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Spanien bringt ethnische Quoten im öffentlichen Dienst auf EU-Agenda
Irene Montero setzt die Vertretung ethnischer Gruppen in Ämtern auf die Agenda der spanischen EU-Ratspräsidentschaft.
Montero eröffnet EU-Debatte über ethnische Vertretung im öffentlichen Dienst
Die geschäftsführende Gleichstellungsministerin Irene Montero hat ein unerwartetes Thema auf die Agenda der spanischen Ratspräsidentschaft gesetzt: die Vertretung von „Menschen afrikanischer Herkunft und anderen ethnischen Gruppen in öffentlichen Ämtern“. Dies ist keine spontane Idee, sondern eine der erklärten Prioritäten des Ministeriums für Gleichstellung während der rotierenden Amtszeit Spaniens. Das Thema wird bei einer Konferenz über „Antirassismus in der Europäischen Union“ am 2. und 3. November behandelt. Wie formuliert, spricht der Vorschlag nicht von Verdiensten, Prüfungen oder Auswahlverfahren, sondern von Repräsentation. Genau hier bricht der Konsens zusammen.
Worüber genau debattiert wird und mit welchen Zahlen
Der offizielle Ansatz besagt, dass öffentliche Ämter die Zusammensetzung der Gesellschaft widerspiegeln sollen. Das Problem liegt in der praktischen Umsetzung. Wenn dies zu Quoten führt, wechselt das Auswahlkriterium von Kompetenz zur Kategorie im Zensus. Befürworter argumentieren, dass Unterrepräsentation sich ohne Quoten nicht selbst korrigiert; Gegner betonen, dass feste Prozentsätze nach Herkunft den öffentlichen Dienst in eine Verteilung statt in eine Auswahl verwandeln.
Der Kalender der Präsidentschaft umfasst zwei weitere Meilensteine: eine Konferenz über „sens und reproduktive Rechte“ im September mit Fokus auf Sensual sowie ein informelles Treffen der Gleichstellungsministerinnen und -minister in Pamplona am 23. und 24. November, das sich dem Kampf gegen Gewalt gegen Frauen widmet.
Politisches Szenario, das die Veranstaltung ohne Ministerin lassen könnte
Es ist unklar, wer nach Pamplona reisen wird. Der PP-Vorsitzende Alberto Núñez Feijóo wird voraussichtlich im September die Vertrauensabstimmung (Investidura) durchlaufen. Scheitert er, beginnt die Frist für Neuwahlen im Dezember oder Januar, es sei denn, Pedro Sánchez erreicht zuvor die Investidura. Bleibt die Regierung geschäftsführend, wäre Montero die spanische Vertreterin auf diesem hochrangigen europäischen Treffen.
Gesetz „Nur Ja heißt Ja“ erreicht Brüssel mit 1.155 Strafreduzierungen
Das kritischste Thema ihrer Amtszeit reist mit ihr. Laut dem Allgemeinen Rat der Justizgewalt (Consejo General del Poder Judicial) hat das Gesetz „Nur Ja heißt Ja“ bereits dazu geführt, dass 1.155 Vergewaltiger, Pädophile und sens Missbrauchstäter ihre Strafen reduziert bekamen und 117 vorzeitig freikamen.
Internationale Gremien haben deutlich Stellung bezogen. Der UN-Ausschuss gegen Folter nannte das Gesetz als eines der „Hauptanliegen“ bezüglich Spanien und forderte Maßnahmen zur Behebung unerwünschter Folgen bei Urteilsüberprüfungen. Die UN-Sonderberichterstatterin für Gewalt gegen Frauen, Reem Al Salem, verlangte eine Überwachung der „tatsächlichen Auswirkungen vorzeitiger Freilassungen auf das Leben der Opfer“ und Garantien für deren Schutz. Sie bedauerte, dass das Gesetz nicht rückgängig gemacht werden kann und Ressourcen für eine korrekte Anwendung fehlten, wodurch bis zu einem Drittel der Opfer ohne Entschädigung blieben.
Auch das Europäische Parlament äußerte sich. Ein Bericht einer Delegation, die im Februar Spanien besuchte, forderte wegen des sozialen Alarms eine „dringende Änderung“ der Norm. Dieser Besuch lag vor der vom Kongress verabschiedeten Reform auf Betreiben der PSOE, die dennoch laufende Urteilsüberprüfungen, Strafmilderungen und Freilassungen nicht verhindert.
Das meritokratische Argument und seine unbequeme Variante
Der häufigste Einwand ist nicht rassistisch, sondern prozedural: In öffentlichen Ämtern erwartet man Kompetenz, und Quoten nach Herkunft garantieren dies nicht. Der dahinterliegende Verdacht lautet, dass Verdienst nie das eigentliche Kriterium war und Quoten nur offenlegen, was ohnehin schon geschah. Manche behaupten, die genaue Berechnung, wie viele Positionen per Ernennung versus Prüfung besetzt werden, ergibt überraschende Zahlen.
Was noch zu sehen bleibt
Mit ungeklärter Investidura und festgelegtem EU-Kalender wird die Debatte über ethnische Quoten wahrscheinlich stattfinden, unabhängig davon, ob Montero teilnimmt. Ob die Novemberkonferenz mehr als Absichtserklärungen hervorbringt, ist fraglich, da Mitgliedstaaten seit Jahren verbindliche Verpflichtungen zur Repräsentation vermeiden. Wer eine Richtlinie erwartet, sollte sich setzen.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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