Solar und Starlink: Zwei Jahre ohne Stromnetz auf dem Land

Photovoltaik, Starlink und Gas: So lebt seit zwei Jahren, wer ein Orangenfeld ohne Netzanschluss kaufte. Wasser ist der einzige Haken.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Solar und Starlink: Zwei Jahre ohne Stromnetz auf dem Land
Zwei Jahre netzfrei: Solarpaneele, Starlink und Mercadona in 3 km Entfernung

Ohne Stromnetzanschluss zu leben ist günstiger und weniger mühsam, als es der gesunde Menschenverstand vermuten lässt. Das behauptet jemand, der dies seit zwei Jahren praktiziert: Er kaufte ein Orangenfeld ohne Stromanschluss, mit einem 100 Quadratmeter großen Haus aus dem Jahr 1995, beauftragte eine Photovoltaikanlage und bestellte das Starlink-Kit. Der einzige echte Bremsklotz, gibt er zu, war die anfängliche Investition. Danach gab es weder einen Stromausfall noch einen Tag ohne Internet.

Das Projekt begann als Experiment mit Sicherheitsnetz: Gemüsebeet und Hühner deckten einen Teil des Verbrauchs ab, aber man verzichtete nicht auf den Mercadona in 3 km Entfernung. Zwei Jahre später ist die Idee, zurückzukehren, nirgends zu finden.

Was braucht man zum Leben ohne Stromnetz?

Die Liste dessen, was batteriebetrieben funktioniert, ist kürzer als gedacht. Herd und Backofen laufen mit Gas, ebenso wie der Warmwasserbereiter und der Katalysatorofen. Alles Elektrische sind LED-Lampen, ein Kühlschrank mit höchster Effizienz und Geräte für gelegentliche Nutzung: Mikrowelle, Waschmaschine. Die Klimaanlage ist das Einzige, was Aufmerksamkeit erfordert: An bewölkten Tagen kann sie nur mit Hilfe des Generators starten.

Die Dimensionierung ist bescheiden. Zwei Pylontech US5000 Batterien und keine weitere Erweiterung. „An sonnigen Tagen reicht die Energie tagsüber; danach hängt man von den Batterien ab“, fasst er zusammen. Für den Winter plant er, einen Kamineinsatz im vorhandenen Schacht zu installieren, der mit einer Schubkarre ins Haus gebracht wurde.

Starlink versus ländliches Glasfaser

Hier bricht die Erzählung der Abkopplung: Niemand verzichtet auf Internet. Der Vergleich ist eindeutig. Gegenüber den 3 bis 6 Mbit/s eines Funkrouters mit 4G liefert die Satellitenantenne über 200 Mbit/s ohne Ausfälle. Auch die Kosten spielen eine Rolle: 54 € pro Monat für den herkömmlichen Router, der gekündigt werden soll, gegenüber den 40 € des alten Starlink-Tarifs, plus 9 € Aufschlag aufgrund europäischer Vorschriften.

Das eigentliche Problem ist nicht die Geschwindigkeit, sondern die Wand. Die Antenne kann nicht in der Mitte des Hauses stehen, und der Satellitenrouter verteilt das Signal schlechter als ein Heimrouter. Daher kleinere Umbauten zur Verlegung des Netzwerkkabels.

Wasser ist die einzige Schwachstelle

Wenn etwas an diesem Modell hakt, dann ist es nicht der Strom, sondern das Wasser. Die Abhängigkeit von Bewässerungswasser bedeutet Abschaltungen, Zeitfenster und hohe Mitgliedsbeiträge, zudem ist es kein Trinkwasser. Die häufigste Lösung ist ein Bohrbrunnen. Einer derer, die so leben, beschreibt seinen: 85 Meter Bohrtiefe und zwischen 6.000 und 8.000 Euro inklusive Automatisierung, plus eine 1,5 PS Pumpe, die nach fast einer Stunde leer ist und etwa vier Stunden zum Nachfüllen braucht. „Für den täglichen Gebrauch leere ich ihn nie“, fügt er hinzu, mit Waschmaschine und Duschen für vier Personen.

Die Wartung ist kontinuierlich und manchmal unvorhersehbar. Auf dem Orangenfeld musste die Pumpe ersetzt werden, und da der Druckspeicherbehälter leicht kaputtging, wurde er durch einen Durchflussregler ersetzt.

Diejenigen, die es seit 16 Jahren tun

Der Fall ist kein Einzelfall. Ein anderer Eigentümer verkaufte alles, um sein Grundstück zu kaufen, und lebt seit 16 Jahren mit Solarmodulen, Starlink, Bohrbrunnen, Hühnern, Hunden, Olivenbäumen, Orangen-, Mandarinen-, Walnuss- und Feigenbäumen, dazu Frau und zwei Kinder. „Ich fühle mich im Leben erfolgreich“, schließt er ab.

Abkopplung oder Flucht vor dem System?

Nicht alle sehen darin eine Verbesserung. Der klassische Einwand – Krankenhäuser, Jobmöglichkeiten, Bildungsangebot – wiegt weniger, wenn die Stadt mit 8.000 Einwohnern nur 10 Minuten entfernt liegt. Härter ist die politische Kritik eines Forennutzers: Er behauptet, dass der Rückzug aufs isolierte Land bedeutet, den Kopf in den Sand zu stecken, statt etwas zu bekämpfen.

Die Antwort lautet, dass es nicht immer Flucht ist. In diesem Fall erfolgte der Umzug mit einer Partnerin, Peruanerin mit ländlichem Hintergrund, die an das Landleben und die Feldarbeit gewöhnt war. Das widerlegt das Klischee vom einsamen Eremiten.

Und bleibt das häusliche Detail, das besser als jede Berechnung zeigt, wozu das ruhige Leben dient: Eine ganze Tüte Zweige im Abluftrohr, drei Küken darin und eine Mutter, die wegflog. Wahrscheinlich Blaumeisen. Ihr Morgengesang, heißt es, tut gut.

Obwohl der Protagonist selbst bereits vor einem Risiko gewarnt hat: Es dauert oft zwei Jahre, bis man sich von etwas langweilt.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (242 Antworten).

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