Spanien: AVE fuhr 25 km mit stehendem Zug auf dem Gleis

Der AVE bei Urda fuhr 25 km mit einem vor ihm stehenden Zug und bis zu 236 km/h, ohne LZB und mit Genehmigung der Leitstelle. Mehr als 60 Tote.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Spanien: AVE fuhr 25 km mit stehendem Zug auf dem Gleis
Der AVE bei Urda fuhr 25 Kilometer mit einem vor ihm stehenden Zug

Das automatische Zugsicherungssystem LZB war außer Betrieb. Der AVE, der in Urda auf den Iryo auffuhr, erhielt die Erlaubnis weiterzufahren, obwohl ein Zug auf dem Gleis stand, so die ersten journalistischen Rekonstruktionen. Was danach kam, war kein Sekundenfehler: Der Zug legte **25 Kilometer** zurück und erreichte nach der Weiterfahrt Durchschnittsgeschwindigkeiten von bis zu **236 km/h**, so die Rekonstruktion von El Español. Bei hellem Tageslicht, auf gerader Strecke. Niemand bremste.

Der Unfall ereignete sich am **Kilometer 119+700** der Schnellfahrstrecke Madrid-Sevilla in Urda (Toledo) und forderte mehr als 60 Todesopfer, erste Schätzungen gingen von 68 aus. Die Kalender-Koinzidenz ist eine, die Misstrauen nährt: der **28. Oktober**, Tag der Eisenbahn, an dem sich die erste Bahnfahrt Barcelona-Cancelar zum 178. Mal jährte. Und neun Monate und elf Tage nach dem Unfall von Adamuz.

Wer dem AVE die Weiterfahrt mit normaler Geschwindigkeit erlaubte

Minister Óscar Puente enthüllte ein Detail, das den Rahmen des Unglücks verändert: **Ein anderer Lokführer korrigierte die Leitstelle** und wies darauf hin, dass nicht mit normaler Geschwindigkeit, sondern nur mit Sichtfahrt von rund 40 km/h gefahren werden dürfe. Das heißt, der falsche Befehl existierte, und jemand außerhalb der Kommandostelle bemerkte ihn. Die Frage ist, warum diese Korrektur den Zug nicht rechtzeitig erreichte.

Die befragten Quellen bestehen auf derselben Anomalie: Der Fahrdienstleiter sah einen stehenden Zug auf dem Gleis und einen sich nähernden, traf aber keine Entscheidung. Der AVE-Lokführer hatte ohne LZB kein computergestütztes System, das ihn vor einem vorausfahrenden Zug warnt; er konnte sich nur auf die Angaben aus Atocha verlassen. Und die lauteten offenbar: weiterfahren.

Der Lokführer und der Zugbegleiter: Was bekannt ist

Der Lokführer des AVE 2080 wurde als **Antonio Acedo** identifiziert, geboren 1990 in Madrid, Sohn und Enkel von Eisenbahnern, wie aus seinem eigenen Blog hervorgeht. Von ihm fehlt jedes Lebenszeichen. Die Praktikantin, die ihn im Führerstand begleitete, starb. Dem Zugbegleiter geht es gut, er erlitt nur Schürfwunden. Die Zerstörung des Führerstands und das Schweigen sind mit einem tödlichen Ausgang vereinbar, er lässt sich aber nicht bestätigen.

Der stehende Iryo und das Neun-Monate-Muster

Der Iryo hatte der Leitstelle gemeldet, dass er stehe. Diese Kommunikation fand statt. Vor diesem Hintergrund lässt sich die Unterlassung, dem AVE den Stopp zu befehlen, kaum noch als bloße Fehlerkette darstellen. Manche verweisen auf ein kaskadenartiges Versagen der Verfahren; andere direkt auf das Konzept einer von mehreren Betreibern gemeinsam genutzten Strecke.

Der Präzedenzfall wiegt schwer: **Der Iryo war bereits in Adamuz beteiligt**, und nun hier. Die zeitliche Übereinstimmung — neun Monate und elf Tage — hat Verschwörungstheorien in den Netzwerken befeuert, mit Zahlenrechnungen, die überall 11 ergeben: 28+10, die zwei Züge, der Punkt 119. Kabbalistische Arithmetik erklärt nichts, aber das eisenbahntechnische Muster verdient durchaus eine Überprüfung.

Die DANA, der 29. Oktober und der Tag der Ertrunkenen

Die Tragödie der DANA (Unwetterkatastrophe) in Valencia und Albacete ereignete sich am 29. Oktober, dem Tag der Ertrunkenen. Dieses Unglück am 28., dem Tag der Eisenbahn. Zwei Katastrophen an markanten Kalendertagen mit einem Jahr Abstand. Manche halten es für unwahrscheinlich, dass beide Übereinstimmungen Zufall sind, doch die Statistik von Daten hält immer Überraschungen bereit.



Bleibt die Frage, die der Minister selbst beantworten sollte: Wer autorisierte den AVE 2080 zur Weiterfahrt, und welche Informationen erhielt Acedo vor dem Zusammenstoß? War die Genehmigung falsch, verlagert sich die Verantwortung vom Lokführer zur Leitstelle. Und der Lokführer kann es vorerst nicht erzählen.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (88 Antworten).

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