Vom Labor zur Lehrstelle: Die Rechnung des Wechsels
Ein Doktor der Molekularbiologie zeigte einer Schulklasse sein Labor. Vor ihm standen die begleitenden Lehrer: entspannt, frei vom Druck von Publikationen und Projekten. Er machte eine Rechnung, und das Ergebnis fiel negativ aus. Fünf Jahre im Labor, 50 Wochenstunden und weniger als 1.500 Euro monatlich, gegenüber einer Stelle im Schuldienst mit 14 Unterrichtsstunden und 2.100 Euro netto. An diesem Tag beschloss er, die Seiten zu wechseln. Das Gehalt eines Berufsschullehrers (FP) und eines spanischen Forschers wird seit Jahren in völlig unterschiedlichen Einheiten bemessen, und die Geschichte dieses Wechsels erklärt warum.
Die Berechnung, die Labor und Klassenzimmer trennt
Der beschriebene Werdegang ist linear: Promotion, fünf Jahre im Labor, 50-Stunden-Wochen, hohe Verantwortung und Gedanken an die Arbeit auch zu Hause. Danach kam die Warteliste für Vertretungslehrer, Stellvertretungen und schließlich eine feste Stelle. Sein eigenes Fazit: etwa 600 Jahresstunden laut Tarifvertrag, Dienstzeit Dienstag bis Freitag, Schuljahr vom 15. September bis 15. Mai, drei volle Monate Ferien und zwei weitere ohne Schüler. Das Gehalt betrug 2.100 Euro netto in vierzehn Monatsgehältern, wobei Juni und Dezember bei rund 4.000 Euro lagen.
Es gibt eine feinere Aufschlüsselung dieser Gleichung — Besprechungsstunden, Aufsichten, regionale Zulagen —, die man vor Schlussfolgerungen genau prüfen sollte. Denn der tatsächliche Kostenfaktor pro Arbeitsstunde ist der Punkt, an dem die meisten Vergleiche zwischen öffentlichem und privatem Sektor scheitern.
Wie viele Unterrichtsstunden sind in Spanien üblich?
Vierzehn Wochenstunden direkten Unterrichts entsprechen nicht dem Standard. Der übliche Bereich liegt je nach Bundesland (Comunidad Autónoma) zwischen 18 und 19 Stunden, und manche weisen darauf hin, dass sich auch das Gehalt ähnlich verhält: In Barcelona und Valencia verdient man deutlich weniger als in anderen Regionen. Es gibt noch extremere Fälle wie die staatlichen Sprachenschulen (Escuelas Oficiales de Idiomas), wo die Unterrichtspflicht nur 12 Stunden beträgt.
Am anderen Ende steht die Universität. Basierend auf der Erfahrung eines Assistenten am Mathematik-Institut der Complutense-Universität heißt es, dass eine ordentliche Professorin manchmal nur drei Wochenstunden über drei Monate hatte und den Rest des Jahres einer Forschung widmete, die laut dieser Darstellung kaum stattfand, bei 2.400 Euro monatlich in vierzehn Zahlungen. Dies ist ein Erfahrungsbericht, keine Prüfung, aber er zeigt die Untergrenze des Systems.
Wer bezahlt die Stellen, die niemand anfassen will?
Der klassische Einwand kommt schnell: Wenn alle Staatsdiener wären, wer trägt dann die Kosten? Befürworter des öffentlichen Dienstes antworten mit dem Argument des Nutzen-Kosten-Verhältnisses — eine Leistung gegen ein Gehalt — und internationalen Vergleichen. Ein Nutzer bringt ein, dass Korea einen Beamtenanteil von 8 % und Japan von 5,9 % hat, Zahlen, die er nutzt, um zu argumentieren, dass ein Staat mit weniger Personal im öffentlichen Dienst funktionieren kann.
Die andere Seite ist die Verschuldung. Bei einer Quote zum BIP, die ein Nutzer bei etwa 120 % ansiedelt, und einer Zentralbank, die irgendwann aufhören könnte, Staatsanleihen zu kaufen, lautet die häufigste Aussage, dass niemand unersetzlich sei. Die Gegenposition liefert die eigene Erfahrung: Der öffentliche Sektor ist auch der Ort, an dem man pünktlich bezahlt wird, wenn anderswo nichts mehr geht.
Das Vorbild von 2008: Auch Beamte sind nicht unverwundbar
Eine feste Stelle schützt vor Entlassung, nicht vor Kürzungen. In 2008 und den folgenden Jahren gab es, wie sich ein Nutzer erinnert, Lohnkürzungen, Einfrieren der Bezüge nominal und Einbehaltung von Sonderzahlungen über mehrere Jahre. Wer heute Unverletzlichkeit betont, sollte sich an diese Jahre erinnern, ebenso an qualifizierte Ingenieure, die im Ausland in ungelernten Jobs landeten.
Manche Beschäftigte im öffentlichen Dienst verteidigen sich selbst damit: Schichten ohne Abwesenheit, null Krankmeldungen, Aufgaben außerhalb des Tarifvertrags. Es gebe, sagen sie, eine laute Minderheit, die sich auf Kosten anderer ausruht und das Bild aller trübt. Statistiken zu dieser Minderheit wurden nie veröffentlicht.
Die andere Seite: Sekundarstufe ist nicht Berufsausbildung
Der stärkste Gegenpunkt kommt von denen, die den Unterricht aus eigener Erfahrung kennen. In der Berufsausbildung (Formación Profesional, FP) sind die Schüler meist volljährig und der Lehrplan spezifisch, was die Belastung senkt. In der Sekundarstufe I (ESO) und Oberstufe (Bachillerato) mit schwierigen Klassen ändert sich dies so sehr, dass von einem „Leben im Tod“ („gloria en vida“) gesprochen wird. Hinzu kommt der Weg: Mehr als zwanzig Jahre Unterricht mit jeweils einer Stunde Hin- und Rückfahrt zum Zentrum ist nicht die idyllische Szene, die oft verkauft wird.
Was die Daten nicht klären
Eine Zahl verwirrt mehr als jede andere. Der Autor gab zu, die Aufnahmeprüfung (Oposición) fast ohne Vorbereitung bestanden zu haben, weil ihm ein Thema zufiel, das er aus seiner Promotion kannte, und der Prüfer es nicht tiefgehend kennen musste. Mit 600 Jahresstunden Unterricht, drei Monaten Urlaub und einer Stelle fünf Minuten von zu Hause entfernt fällt die Bilanz sehr positiv aus. Die unbequeme Frage ist nicht, ob die Rechnung stimmt, sondern wie viele Menschen durch Verdienst und wie viele durch Zufall zu dieser Bilanz kommen.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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