Spanien: Debatte über Abschiebung von Millionen Migranten

Analyse der Lücke zwischen acht Millionen legalen Einwohnern und 2,5 Millionen Beitragszahlern in Spanien.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Spanien: Debatte über Abschiebung von Millionen Migranten
Von 8 Millionen Einwohnern zu 2,5 Beitragszahlern: die Migrationslücke

Die Zahl kursiert in Diskussionen und sozialen Medien: fünfzehn Millionen. Auf dieser Übertreibung basiert eine Frage, die bereits ein eigenes Genre darstellt: Wie würde man aus Spanien ansässige Personen abschieben? Die runde Zahl verdeckt den eigentlichen Kern des Unmuts, der nicht bei fünfzehn Millionen liegt, sondern auf einer Relation beruht. Acht Millionen Ausländer mit legaler Aufenthaltsgenehmigung gegenüber zweieinhalb Millionen ausländischen Arbeitnehmern, die Sozialversicherungsbeiträge zahlen, laut den im Thread wiederholten Berechnungen. Genau diese Diskrepanz wird immer wieder diskutiert und auf alle möglichen Arten interpretiert.

Ab diesem Punkt wandelt sich das Gespräch von einem Klagelied zu einem Übungsfeld für Rechts-, Wirtschafts- und teils sehr fantasievolle Politikgestaltung.

Die Arithmetik: acht Millionen mit Genehmigung, 2,5 Millionen gemeldet

Die verbreitete Berechnung basiert auf drei Blöcken. In Spanien sind 2,5 Millionen ausländische Arbeitnehmer bei der Seguridad Social gemeldet, die meisten in prekären oder schlecht bezahlten Jobs. Hinzu kommen 6.246.000 Personen mit Aufenthaltsgenehmigung, 850.000 Ankömmlinge durch irreguläre Ströme und etwa eine Million mit zeitweiligen Visa. Die Summe, so wird argumentiert, ergibt leicht die acht Millionen legal Anwesenden.

Daraus folgt die häufigste Schlussfolgerung: Wenn nur zweieinhalb Millionen einzahlen, lebt der Rest vom Staat. Die Berechnung unterscheidet nicht nach Genehmigungsart, Alter oder Situation – sie trennt nicht den ohne Vertrag Arbeitenden von dem, der noch nicht arbeitsfähig ist – und genau diese Lücke lässt grobe Schlüsse zu. Die vollständige Aufschlüsselung mit allen Posten und Kreuzungen bleibt unvollständig.

Kann man bereits Verliehenes Staatsbürgerschaft entziehen?

Hier stößt der Plan auf rechtliche Grenzen. Eine der technischsten und schwer zu widerlegenden Einwände erinnert daran, dass jedes Dekret ein zuvor im Congreso verabschiedetes Rahmengesetz erfordert; politischer Wille oder eine vorübergehende Mehrheit reichen also nicht aus. Die Vorschläge gehen weiter: Abschaffung der doppelten Staatsbürgerschaft mit Nicht-EU-Ländern, Entzug der Staatsangehörigkeit bei Besitz einer anderen, sofern keine spanischen Eltern oder Großeltern vorhanden sind, sowie die Einführung des ius sanguinis als einziges Kriterium. Als Vorbild dienen Fälle wie Katar oder die Vereinigten Arabischen Emirate, wo die ausländische Bevölkerung die nationale übersteigt und das System angeblich funktioniert.

Ob dies in die aktuelle Rechtsordnung passt, ist fraglich, und hier gibt es keinen Konsens. Sechs Monate Frist zur Suche eines legalen Jobs, sonst Abschiebung, und dann die alte Frage: Was passiert mit denen, die hier geboren wurden?

Streichung von Hilfen: die Maßnahme mit breitem Konsens

Ein Punkt vereint fast alle Positionen: Ende des Zugangs zu Beihilfen und Diensten für Nicht-Zahler. Keine Subventionen, Gesundheit und Bildung nur für Beitragszahler, Abschiebung beim ersten Delikt und Arbeitsvertrag als einziges Einfallstor. Als Beweis für die Erschöpfung zitiert ein Teilnehmer den SOS-Ruf der Tafeln wegen sinkender Spenden. Dazu kommt das Standardargument: Wenn das System erlaubt, besser ohne Arbeit als mit Arbeit zu leben, kehrt sich der Anreiz um. Dies erklärt auch, warum manche Verträge ablehnen, um Ansprüche nicht zu verlieren.

Wer pflückt die Erdbeeren in Huelva?

Der Konflikt erreicht den Arbeitsmarkt. Eine These besagt, weniger Konkurrenz bei prekären Jobs bedeute höhere Löhne und weniger Unternehmen, die sich mit billiger Arbeitskraft am Leben erhalten. Die Gegenreaktion ist bodenständig: Jemand muss die Erdbeeren in Huelva pflücken, in den Gewächshäusern von Almería arbeiten oder die Tourismussaison abdecken, und dieser jemand entsteht nicht spontan. Von dieser Seite wird vorgeschlagen, Verträge im Herkunftsland abzuschließen und Rückkehr nach Vertragsende. Auch das Argument steht im Raum, dass ein migrantischer Gastarbeiter hier deutlich besser lebt als in seiner Heimat, was jede Grenzschließung zu einem Lebenswandel macht, nicht nur zu einem Verfahren.

Brüssel, Macht und der innere Feind

Zwei Bremsen tauchen immer wieder auf. Die erste ist extern: Jeder solche Plan kollidiert mit der Europäischen Union und dem Menschenrechtsrahmen, daher müsste erst das Verhältnis zu Brüssel neu definiert werden. Die zweite ist intern und unbequemer: Es fehlt die Macht zur Umsetzung, und wer sie hätte, täte nur, was die Macht verlangt – nämlich keine Türen schließen. Dazwischen liegt das Misstrauen gegenüber Nachbarn und Andersdenkenden sowie die Schätzung eines Teilnehmers: Bei ernsthaftem Konflikt würden rund 90% der Neuankömmlinge gehen. Die Rückkehr zur Peseta wird halb scherzhaft, halb ernst erwähnt.

Mit diesen Bausteinen bleibt die Ausgangsfrage – Plan oder Irreversibilität – unbeantwortet. Und es gibt eine Variante, die niemand vollständig klärt: Wenn morgen die Hilfen gestrichen würden und der Markt tatsächlich zahlte, was er verspricht, wie viele der acht Millionen blieben, wie viele gingen und wer dann die Erdbeeren pflückte.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (303 Antworten).

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