Spanien: Ex-Minister Zaplana zu über zehn Jahren Haft verurteilt

Eduardo Zaplana, ehemaliger PP-Minister, wegen Bestechung bei der Vergabe von Kfz-Prüfstellen im Raum Valencia zu 10 Jahren und 5 Monaten Haft verurteilt.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Spanien: Ex-Minister Zaplana zu über zehn Jahren Haft verurteilt
Zaplana zu 10 Jahren und 5 Monaten Haft wegen Bestechung bei Kfz-Prüfstellen verurteilt

Eduardo Zaplana, ehemaliger Präsident der Regionalregierung Valencia und früherer Arbeitsminister unter der PP, wurde zu 10 Jahren und 5 Monaten Gefängnis verurteilt, weil er Schmiergelder bei der Vergabe von Kfz-Prüfstellen (ITV) in Valencia kassiert hat. Das Urteil erging 25 Jahre nach den Taten und wirft eine unbequeme Frage auf: Hätte der Verurteilte einer anderen Partei angehört, würde er wohl noch lachend außerhalb des Gefängnisses sitzen?

Die Nachricht, zuerst von Público gemeldet und von El País detailliert, besagt, dass Zaplana Bestechungsgelder vom Familienunternehmen von Juan Cotino erhalten habe. Der Name Zaplana ist damit das letzte Kapitel einer breiteren Debatte: Ist Korruption in Spanien parteipolitisch gefärbt oder herrscht einfach selektive Straflosigkeit?

Anklagepunkte und warum das Urteil jetzt kommt

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass Zaplana an einem System illegaler Provisionen beteiligt war, die mit der Vergabe von ITV-Konzessionen in der Comunidad Valenciana zusammenhingen. Das begünstigte Unternehmen wurde laut Berichten von der Familie Cotino kontrolliert. Die Fakten reichen bis in die späten 1990er und frühen 2000er zurück, als Zaplana Präsident der Generalitat und später Arbeitsminister war.

Die langsame Justiz ist selbst ein entscheidender Faktor. Fünfundzwanzig Jahre zwischen Tat und Urteil. In dieser Zeit saß Zaplana in der spanischen Regierung, war Bürgermeister von Benidorm – wo riesige Bauprojekte auf Kredit finanziert wurden – und durchlief unzählige Verfahrensaufschübe. Die Frage ist nicht nur, ob er gestohlen hat, sondern warum die Justiz so lange braucht, um dies festzustellen.

Reaktion des konservativen Lagers: Griñán und das „Du auch“-Argument

Die Reaktion im konservativen Spektrum war schnell und vorhersehbar: „Du auch.“ Mehrere Stimmen erinnerten daran, dass José Antonio Griñán, ehemaliger sozialistischer Präsident von Andalusien, ebenfalls im ERE-Skandal verurteilt wurde. „Wie Griñán“ wurde oft wiederholt. Der Vergleich hinkt jedoch: Griñán wurde wegen Rechtsbeugung und Untreue im System öffentlicher Beihilfen verurteilt, nicht wegen direkter Bestechung durch einen Konzessionsnehmer.

Die Diskussion wandte sich der politischen Symmetrie zu. Manche behaupten, die PSOE sei eine Partei integrer Politiker, da „in 45 Jahren Demokratie niemand ins Gefängnis musste“. Diese Aussage ignoriert Griñáns Verurteilung und andere Sozialisten, die hinter Gittern saßen. Im Schlagabtausch zählen Fakten weniger als das Ergebnis.

PP in Valencia und Cotonos Schatten

Juan Cotino, der 2020 starb, schwebt über dem gesamten Urteil. Sein Familienunternehmen profitierte von den ITV-Konzessionen, aus denen angeblich illegale Zahlungen an Zaplana flossen. Cotino war Präsident des valencianischen Parlaments und ein starker Mann der PP in der Region. Er wurde nie gründlich untersucht; er starb, bevor die Justiz ihn erreichte.

Der ITV-Fall ist kein Einzelfall. Er ist Teil eines Korruptionsökosystems in der Comunidad Valenciana mit Namen wie Gürtel, Brugal und Emarsa. Zaplanas Verurteilung ist das sichtbarste Stück eines Puzzles, das nie ganz zusammengesetzt wurde. Wie Analysen zeigen, „gab es mehr Korruption als die von Cotino, und diese ist nicht ans Licht gekommen.“

PSOE, Andalusien und der Kampf um die Erzählung

Die Debatte driftete leicht nach Andalusien ab. Nachrichten stellten Zaplanas Verurteilung der Lage in Andalusien gegenüber, das seit 2018 von der PP regiert wird. „Andalusien ist die ärmste Region der EU“, hieß es, mit einer Armutsquote von 30,5 %, dreimal höher als im Baskenland.

Die Antwort ließ nicht auf sich warten: „Andalusien wird sich erst in 30 Jahren erholen, nach Jahrzehnten unter PSOE-Herrschaft.“ Die Diskussion mischte regionale Zustände, Korruption, Begnadigungen und die historische Erinnerung jeder Partei. Das Ergebnis war ein Schlagabtausch, in dem Daten eher als Waffen denn als Analysegrundlage dienten.

Die unbeantwortete Frage: Muss er ins Gefängnis?

Die Strafe von 10 Jahren und 5 Monaten ist eine der härtesten gegen einen ehemaligen Minister in der demokratischen Geschichte. Die spanische Erfahrung lädt jedoch zum Skeptizismus ein. Zaplana ist über 70 und beruft sich auf gesundheitliche Probleme. Kritiker scherzten, er sei „kränklich“ und werde sofort wieder freikommen.

Das Gesetz erlaubt Berufungen vor dem Obersten Gerichtshof, was das Verfahren um Jahre verzögern kann. Falls er tatsächlich ins Gefängnis muss, wäre er der erste PP-Alminister, der wegen Korruption einsitzt. Falls nicht, verstärkt sich das Gefühl der Straflosigkeit. Der Ball liegt nun beim Obersten Gerichtshof.



Zaplanas Verurteilung schließt nichts ab. Sie eröffnet neue Fragen zur spanischen Justiz, ihrer Langsamkeit und Selektivität. Mit diesen Voraussetzungen wird der Fall wahrscheinlich jahrelang Schlagzeilen machen. Ob Zaplana tatsächlich ins Gefängnis geht, ist unklar. Die jüngere Geschichte rät davon ab, darauf zu wetten.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (108 Antworten).

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