfall, kombiniert mit der Wahrnehmung, dass die Nationalmannschaft zu einem Vehikel für ideologische Botschaften geworden ist, hat dazu geführt, dass einige Positionen einnehmen, die früher undenkbar waren. „Ich stehe auf der Seite der Weißen. Bei der WM war ich für Argentinien, jetzt muss ich es mir wieder überlegen“, gesteht ein Teilnehmer. Dieses Geständnis ist kein Einzelfall: Im Laufe der Diskussion tauchen mehrere Nachrichten auf, in denen zugegeben wird, rivalisierende Nationalteams unterstützt zu haben, weil man das eigene ablehnt.

Die wirtschaftlichen Kosten des Fußballs und Kritik an Verschwendung

Über die Identität hinaus gibt es eine Kritiklinie, die die Ablehnung der Nationalmannschaft mit öffentlichen Ausgaben verbindet. „Was im Fußball ausgegeben wird, sollte in Schulen investiert werden“, fordert eine Nachricht, die den Fokus auf Prämien, Hotels und das Geld legt, das im Wettbewerb fließt. Dies ist ein Argument, das immer wieder auftaucht: Fußball als Geschäft weniger, das teilweise durch Ressourcen finanziert wird, die anderen Zwecken dienen könnten.

Diese wirtschaftliche Kritik mischt sich mit Misstrauen gegenüber Spielern als öffentlichen Figuren. „Wenn sie gut bezahlt werden, spielen sie gut, alles okay; wenn sie nicht mehr spielen oder nichts mehr herausholen können, werden sie über die Leute schimpfen, die ihnen das Essen gegeben haben“, lautet ein Kommentar, der Skepsis gegenüber der Loyalität der Fußballer widerspiegelt. Die Grundidee ist, dass das Trikot verteidigt wird, solange ein Vertrag besteht, nicht aus Überzeugung.

Das Paradoxon der Ergebnisse

Die Sache wird kompliziert, wenn Siege eintreten. Die spanische Nationalmannschaft schaltete Deutschland im Turnier aus, ein Ergebnis, das diejenigen verwirrte, die ihr Ausscheiden gewünscht hatten. „Dein Deutschland hat verloren“, antwortete jemand sarkastisch. Eine andere Nachricht feierte, dass „diese Farce endlich vorbei ist“, in Anspielung darauf, dass die Medien sich nicht mehr auf zwei bestimmte Fußballer konzentrieren. Der Sieg gegen die Deutschen und der anschließende gegen Frankreich brachten die Kritiker in eine unangenehme Lage: Das Team gewann, während ein Teil der Fans das Gegenteil wünschte.

Diese Spannung zwischen Ergebnissen und identitärer Ablehnung ist vielleicht das treueste Porträt der aktuellen Situation. „Wieder ein schlechter Tag für die arischen Merkel-Anhänger, und ein noch schlimmerer für die pro-arischen Spanier“, ironisierte eine Nachricht, die die Verwirrung derer zusammenfasste, die in jedem Triumph eine Widerlegung ihrer Thesen sehen. Die Nationalmannschaft gewinnt weiter. Die Frage ist, ob das ausreichen wird, um sie mit denen zu versöhnen, die heute lieber sehen würden, dass sie verliert.



Schlüsseldaten

  • Laut den Kommentaren im Diskussionsverlauf schaltete die spanische Nationalmannschaft Deutschland im Turnier aus.
  • Anschließend eliminierte sie auch Frankreich, laut demselben Thread.
  • Der Unmut konzentriert sich auf die Kaderzusammensetzung und Vorfälle wie den um den Trainer und Rubiales.
  • Einige Teilnehmer geben zu, bei der vorherigen Weltmeisterschaft Argentinien unterstützt zu haben.

Häufig gestellte Fragen

Warum wünscht sich ein Teil der Fans, dass Spanien verliert?
Weil sie der Meinung sind, dass die aktuelle Nationalmannschaft sie nicht repräsentiert und zu einem Vehikel für ideologische Botschaften geworden ist. Sie argumentieren, dass Spieler, die außerhalb Spaniens geboren sind, höher bewertet werden, und dass Vorfälle wie der um den Trainer und Rubiales die Bindung zur Fanbasis zerstört haben.

Welche Rolle spielen in dieser Debatte Spieler, die außerhalb Spaniens geboren sind?
Sie stehen im Zentrum der Kontroverse. Für manche ist ihre Präsenz ein Beispiel für Integration und ein wirtschaftlicher Vorteil. Für andere entspricht ihre Nominierung einer politischen Agenda und nicht sportlichen Kriterien.

Wie hat sich der Unmut entwickelt, nachdem Erfolge eintraten?
Die Siege gegen Deutschland und Frankreich haben diejenigen bloßgestellt, die ein Ausscheiden forderten. Einige haben ihr Unbehagen eingeräumt, während andere ihre Ablehnung trotz der Erfolge beibehalten.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (187 Antworten).

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