Mietwohnung in Madrid für 140.000 Euro kaufen – ohne sie je betreten zu haben

140.000 Euro, 20.000 Euro Anzahlung und eine Wohnung im vierten Stock ohne Aufzug: Die Immobilie in Madrid ist vermietet und der Innenraum kann nicht besichtigt werden.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Mietwohnung in Madrid für 140.000 Euro kaufen – ohne sie je betreten zu haben
Vermietete Wohnung in Madrid für 140.000 Euro – Besichtigung nicht möglich

Eine Anzeige mit vier Zeilen und einem verlockenden Preis: 140.000 Euro, 20.000 Euro Anzahlung, in Madrid. Für ein junges Paar, das seit Jahren Immobilienportale durchforstet, klingt die Summe nach einem Wunder – bis man den Rest liest. Denn die Wohnung ist vermietet, und die Anzeige warnt vor etwas, das eigentlich genügen sollte, um den Tab zu schließen: Eine Besichtigung des Innenraums ist nicht möglich.

Die Immobilie passiert den ersten Filter eines Käufers mit knappem Budget: ein moderater Preis für die Hauptstadt. Bei allem anderen fällt sie durch. Es ist eine Wohnung im vierten Stock ohne Aufzug, das Innere wird nicht gezeigt, und jemand wohnt bereits dort – mit einem laufenden Mietvertrag. Die Frage ist einfach: Ist das eine Gelegenheit oder ein Problem mit Hypothek?

Warum kann die Wohnung nicht besichtigt werden?

Weil der Mieter es nicht erlaubt. Der Text sagt es ungeschminkt: Es finden keine Besichtigungen statt und der Innenraum ist nicht zugänglich, weil der Mieter nicht zustimmt. Dem Käufer bleibt nur ein Grundriss, um sich ein Bild vom tatsächlichen Zustand zu machen. Keine Fotos vom Wohnzimmer, vom Bad oder von der Küche.

Dort beginnt die Spekulation. Manche halten es für sicher, dass die Wände abblättern, Feuchtigkeit haben und der Boden in schlechtem Zustand ist – obwohl nichts davon in der Anzeige steht: Das ist eine Vermutung, kein Fakt. Der Vergleich, der die Runde macht, ist der des Gebrauchtwagens, der nur von der guten Seite fotografiert wird. Ohne Besichtigung weiß niemand, was er kauft.

Der Mieter, der im Preis inbegriffen ist

Die Miete beträgt 400 Euro im Monat. Sie ist die einzige bekannte Einnahme der Immobilie und zugleich der Ursprung des Problems: Der Vertrag läuft weiter, und es gibt keinen klaren Zeitrahmen, um die Wohnung zurückzubekommen. Kaufen bedeutet nicht einziehen können – und diese Lücke lässt sich in Jahren messen.

Das gefürchtete Szenario ist der Mieter, der die Zahlungen einstellt und den Kauf in ein langwieriges Räumungsverfahren verwandelt. Manche beziffern es sogar –99-prozentige Wahrscheinlichkeit, ist zu lesen–, andere fassen es ohne Zahlen zusammen: Man bekommt eine Wohnung und einen Bewohner zum selben Preis. Es ist ein unterstelltes Risiko, keine Gewissheit, aber es erklärt, warum Käufer mit vorhandenem Geld lieber woanders hinschauen.

140.000 Euro und eine Hypothek, die nicht kommt

Eine vermietete Wohnung, die nicht besichtigt werden kann, ist heikles Material für eine Bank. Das immer wieder wiederholte Argument: Die Finanzierung wird kompliziert – ohne den Innenraum prüfen oder den Besitz garantieren zu können, will sich das Institut nicht darauf einlassen. Die praktische Folge: Man braucht den vollen Betrag – die 140.000 Euro plus die Grunderwerbsteuer (ITP) – und nicht nur die 20.000 Euro Anzahlung.

Und dann stellt sich die zweite Frage, die wirklich unbequem ist: Sind 140.000 Euro zu viel für ein junges Paar? Der Preis allein scheint für zwei Durchschnittsgehälter erreichbar. Unerreichbar macht ihn das Gesamtpaket: vierter Stock ohne Aufzug, Bargeld im Voraus und ein Mieter in der Wohnung. Die Anzahlung von 20.000 Euro ist der einfache Teil. Den Rest zahlt man in Geduld.

Zwei Gehälter, 140.000 Euro und ein Grundriss als einziger Beweis dafür, was sich im Inneren befindet. Genau das ist der Eintrittspreis in den Madrider Wohnungsmarkt für alle, die gerade anfangen.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (31 Antworten).

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