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Soto Ivars und die Theorie der aus Russland oder China ferngesteuerten Krawalle
Soto Ivars führt die Krawalle in Barcelona auf einen 'hybriden Angriff' Russlands oder Chinas zurück. Die vorherrschende Analyse widerspricht dem: keine Beweise und keine Passung…
Soto Ivars macht Russland oder China für die Krawalle in Barcelona verantwortlich
Ein Tweet von Juan Soto Ivars behauptet, was in Barcelona geschah, sehe aus wie 'ein unglaublicher hybrider Angriff': ein massenhafter Aufruf in sozialen Medien mit frisch erstellten Konten, ein Profil namens 'blocus' und plötzlich eine Gruppe 'aktivierter' Migranten, die Chaos anrichtet. Der Schriftsteller fragt sich, aus welchem ausländischen Land, 'mit Wodka oder grünem Tee', der Anstoß kommen würde. Die Frage, halb im Scherz gestellt, löste binnen Stunden eine Debatte darüber aus, wer eine Nacht der Krawalle in einer europäischen Hauptstadt wirklich organisiert.
Die überwiegende Reaktion war Skepsis. Nach mehreren kursierenden Analysen haben Russland und China keine Fähigkeit, die in Katalonien ansässige Migrantenbevölkerung zu mobilisieren, geschweige denn diejenige, die aus Frankreich oder Marokko kommt. Die Alternative, die sich am stärksten durchsetzte, war die gegenteilige: Krawalle wie immer, mit Gewalt als politischer Methode, nun mit migrantischen Teilnehmern, weil die einheimischen Jugendlichen nach rechts gedriftet seien. Der Verdacht einer hybriden Operation bleibt vorerst ohne jeden Beleg.
Der 'hybride Angriff' und die Manie, einen äußeren Patron zu suchen
Das Konzept des hybriden Angriffs — Desinformation, gefälschte Konten, Straßenagitation — ist Vokabular aus einem Verteidigungshandbuch. Es auf eine Nacht brennender Müllcontainer anzuwenden, erfordert mehr als ein Profil mit suggestivem Namen. Im Austausch wurde daran erinnert, dass die Kommissionspräsidentin der EU selbst, Ursula von der Leyen, das Migrationschaos Russland und Belarus zugeschrieben hatte, und dass auch diese Zuschreibung umstritten ist: Manche halten die EU selbst mit Schengen und ihren Richtlinien für die Ursache des Zustroms. Die Übereinstimmung der Erzählungen beweist nichts, veranschaulicht aber eine Gewohnheit: Wenn etwas außer Kontrolle gerät, wird ein ausländischer Patron gesucht.
Der am häufigsten geäußerte Einwand betraf die Größenordnung. Warum sollten Moskau oder Peking Barcelona destabilisieren wollen und dies mit anonymen Konten auf Spanisch tun, die zu Plünderungen aufrufen? Die Liste der Krawalle der letzten Jahre — A Coruña, Oviedo, Madrid, Mahón — passt nicht zur Wodka-Erzählung. Wenn sich dasselbe Muster in Städten wiederholt, in denen es keine mobilisierte Migrantengemeinschaft gibt, verliert der exogene Faktor an Kraft und der interne gewinnt.
Wer ruft wirklich auf? Die Debatte über den Ursprung der Straßengewalt
Hier spaltet sich die Analyse in zwei Lager. Das eine hält, dass die aufstachelnden Konten die globale Linke — Gewerkschaften, Umweltbewegung, Wohnungsbewegung — diskreditieren und der extremen Rechten nützen wollen; in dieser Lesart wäre es eine Operation falscher Verbündeter. Das andere erwidert, die Linke habe ein Jahrzehnt lang Proteste beklatscht, die in Gewalt endeten, und versuche nun, da der Durchschnittswähler müde werde, die Verantwortung abzuschütteln und dem Gegner anzulasten. Keines der beiden Lager liefert in dieser Diskussion dokumentarische Beweise.
Der Punkt, der offenbar geteilt wird, ist die Diagnose der Übersättigung: Die arbeitende und steuerzahlende Bevölkerung ist es leid, brennende Straßen ohne politische Konsequenzen zu sehen. Und da erscheint die Wahlkalkulation, die niemand so recht abschließen kann: Wenn die PSOE (Spaniens sozialdemokratische Regierungspartei) die Stimme der radikalen Linken absorbiert hat, nützt ihr eine Straßeneskalation oder schadet sie? Die Antwort hängt davon ab, wen man fragt.
Die Wende des Threads: von der Geopolitik zum Shampoo
Das Gespräch driftete bald zum Verfasser des Tweets selbst ab. Man warf ihm seine Vergangenheit vor — Impfungen, Pandemiemanagement — und hängte ihm das Etikett eines Schönfärbers für eine Eigenmarke an, mit der Vorhersage, dass er im Wahlkampf vor dem 29N manche Parteien kritisieren und andere nicht. Auch die umgekehrte Theorie tauchte auf: dass Soto Ivars selbst dem Netzwerk von Soros diene. Wenn das Argument erschöpft ist, wird über den Boten diskutiert.
Die Sache blieb genau dort, wo sie begann: mit einem unbewiesenen Verdacht und einer offenen Frage. Dass der Aufruf massenhaft war und die Konten neu, bestreitet niemand. Dass ein ausländischer Staat dahinterstand, hat niemand bewiesen. Und während das geklärt wird, kühlen die Straßen von selbst ab.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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