Sol: Jugendliche, die den Kommunismus spielen (Luis Ventoso in El Debate)

Das Protestcamp an der Puerta del Sol in Spanien erinnert an 2011, doch Zusammensetzung der Teilnehmer und politisches Umfeld deuten auf entscheidende Unterschiede hin.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Das aktuelle Camp an der Puerta del Sol in Madrid, mit jungen Menschen, die scheinbar „Kommunismus spielen“, unterscheidet sich vom Bewegungsjahr 2011, das von der Wirtschaftskrise geprägt war, und dürfte den Wahltrend zugunsten der Rechten nicht verändern.

## Das Echo der Empörung

Die Puerta del Sol in Madrid ist erneut Schauplatz eines Protestcamps, ein Echo der Bewegungen, die das Jahr **2011** prägten. Damals füllte sich der Platz mit Bildern der „Indignados“, die mitten im Nachbeben der Subprime-Krise gegen Prekarität und fehlende Zukunftschancen protestierten. Jene Bewegung, die unter dem Namen „Spanish Revolution“ um die Welt ging, löste sich offiziell am **12. Juni 2011** auf, auch wenn einzelne Reste bis August bestehen blieben. Drei Monate nach ihrem Ende zeigten die Parlamentswahlen ein verändertes politisches Bild, mit einer absoluten Mehrheit für die Rechten. Drei Jahre später, im **Januar 2014**, wurde **Podemos** gegründet, eine Partei, die versprach, „das Himmlische zu stürmen“, und tatsächlich das Zweiparteiensystem sprengte. Doch ihr Einzug in die institutionelle Politik – in Rathäuser und die Zentralregierung – endete mit Kritik an ihrer Verwaltungsführung und einer Entwicklung hin zu Lebensstilen, die mit dem ursprünglichen Diskurs wenig zu tun hatten, wie der Fall der Villa von **Galapagar** zeigte.

## Ein anderes Profil auf dem Platz

Der Kontrast zwischen dem Camp von 2011 und dem heutigen ist unübersehbar. Während vor über einem Jahrzehnt der Platz von der Härte der Wirtschaftskrise bebte, mit Tausenden von Arbeitslosigkeit betroffenen Familien, hat sich das Profil der Teilnehmer heute offenbar gewandelt. Eine Beobachtung auf der **Puerta del Sol** an einem kürzlichen Nachmittag zeigt weniger Andrang und ein jüngeres Publikum, oft beschrieben als „Kids, die den Kommunismus spielen“. Die Atmosphäre wirkt spielerischer, mit jungen Leuten in **Karl-Marx**-T-Shirts – ein Ideologe, dessen umgesetzte Vorschläge mit politischen Experimenten von historisch hoher Sterblichkeit verbunden wurden. Es gibt Kassenstände für Spenden zu Anliegen wie dem von **Ceuta**, allerdings für „die Migranten“ statt für die Ceutíes selbst. Man sieht junge Menschen bei einem scheinbaren „selbstverwalteten Camping“ und einer „Plastikrevolution“, mit einer Ästhetik aus schwarzen T-Shirts, Tattoos und Piercings. Die Parolen auf den Transparenten wie „Wohnung für alle!“ oder „Pedro, König, erlass ein Notgesetz“ sowie der kollektive Schwur, gegen den Kapitalismus Schlüssel zu schwenken, deuten auf einen Protest hin, der sich auf Wohnen und staatliches Handeln konzentriert – mit **Mari Carmen** als Symbol.

## Das Gewicht der politischen Realität

Der Diskurs der **Sindicato de Inquilinas** (einer spanischen Mietergewerkschaft), in dem erklärt wird, wie man sich organisiert, erinnert an eine Siebziger-Ästhetik, als stammte sie aus einer Schwarz-Weiß-Fotografie einer Universitätsversammlung jener Dekade. Der Platz, obwohl von den Campern belebt, wird von den Spaziergängern auf den vollen Terrassen der Calle Montera in den Schatten gestellt, die sich vom U-Bahn-Bogen der Gran Vía bis nach Sol erstrecken. Die Bedeutung dieses Camps wird gezielt aufgebauscht, doch die tatsächliche Stimmung der Spanier deutet in eine andere Richtung. Die letzten Barometer privater Umfrageinstitute projizieren eine gemeinsame Sitzzahl für **PP** und **Vox** zwischen **204** und **208**, während die linken Kräfte wie **Sánchez** (gemeint ist seine Partei), **Sumar** und **Podemos** mit **104** bzw. **acht** Sitzen weit dahinter bleiben. In diesem Kontext dürfte das Camp an der Sol die Macht haben, dieses Bild nicht wesentlich zu verändern.

## Maßnahmen und Zwangsräumungen: eine kritische Analyse

Auch das sogenannte „Decreto Mari Carmen“ (ein Notgesetz zur Wohnungspolitik) zeichnet sich nicht als Lösung der Krise ab. Mit **Sánchez** in einer politischen Abschiedsposition ist die Zeit, komplexe Probleme anzugehen, begrenzt. Die Wohnungskrise in Spanien, teilweise verschärft durch die Zuwanderung, wird nicht mit Maßnahmen gelöst, die das Privateigentum angreifen, sondern mit der Liberalisierung von Bauland, der Ausbildung von Bauarbeitern – wo Unternehmer unter Arbeitskräftemangel leiden –, einem weniger punitiven Umgang mit Eigentümern und einem entschlossenen Einsatz für öffentlich geförderten Wohnungsbau. Der letzte große Förderer dieses letzten Punktes war **Francisco Franco**, der ab den 60er Jahren vier Millionen Wohnungen in vierzehn Jahren baute. **Karl Marx** wird weder die Probleme von **Mari Carmen** lösen noch die der **272.000** Menschen, die seit **Sánchez** an der Regierung ist zwangsgeräumt wurden – eine Gruppe, für die sich kaum jemand eingesetzt hat, auch nicht jene, die die Regierung kritisieren, an der sie selbst beteiligt waren, wie **Yolanda Díaz**, der wegen ihres Aktivismus bei Demonstrationen gegen die Regierung, an der sie beteiligt war, Kritik geerntet hat.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (1 Antworten).

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