Solaranlagen: Amortisation in fünf Jahren oder Kosten für Einspeisung

Negative Strompreise zur Mittagszeit verändern die Wirtschaftlichkeit von Photovoltaik: Überschüsse einzuspeisen kann Geld kosten und verlängert die Amortisationszeit.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Solaranlagen: Amortisation in fünf Jahren oder Kosten für Einspeisung
Photovoltaik-Selbstverbrauch: Von der schnellen Amortisation zum Verlustgeschäft

Der Selbstverbrauch mit Solarstrom hatte ein einfaches Versprechen: Module auf dem Dach, halbe Stromrechnung, Amortisation in wenigen Jahren. Die Realität hat jedoch eine unbequeme Variable hinzugefügt. In den Mittagsstunden, wenn eine Anlage am meisten Leistung bringt, erreichte der Börsenstrompreis negative Werte: -0,01 Euro pro Megawattstunde zwischen 14.00 und 17.00 Uhr. Das Einspeisen von Überschüssen ins Netz kann nun Geld kosten, statt es zu generieren. Eine Solaranlage ist keine automatische Sparmaschine: Es hängt davon ab, wann man den produzierten Strom verbraucht.

Wie viel man mit Solaranlagen wirklich spart

Die Zahlen von Nutzern reichen von bemerkenswerten Ersparnissen bis hin zu vernachlässigbaren Effekten. Ein Nutzer mit 8 Modulen ohne Speicher berichtet, dass seine Rechnungen von 300-400 Euro auf etwa 70 Euro gesunken sind. Ein anderer, mit Batteriespeicher, halbierte im Sommer seine Rechnung, warnt aber vor schlechteren Ergebnissen im Winter. Eine im Forum verbreitete Berechnung geht von einer Installation mit 2,3 kWp für 2.500 Euro aus: Sie erzeugt jährlich etwa 3.000 kWh, von denen die Hälfte selbst verbraucht wird. Das entspricht 300 Euro jährlicher Einsparung plus etwa 150 Euro aus Einspeisevergütung, was eine Amortisation in 5-6 Jahren ergibt.

Das Kleingedruckte wiegt schwer. Diese Berechnung setzt einen vermiedenen Einkaufspreis von 0,20 Euro/kWh und einen Einspeisevergütungssatz von 0,10 Euro voraus. Sinkt der Einkaufspreis, schmilzt die Ersparnis. Und der Verkaufspreis ist das andere Problem: Während einige 0,11 Euro/kWh für ihre Überschüsse erhalten, sehen andere nur die garantierte Mindestvergütung von 10 Cent.



Die Amortisationsfalle: Wenn Tagesstrom verschenkt wird

Hier liegt der Haken, den wenige bedacht haben. Der Ausbau von 15 GW Photovoltaik-Leistung ist geplant, was fast eine Verdopplung des Bestands bedeutet. Tritt dies ein, wird während der Sonnenstunden Strom im Überfluss vorhanden und billig sein; außerhalb dieser Zeiten bleibt er teuer. Die Ersparnis durch Nicht-Kauf bei starker Sonneneinstrahlung sinkt, während die Abend- und Nachtrechnungen gleich hoch bleiben. Die mit heutigen Preisen berechnete Amortisation könnte bereits in zwei Jahren überholt sein.

Nicht alle sehen dies gleich. Für manche ist der Fehler, nur den Marktpreis zu betrachten: Was sich in 10 Jahren amortisiert und danach noch Wert besitzt, lohnt sich weiterhin. Andere warnen vor dem Gegenteil: Wer 6.000 Euro für 2 kWp gezahlt hat, braucht dreimal so lange wie geplant, um die Investition zurückzuverdienen. Die Preisspanne zwischen Installateuren ist sehr groß.

Geht das Licht bei Haushalten mit Solaranlagen im Blackout aus?

Ja, es sei denn, die Anlage verfügt über ein dafür ausgelegtes Notstromsystem. Gesetzlich muss sich der Wechselrichter vom Netz trennen, wenn dieses ausfällt, um Elektroinstallateure nicht zu gefährden. Ein Haushalt mit Solarmodulen kann mitten im Blackout ohne Strom sein, während die Paneele auf dem Dach glänzen. Die Lösung existiert (Hybridwechselrichter, Backup, Batterie), ist aber nicht standardmäßig enthalten.

Dort beginnt der eigentliche Kampf um energetische Unabhängigkeit. Eine Anlage mit Batterien bietet Autonomie und nahezu null Grenzkosten, amortisiert sich aber laut Kritikern selten rein rechnerisch. Nach Jahren der Warnungen vor Ausfällen geben einige zu, dass die Blackouts nie eingetreten sind und der Strom trotz Schwankungen verfügbar blieb.

Batterien, Genehmigungspflicht und versteckte Kosten

Kommerzielle Batterien sind weiterhin teuer und ihre Lebensdauer umstritten; DIY-Lösungen mit direkt gekauften LiFePo4-Zellen kosten laut Anwendern nur ein Drittel. Die Leistung sinkt bei Kälte: Der optimale Bereich liegt bei 20-25 Grad Celsius. Der bekannte Fallstrick: Viele neue Installationen isolieren das Netz nicht, sodass die angebliche Reserve nur funktioniert, wenn die Sonne scheint.

Hinzu kommt die Bürokratie. Die Installation erfordert Unterschriften, Prüfprotokolle und Genehmigungen. Einige Forennutzer spekulieren, dass die Meldepflicht für Solaranlagen nicht nur der Sicherheit dient, sondern auch dazu, Eigentümer im Hinblick auf zukünftige Steuern zu identifizieren. Ermäßigungen bei der Grundsteuer oder Subventionen sind je nach Gemeinde Glückssache.

Angesichts dieser Lage ist es fragwürdig, Solarenergie als garantierte Ersparnis zu verkaufen, ebenso wie es falsch wäre, die Rentabilität auf bestimmten Dächern zu leugnen. Wie viele Jahre Sonnenschein sind nötig, damit sich die Rechnung im Spanien der negativen Strompreise lohnt?

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (247 Antworten).

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