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Spanien: Erste Fahrverbote für Benziner in Umweltzonen
In Bilbao, Madrid und Getafe gelten bereits Verbote für Benzinwagen mit B-Plakette; weitere Städte planen Einschränkungen für C-Fahrzeuge bis 2038.
B-Plakette in mehreren Umweltzonen verboten, C-Plakette im Fokus
Benzinfahrzeuge haben in spanischen Städten ein Verfallsdatum, und man muss nicht unbedingt ein zwanzig Jahre altes Auto fahren, um dies zu bemerken. Die Zonas de Bajas Emisiones (Umweltzonen) verbieten bereits den Zugang für Fahrzeuge mit B-Plakette in mehreren Hauptstädten, und einige Städte haben begonnen, Beschränkungen für die C-Plakette anzukündigen, welche Benzinern seit Januar 2006 zugeordnet wird. Das bedeutet: Auch moderne oder neue Autos könnten in wenigen Jahren den Zugang zu ihrem eigenen Stadtzentrum verlieren. Das Klimawandelgesetz wirkt wie eine Schlinge, die sich von unten enger zieht.
Was ist die B-Plakette und wie viele Fahrzeuge betrifft sie?
Die B-Plakette der DGT (Dirección General de Tráfico, spanische Verkehrsbehörde) umfasst Pkw mit Ottomotor, die zwischen dem 1. Januar 2001 und dem 31. Dezember 2006 zugelassen wurden, sowie Fahrzeuge mit mehr als acht Sitzplätzen und Transporter mit Ottomotor ab Zulassungsjahr 2006, die in einigen Fällen neuwertig sind. Das Ausmaß ist nicht geringfügig: Das Durchschnittsalter des spanischen Fahrzeugbestands liegt bei etwa 15 Jahren, und 42 % der zugelassenen Autos sind älter. Millionen von Haltern geraten daher ins Visier der Verbote. Wie in der Debatte angeführt wird, unterscheidet das Kennzeichen nicht zwischen einem Benziner von 2006 und einem Neuwagen von 2030: Beide wären C, niemals ECO. Dieser Detail, oft als Kern des Problems bezeichnet, erklärt den Rest.
Welche Städte verbieten bereits die B-Plakette in ihren Umweltzonen?
Die Liste wächst quartalsweise. In Bilbao beginnt das Verbot am 15. Juni; Madrid setzt es bereits in seiner ZBEDEP (Umweltzone mit besonderen Emissionsgrenzwerten) im Bezirk Centro durch, während Getafe und Estepona Vorreiter waren. Málaga und Palma de Mallorca haben Beschränkungen für alle Fahrzeuge mit B-Plakette ab Januar 2027 angekündigt; San Sebastián folgt Anfang 2028, und Katalonien wird ab Januar 2028 Maßnahmen ergreifen, wenn die Regionalregierung einen neuen Luftqualitätsplan verabschiedet, der alle katalanischen Umweltzonen verpflichtet, jede B-Plakette einzuschränken. An Tagen mit Antipollutionsprotokollen tritt dieses Verbot bereits 2026 in Kraft. Allein in Katalonien sind es über 20 Städte, und insgesamt werden bis Ende 2025 mehr als 150 Gemeinden mit Umweltzonen erwartet.
C-Plakette: Die Zange greift nach moderneren Benziner
Hier liegt die Neuigkeit, die die beruhigende Erzählung bricht. Mehrere Städte haben Zugangsverbote für Fahrzeuge mit grüner C-Plakette bestätigt – diese gilt für Benziner ab Januar 2006 und Diesel ab September 2015. Getafe wird dies ab Januar 2026 anwenden (außer zum Parken in Garagen) und allgemein ab 2027; Madrid tut dies bereits in seiner ZBEDEP im Bezirk Centro, außer beim Parken in öffentlichen Stellflächen; Huelva setzt es dieses Jahr um, sofern keine vorherige Genehmigung vorliegt; Las Palmas de Gran Canaria und Estepona kündigen es für die kommenden Monate an. Danach folgen La Línea de la Concepción 2028, Valladolid und Palma de Mallorca 2030 sowie Cuenca 2038. Jede Kommune geht ihr eigenes Tempo, aber alle in dieselbe Richtung.
Benziner verkaufen sich trotz der Zange weiter
Der Markt zeigt derweil keine Paniksignale. Benzinfahrzeuge machen bisher im Jahr 2025 einen Anteil von über 27 % aus, nur knapp hinter den konventionellen Hybriden, die bereits 35,7 % aller Verkäufe stellen. Die daraus gezogene Schlussfolgerung ist unbequem: Außer ein Auto verfügt über eine Art Elektrifizierung, insbesondere Mikro-Hybride mit 48V, die die ECO-Plakette erhalten, ist ihre städtische Nutzung dazu verurteilt, sich einzuschränken. Einen reinen Benziner heute zu kaufen, bedeutet, ein aufgeschobenes Problem zu kaufen. Wenn der Brief vom Rathaus kommt, gibt es nichts mehr zu verhandeln.
Gegenangriff: Frankreich hebt Umweltzonen auf, Gerichte kippen sie in Spanien
Nicht alles ist Resignation. Die französische Nationalversammlung hat die Umweltzonen in einer Abstimmung aufgehoben, bei der Rechtsensrecht, Konservative und die radikale Linke zusammenstimmten, während die Regierung isoliert blieb; der Text muss noch im Rahmen der Gesamtprüfung des Gesetzes zur Vereinfachung des Wirtschaftslebens bestätigt werden. In Spanien hat VOX gefeiert, dass das Oberste Gericht von Madrid ihm recht gegeben und die von Bürgermeister Almeida auferlegten Umweltzonen annulliert hat – ein Urteil, das die Partei als Sieg der Freiheit über Bußgelder darstellt. Manche sehen in diesen Bewegungen den Anfang vom Ende der Verordnung als Instrument. Dagegen spricht das Offensichtliche: Hier legt ein nationales Gesetz den Rahmen fest, und Kommunen fügen Verbote hinzu, ob mit oder ohne richterlichen Segen.
Im Hintergrund schwelt eine noch unbequemere Diskussion: Ob das Alter eines Fahrzeugs tatsächlich seine reale Verschmutzung widerspiegelt. Das verbreitete Argument lautet, dass ein gut gewartetes altes Auto weniger emittieren kann als ein schlecht gepflegtes modernes, und dass messbare Werte schwerer wiegen sollten als das Zulassungsdatum. Das Problem ist, dass kein System konkretisiert wurde, das dies auf der Straße zertifizieren könnte.
Mit geltendem Gesetz, 150 Gemeinden in den Startlöchern und einem Benziner-Anteil, der weiterhin über 27 % liegt, ist zu erwarten, dass die Zange von Stadt zu Stadt und von Plakette zu Plakette enger wird. Was nicht feststeht, ist die Geschwindigkeit. Frankreich hat gezeigt, dass Politik rückgängig gemacht werden kann; spanische Gerichte zeigen, dass schlecht begründete Umweltzonen fallen können. Ob der Zeitplan beschleunigt oder gebremst wird, hängt von etwas weniger Epischem ab: davon, wie viele Menschen bereit sind, das Bußgeld zu akzeptieren.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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