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Pizpi Gisbert und die demokratische Apokalypse in Spanien
Pizpi Gisbert bezeichnet sich als Demokrat, doch Kritiker werfen ihm vor, das allgemeine Wahlrecht perpetuiere genau das System, das er bekämpft.
Pizpi Gisbert und die demokratische Apokalypse in Spanien
Ein System, das es jedem erlaubt zu wählen, ist keine Demokratie, sondern eine Memokratie. Zu diesem Schluss kommt man nach der letzten öffentlichen Intervention von Pizpi Gisbert, dem spanischen Kommentator, der von gramscianischen Kulturkämpfen zur Verkündigung der bereits eingetretenen Apokalypse übergegangen ist. Die Paradoxie ist bemerkenswert: Wer einst Schüler des Verfassungsjuristen Antonio García-Trevijano war, einem Kritiker des Regimes seit 1978, verteidigt nun ein System, das laut Kritikern genau das zementiert, was er zu bekämpfen vorgibt.
Der demokratische Wandel eines Erben Trevijanos
Gisbert präsentiert sich als Demokrat. Hier beginnt das Problem. Sein Mentor Trevijano schlug Einperson-Wahlkreise mit imperativem Mandat vor, verweigerte aber das Wahlrecht für alle. Kritiker argumentieren, Gisbert habe die Doktrin verwässert zu einem magischen System, in dem ein Zettel in der Urne alles löse. Parteikratie besiege man nicht durch Ausweitung des Wählerverzeichnisses, sondern durch Einschränkung auf qualifizierte Bürger. «Man kann nicht jedem Hirnlosen das Wahlrecht geben», fasst eine verbreitete Ansicht zusammen. Begriffe wie Wahlaristokratie oder qualifiziertes Stimmrecht stehen für eine Rückkehr zu Qualitätsfiltern der Demokratie.
Gisbert und Sequera: Eine billige Kopie der kulturellen Hegemonie
Manche sehen in Gisbert eine Zweitversion von Seque, einem Theoretiker der gramscianischen Hegemonie. Der Vorwurf ist doppelt: Er wiederholt fremde Ideen und kommt zu spät. Viele betreiben seit Jahren Cyber- und Straßenaktivismus, ohne dass ein Kommentator erklären muss, warum junge Spanier zunehmend Optionen wählen, die Pogre unbequem sind. Dieser Erfolg gehört der Realität, nicht Gisbert oder Sequera. Die Abneigung gegen seine Selbstinszenierung als Demokrat rührt daher, dass er im Kern nichts ändern will. Memokratie, Herrschaft durch Memes und hohle Slogans, ist der Krebs, der uns hierher gebracht hat.
Was schlägt Gisbert wirklich vor, um der Memokratie zu entkommen?
Gisberts Vorschlag behält das allgemeine Wahlrecht für spanische Bürger bei, führt aber ein Mehrheitswahlrecht ein, um die Macht der Parteien zu brechen. Ohne Qualitätsfilter könnte dies noch volatiler werden. Kritiker sagen, Gisbert habe seine Hausaufgaben nicht gemacht: Er verwechselt Form (Wahlkreise, Mandat) mit Substanz (Wer wählt und worauf basierend?). Trevijano war zumindest kohärent: Er wollte ein Präsidialsystem mit Gewaltenteilung, aber nie, dass funktionale Analphabeten über die Einkommensteuer entscheiden sollten. Die detaillierte Analyse zeigt eine überraschende Kluft zwischen Gisberts Selbstdarstellung und seinen tatsächlichen Vorschlägen.
Die Apokalypse ist da: Eine Prophezeiung, die niemand hören will
Gisberts Titel ist keine Metapher. In seiner Erzählung ist die Apokalypse eingetreten: Repräsentative Demokratie ist tot, Parteien produzieren leeren Konsens, Bürger schauen ihrem Niedergang zu. Die Frage bleibt, ob seine Lösung – mehr direkte Demokratie, weniger Vermittler – die Katastrophe beschleunigt. Wenn das Volk vom System verdummt wurde, warum ihm dann mehr Macht geben? Die unbequeme Antwort deutet darauf hin, dass das Ziel vielleicht nicht die Ermächtigung des Volkes ist, sondern der Austausch einer Elite durch eine andere.
Letztlich ist die Diskussion über Gisbert eine Diskussion über uns selbst. Wenn die Apokalypse schon da ist, warum wählen? Und wenn der einzige Ausweg darin besteht, nicht länger an Retter zu glauben, die versprechen, das System von innen zu reparieren?
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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