Sozialer Wohnungsbau zu Marktpreisen: Sánchez' Geschäft in Spaniens Kleinstädten

Spaniens Regierung bringt 1.200 öffentliche Wohnungen auf den Markt, doch viele werden in Orten mit unter 10.000 Einwohnern für über 1.000 Euro vermietet. Von den versprochenen 300.000…

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Sozialer Wohnungsbau zu Marktpreisen: Sánchez' Geschäft in Spaniens Kleinstädten
Regierung vermietet öffentliche Wohnungen für über 1.000 Euro in Orten mit 8.000 Einwohnern

Sozialer Wohnungsbau? Eher Vermietung zu Marktpreisen. Ministerpräsident Pedro Sánchez feierte am Montag den Start von 1.200 öffentlichen Wohnungen über die staatliche Gesellschaft Casa 47, doch die Preise auf deren Website haben mit bezahlbarem Wohnraum wenig zu tun. In Vidreres (Provinz Girona, 8.860 Einwohner) kostet eine Dreizimmerwohnung 1.012 Euro im Monat. In San Antonio de Benagéber (Valencia, 11.000 Einwohner) erreicht eine Vier-Zimmer-Wohnung 1.066 Euro. Das sind keine Einzelfälle: Viele Mieten liegen bei oder über 1.000 Euro, selbst in kleinen Gemeinden.

Nicht eingehaltene Versprechen

Die Zahl von 1.200 Wohnungen steht in scharfem Kontrast zu den vor acht Jahren versprochenen 300.000. Die Opposition wies umgehend auf die Diskrepanz hin, doch die Regierung beschränkte sich darauf, ihr Engagement zu betonen. Währenddessen steigen die Mieten weiter, und die staatlichen Lösungen scheinen eher auf Einnahmen als auf bezahlbaren Wohnraum ausgelegt. In Orten wie Barakaldo, wo die Mieten wegen der Einstufung als angespannter Markt eingefroren sind, kostet eine zentrumsnahe Dreizimmerwohnung 600 Euro, doch die Mieter können keine Anpassung erreichen. Ironischerweise profitieren von der staatlichen Regulierung gerade diejenigen nicht, die sie am dringendsten bräuchten.

Der Preis des Lebens auf dem Land

Manche verteidigen die Preise damit, dass kleine Gemeinden nahe Großstädte Zufluchtsorte für Besserverdiener geworden seien. Die Daten zeigen jedoch, dass selbst in Orten mit unter 10.000 Einwohnern die Mieten öffentlicher Wohnungen über dem Landesdurchschnitt liegen. Die Frage ist, ob das Wohnungsbauministerium mehr an der Staatskasse als an der Lösung der Krise interessiert ist. Bislang ist das Ergebnis: Öffentlicher Wohnungsbau ist zu einem Geschäft wie jedes andere geworden, mit Preisen, die nichts Soziales mehr haben.

Lösung oder neues Problem?

Die Strategie der Regierung scheint darin zu bestehen, Wohnungen zu Marktpreisen anzubieten, sie aber als „öffentlich“ zu etikettieren. Der Skepsis wächst: Wer kann in einem Ort mit 8.000 Einwohnern, wo die Durchschnittslöhne unter denen der Großstädte liegen, 1.000 Euro Miete zahlen? Die Antwort: nur sehr wenige. Währenddessen sind aus den versprochenen 300.000 Wohnungen 1.200 geworden. Vielleicht bleibt als nächster Schritt nur das Gebet, dass sich der Markt von selbst reguliert, denn die staatliche Intervention hilft nicht.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (35 Antworten).

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