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PP und Vox wollen Sozialhilfe für Migranten ohne Papiere streichen
PP und Vox planen, Sozialleistungen für irreguläre Migranten zu streichen. Das Problem: Ohne Arbeitserlaubnis können sie keine Jobs ablehnen.
PP und Vox wollen Sozialhilfe für Migranten ohne Papiere streichen
Kann man einer Person, die definitionsgemäß keine Papiere hat, um zu arbeiten oder Leistungen zu beziehen, eine Sozialleistung entziehen? Genau in diese logische Falle tappt der Pakt zwischen PP und Vox zur Streichung von Sozialleistungen für irreguläre Migranten. Die Mitte März angekündigte Maßnahme wird als Bedingung verkauft: Wer einen Job ablehnt, verliert die Leistung. Das Problem ist jedoch, dass jemand ohne Arbeitserlaubnis keinen Vertrag unterschreiben kann – es gibt also kein Angebot abzulehnen. Der Ball ist nirgends unter den Bechern.
Was der Pakt vorsieht und warum die Bedingung nicht passt
Die Vereinbarung zwischen PP und Vox sieht vor, dass Migranten ohne Papiere ihre Sozialleistungen verlieren, wenn sie keine Arbeit annehmen. Auf dem Papier klingt das nach einer Arbeitsmarktaktivierungsmaßnahme. In der Praxis kollidiert es mit dem rechtlichen Rahmen: Ein irregulärer Migrant kann nicht legal angestellt werden; arbeitet er, dann oft schwarz und häufig mit einem laufenden Abschiebeverfahren. Er hat keinen Zugang zu regulären finanziellen Hilfen, nur zu medizinischer Notfallversorgung. Etwas wegzunehmen, das man gar nicht hat, ist ein Taschenspielertrick.
Einige argumentieren, die eigentliche Absicht sei, den Zugang zum Ingreso Mínimo Vital (IMV) und zu regionalen Mindestsicherungssystemen zu erschweren. Die IMV-Voraussetzungen verlangen mindestens ein Jahr legalen und ununterbrochenen Aufenthalts sowie Einkommenslosigkeit. Nach dieser Lesart sind die meisten ausländischen Empfänger bereits regulär. Der „echte“ Illegal-Empfänger erhält keinen IMV: Er bekommt höchstens Hilfe von NGOs, kommunale Geldkarten oder regionale Garantieleistungen wie in Navarra, wo allein die Registrierung im Melderegister ausreicht.
Wie viele irreguläre Migranten erhalten in Spanien Sozialleistungen?
Im politischen Diskurs kursiert die Zahl von 700.000 geplanten Regularisierungen auf einmal. Bezogen auf die Gesamtzahl schätzen einige 7 Millionen Einwanderer in den letzten 25 Jahren, was etwa 300.000 pro Jahr entspricht. Es sind grobe Zahlen ohne offizielle Quelle in der Debatte, aber sie verdeutlichen die Größenordnung des Phänomens.
Beim IMV deuten die verfügbaren Daten auf rund 70.000 ausländische Empfänger hin, von denen etwa die Hälfte Marokkaner wären. Die Frage lautet, wie viele davon nicht in Spanien geboren wurden – ein Detail, das nicht klar aufgeschlüsselt wird. Argumentiert wird, der Anteil sei bei Ausländern höher als bei Spaniern, weil Vermögen und Einkommen im Herkunftsland schwerer nachweisbar seien.
Der IMV: Strenge Voraussetzungen auf dem Papier, Lücken in der Praxis
Die IMV-Voraussetzungen sind ein Jahr legaler Aufenthalt, Registrierung im Melderegister und fehlendes Einkommen. Ende. Mehr gibt es nicht. Wer eine Reihe arbeitsmarktpolitischer Bedingungen erwartet, wird enttäuscht. Manche behaupten, die Leistung könne in bestimmten Fällen bis zu 1.700 Euro betragen – mehr als das Durchschnittseinkommen in vielen Regionen. Andere fordern die Rückkehr zu einer Existenzsicherungsleistung von etwa 400 Euro, ähnlich der alten RGI.
Die häufigste Kritik lautet, die Hilfen hätten sich in einen perversen Anreiz verwandelt. Früher, so heißt es, kamen Migranten zum Arbeiten im Bauwesen und kehrten zurück, als die Blase platzte. Heute bleiben sie, weil die Zahlung über dem liegt, was sie durch harte Arbeit verdienen könnten. Eine Massenregularisierung würde dies nicht lösen, sondern festigen.
Was passiert mit Hilfen, die nicht der IMV sind?
Der IMV ist nicht der einzige Weg. Kommunale Geldkarten, Hilfen von Cáritas und anderen NGOs unterscheiden nicht zwischen regulärem und irregulärem Status. Lebensmittelhilfen dienen als Plan B, wenn kein Geld für finanzielle Leistungen vorhanden ist. Und der irreguläre Migrant, so das Argument, will nicht dauerhaft so leben: Er hält durch, bis er eine Regularisierung erreicht.
Die Kontrolle von Überweisungen und informelle Transfersysteme wie Hawala werden als ergänzende Hebel genannt. Allein über Telefonläden fließen jährlich 15 Milliarden Euro an Rücküberweisungen ins Ausland. Diese Ströme zu besteuern oder zu kontrollieren würde den Anreiz zur Migration senken und die Schwarzarbeit für Arbeitgeber verteuern.
Hintergrund: Regularisierung, Einbürgerungen und fiskalische Kosten
Die Grunddebatte dreht sich nicht nur um den IMV. Es geht darum, wie viele Menschen bereits mit spanischem DNI eingebürgert sind – ob fünf oder sechs Millionen – und wie viele davon Leistungen beziehen, ohne zehn Jahre eingezahlt zu haben. Der Vorschlag ist klar: Keine Sozialleistung für Personen, die nicht mindestens zehn Jahre in die Sozialversicherung eingezahlt haben. Einige behaupten, wer seit drei oder vier Jahren eingebürgert ist (mehrheitlich Lateinamerikaner), wähle bereits und beziehe bereits Leistungen.
Das Argument, Migranten würden mehr Straftaten begehen oder proportional mehr Hilfen beziehen, taucht immer wieder auf. Die zitierten Daten stammen aus sozialen Medien, nicht von offiziellen Stellen. Der Proportionsschlüssel, so wird betont, sei der Punkt, den Befürworter der offiziellen Darstellung ignorieren wollten. Unterdessen sind dieselben Politiker, die die Streichung von Hilfen vereinbaren, jene, die Zuschüsse an NGOs verteilen, die die Aufnahme organisieren.
Am Ende bleibt die Maßnahme eine Geste. Den IMV von jemandem zu streichen, der ihn gar nicht bezieht, ist einfach. Ihn für echte Empfänger zu verschärfen, erfordert Eingriffe in das Aufenthaltsrecht, Staatsangehörigkeitsabkommen und regionale Zuständigkeiten. Viel Lärm um einen Ball, den niemand unter den Bechern findet.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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