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ZBE im Herbst: B-Plakette entwertet, Eco-Hybride steigen
Die spanischen Niedrigemissionszonen (ZBE) starten nach den Wahlen. Ein Drittel der Pkw ist betroffen, die B-Plakette verliert an Wert und Eco-Hybride werden teurer.
Etwa ein Drittel des spanischen Pkw-Bestands steht kurz davor, administrativ entwertet zu werden. Nicht wegen technischer Mängel oder Laufleistung, sondern wegen einer Plakette. Die Zonen mit niedrigen Emissionen (ZBE) sollten eigentlich schon 2023 in Betrieb sein, doch ihre Einführung wurde kurz vor den Wahlen gestoppt. Es heißt, dass die Kommunen Schilder, Kameras und Bußgelder bis nach der Abstimmung aufgeschoben haben. Im Herbst, so die Einschätzung, kommen sie definitiv. Und wer jetzt ein Auto mit der falschen Plakette kauft, wird dafür bezahlen.
Welche Autos sind von den ZBE ausgeschlossen?
Im Visier stehen Fahrzeuge ohne Umweltplakette und solche mit der B-Plakette. Erstere kennen das Verbot bereits; Letztere noch nicht. Analysen deuten darauf hin, dass eine B-Plakette künftig genauso unerwünscht sein wird wie gar keine Plakette. Heute zahlt man einen Aufpreis für relativ saubere B-Fahrzeuge; dieser Premium wird verschwinden. Das Ergebnis: Ein Diesel aus 1990 mit geringer Kilometerleistung und ein Katalysator-Kleinwagen aus 2010 werden hinsichtlich der Fahrrechte exakt gleich viel wert sein. Die B-Plakette, bisher ein Freifahrtschein, wird zum milden Urteilsspruch.
Was passiert mit den Preisen für alte Autos?
Die vorherrschende Prognose besagt, dass Fahrzeuge ohne Plakette und B-Autos billiger werden, sobald die ZBE tatsächlich eingeführt werden. Die wiederholte Empfehlung lautet: Abwarten. Der überhitzte Markt für Gebrauchtwagen wird platzen. Wer nicht ins Stadtzentrum muss, sollte laut dieser Argumentation jetzt kein eingeschränktes Fahrzeug kaufen.
Andere sehen es anders: Alte Fahrzeuge werden nicht verramscht, sondern behalten ihren Wert. Die Logik ist die eines Gesundheitspasses: Wo man nicht rein darf, existiert der Ort nicht mehr. Man kauft nicht das Auto, das andere wollen, sondern das, das man selbst schätzt. Die defensive Gelassenheit hat jedoch psychologische Kosten: Autos ohne Plakette werden oft als die Ungeimpften der Autowelt bezeichnet.
Der einzige erschwingliche Eco-Hybrid gewinnt an Wert
Wer Zugang zur ZBE sucht, setzt auf Hybride. Günstige Eco-Fahrzeuge, also ältere Toyota-Hybride, werden teurer: Ein Prius von 2010 oder ein Lexus CT200h von 2015 sind heute die einzigen wirklich erschwinglichen Eco-Autos. Honda Insight existieren, sind aber selten. Selbst Autos aus dem letzten Jahrhundert tragen Eco-Plaketten: Toyota verkauft Hybride seit 1997.
Technisch gibt es zwei Punkte zu beachten. Erstens die Batterie: Ihr Zustand muss vor dem Kauf geprüft werden, eine zusätzliche Kontrolle, die es bei Verbrennern nicht gibt. Zweitens der Austausch: Wenn sie ausfällt, sind die Kosten nicht exorbitant, weit entfernt von reinen Elektroautos, deren Batterie mehr kosten kann als das Auto selbst. Eine Anfrage beim offiziellen Service ist ratsam. Und die Laufleistung schreckt nicht ab: Hybride halten Taxiwerte stand.
Die Falle der erworbenen Rechte
Die juristische Beschwerde hat Substanz. Ein Auto war legal und sogar ökologisch vertretbar, als es gekauft wurde. Seine Nutzung später einzuschränken, wirkt wie ein Verstoß gegen die Doktrin der erworbenen Rechte. Der Kontrast ärgert: Ein Rolls-Royce aus den 50ern oder ein Mercedes SL von 1980 ohne Katalysator dürfen ins Zentrum fahren, wenn sie als historisches Fahrzeug registriert sind – trotz Verbrauchs von 10 bis 15 Litern. Der Katalysator-Kleinwagen mit B-Plakette, der nur einen Bruchteil davon emittiert, wird ausgesperrt.
Frankreich hat laxere Regeln als Spanien
Der Vergleich hinkt. Französischen ZBE gelten für Gemeinden mit über 150.000 Einwohnern, während Spanien die Grenze bei 50.000 zieht. In Frankreich sieht man, so Kenner der Materie, häufig Modelle aus den 90ern fahren. Die unbequeme Schlussfolgerung: Die Norm kommt nicht aus Brüssel, sondern stammt aus einem Gesetz, das vom spanischen Kongress verabschiedet wurde.
Kameras, Handel und das Zentrum als Ghetto
Die Umsetzung erfolgt automatisch. In Valencia spricht man von 11 Millionen Euro für über 300 Kennzeichenkameras: Wer hundertmal durch eine gesperrte Zone fährt, bekommt hundert Bußgelder. In Granada wird die ZBE ausgeweitet, Ziel ist die Betriebsbereitschaft Ende des Jahres; in Murcia werden Parkplätze und Fahrspuren entfernt. Der wirtschaftliche Nebeneffekt könnte gravierend sein: Wenn Kunden von außerhalb nicht mehr hinkönnen, verliert der Innenstadt-Handel gegenüber großen Einkaufszentren am Stadtrand.
Und eine pikante Kuriosität: Die Plakette an einer nicht vorgeschriebenen Stelle der Windschutzscheibe anzubringen, ist ein Grund für ein Bußgeld. Eine kleine, sehr spanische Detailregel.
Mit der B-Plakette unter Verdacht, alten Hybriden im Preisrausch und einem Drittel des Bestands markiert, stellt sich die Frage, was der Durchschnittskäufer tun wird, wenn er die Schilder endlich auf der Straße sieht. Die ehrliche Antwort: Niemand weiß es noch. Denn bisher gab es immer einen Ausweg, wenn es ernst wurde. Welcher wird es diesmal sein?
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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