Spanien: Abnutzungskrieg zwischen Sánchez und Ayuso

Der Machtkampf zwischen Premierminister Pedro Sánchez und Isabel Díaz Ayuso eskaliert durch Korruptionsskandale in ihren Umfeldern.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Spanien: Abnutzungskrieg zwischen Sánchez und Ayuso
Spanien: Abnutzungskrieg zwischen Sánchez und Ayuso

Wer fällt zuerst, Sánchez oder Ayuso? Diese Frage bleibt seit 925 Tagen unbeantwortet und hat bereits 144 Antworten in einem Politikforum generiert. Was als Streit zweier Anführer über die Geschäfte ihrer Partner begann, ist zu einem Abnutzungskrieg geworden, in dem keiner der beiden bereit scheint, nachzugeben.

Der Auslöser war der Fall um Ayusos Freund Alberto González Amador, der wegen Steuerbetrugs und Verträgen mit der Autonomen Gemeinschaft Madrid ermittelt wird. Die Präsidentin von Madrid veröffentlichte ihre Hotelrechnung aus der Pandemiezeit nach den Vorwürfen von Sarasola. Die PSOE konterte mit dem Koldo-Fall, der Ábalos, Armengol und das Umfeld von Sánchez belastet. Auch die Ehefrau des Premiers, Begoña Gómez, und ihr Bruder stehen im Fokus der Justiz.

Ayusos Freund und die Rechnung des Streits

Der Fall um Ayusos Freund Alberto González Amador ist das Epizentrum des Bebens. Er wird wegen Steuerbetrugs und öffentlicher Aufträge mit der Autonomen Gemeinschaft Madrid untersucht, obwohl die Daten zeigen, dass die Verträge vor seiner Beziehung zur Präsidentin lagen. Ayusos Verteidigung besteht darauf, dass kein Vergleich möglich sei: „Mein Freund ist ein Gauner wegen seiner Geschäfte auf eigene Faust, ohne dass ich mich strafbar mache“, fasst ein Teilnehmer zusammen. Die Präsidentin veröffentlichte ihre Hotelrechnung aus der Pandemie, nachdem Sarasola behauptet hatte, sie nicht finden zu können.

Das Oberste Gericht hat den ermittelnden Richter aufgefordert, den Generalstaatsanwalt zu veranlassen, Ayusos Partner als Zeugen zu laden. Der Druck der Justiz lässt nicht nach. Auf der sozialistischen Seite wird Sánchez' Ehefrau Begoña Gómez wegen Einflussnahme und Korruption im Rahmen ihres Lehrstuhls angeklagt. Auch der Bruder des Premiers wird untersucht. Der Generalstaatsanwalt und sein Stellvertreter José Luis Ábalos sind in den Koldo-Fall verwickelt.

Koldo, Ábalos und das Netz, das Moncloa belastet

Der Koldo-Fall ist die andere Säule des Skandals. Das Korruptionsnetzwerk beim Kauf von Masken während der Pandemie betrifft laut Teilnehmerangaben elf Ministerien. Ábalos, ehemaliger Generalsekretär für Organisation der PSOE, ist angeklagt. Sánchez' Ehefrau, ihr Bruder, der Generalstaatsanwalt und sein Stellvertreter vervollständigen ein Bild, das nach Ansicht der Kritiker jede Unregelmäßigkeit bei Ayuso weit übertrifft.

„Elf Ministerien involviert, und wir sprechen hier nicht nur von Steuerbetrug, sondern von politischer Korruption, Einflussnahme, Unterschlagung und Geheimnisverrat“, so eine Analyse. Der Größenvergleich ist der Kern der Debatte: Während der Ayuso-Fall auf eine Privatperson ohne öffentliche Aufträge beschränkt ist, betrifft der Sánchez-Fall Staatsinstitutionen.

Die Strategie der Polarisierung

Polarisierung ist der Treibstoff dieses Krieges. „Sánchez und Ayuso sind jetzt genauso nötig, um die Polarisierung und den Bürgerkriegsgeist zu schüren, wie es notwendig sein wird, dass beide um 2030 fallen“, merkt eine Analyse an. Auch die Theorie des Eigenbeschusses kursiert: Es wird behauptet, Ayuso habe die Büchse der Pandora geöffnet, indem sie ihr Umfeld dazu brachte, den Koldo-Skandal anzuprangern, um sich für die PSOE-Angriffe auf ihren Bruder zu rächen; nun weint sie, weil es gegen sie zurückkehrt.

Die Medienmaschinerie spielt eine Schlüsselrolle. Laut Kritikern kontrolliert Sánchez die Erzählung in genehmen Medien, die Staatsanwaltschaft und den Staatsapparat. Ayuso zählt auf Unterstützung durch konservative Medien und Israel, so einige Nachrichten. Der Kampf wird auch in Talkshows geführt: Alsina habe Ayuso in Bedrängnis gebracht, als er über die Straftaten ihres Freundes sprach, so ein zitierter Tweet.

Wer hat mehr zu verlieren?

Die Million-Dollar-Frage. Ayusos Anhänger argumentieren, man habe nichts gegen sie in der Hand: weder bezüglich ihres verstorbenen Vaters, ihrer Mutter, ihres Bruders noch ihres Ex-Mannes. „Isabel ist sauber, transparent, ehrlich, unsere große weiße Hoffnung“, heißt es in einer Nachricht. Kritiker entgegnen, ihr Freund sei wegen Betrugs angeklagt und sie selbst werde wegen irregulärer Verträge untersucht.

Auf sozialistischer Seite ist die Lage laut Analysen ernster. Sánchez' Ehefrau ist angeklagt, ihr Bruder ebenfalls, der Generalstaatsanwalt und sein Stellvertreter Ábalos stehen unter Beobachtung. „Sánchez hat Dreck am Stecken, der einen Zug aufhalten könnte“, fasst ein Teilnehmer zusammen. Die Frage ist nicht, wer korrupter ist, sondern wer dem medialen und juristischen Druck länger standhält.

Unsichere Zukunft

Keiner der beiden scheint zum Rücktritt bereit. Sánchez hat erklärt, die Legislaturperiode unabhängig vom Haushalt abzuschließen. Ayuso will Neuwahlen in Madrid ausrufen, falls die Situation eskaliert, so Gerüchte. „Sánchez ist so dumm, dass er Ayuso zwingen wird, Neuwahlen auszurufen und die PSOE in Madrid auf das Niveau von Podemos in Galicien zu drücken“, prophezeit eine Analyse.

Die einzige Gewissheit ist, dass der Krieg weitergeht. Beide stehen noch aufrecht, beide feuern weiter. Die Frage, wer zuerst fällt, bleibt unbeantwortet. Und währenddessen schaut Spanien diesem Spektakel zu. Trockene Ironie: Wäre dies eine Serie, wäre sie längst für mehrere Staffeln verlängert worden.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (144 Antworten).

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