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Sofakrieger: Versprechen, in die Ukraine zu gehen
Er versprach jahrelang, gegen Russland zu kämpfen, meldete sich aber nicht. Das Phänomen der Sofakrieger und eine Umfrage unter Spaniern.
Vom „Ich kämpfe gegen Russland“ zum Sofa: Kriegsrhetorik ohne Meldung
Er behauptete öffentlich und schriftlich, er habe jahrelang auf die Gelegenheit gewartet, persönlich gegen Russland zu kämpfen. Als diese Gelegenheit kam, postete er weiter. Vom Wohnzimmer aus, mit eingeschalteter Heizung. Die Vorwürfe gegen ihn sind eindeutig: Heuchelei. Der konkrete Name ist unwichtig; das Muster dagegen sehr verbreitet.
Der Vorfall wirft eine unbequeme Frage auf: Was steckt hinter so viel Tastatur-Kriegsführung, wenn der Krieg kein Thema mehr ist, sondern eine Schlange vor einer Botschaft?
Warum gibt es keine Schlangen vor der ukrainischen Botschaft?
Das Argument ist brutal einfach. Wenn so viele für eine Intervention plädieren, wo bleiben die Freiwilligen? „Warum sehen wir keine Menschenmassen vor der ukrainischen Botschaft, bereit, in Flugzeuge oder Busse zum Kampf gegen die russische Armee zu steigen?“, fragt eine oft zitierte Stimme. Die Forderung lautet: Wer den Krieg fordert, soll sich freiwillig melden oder schweigen. Der Beweis? Die Dokumente an der Botschaft.
Auf dem Tisch liegt zudem eine Zahl, die den Vorwurf stützen soll. Laut einer Umfrage würden mehr als 50 % der Spanier einen Krieg gegen Russland befürworten. Diese Zahl überzeugt nicht alle. „Ich glaube nicht, dass diese Zahl realistisch ist. Ich weiß, sie wurde in Umfragen genannt... aber ich halte sie für unglaubwürdig“, meint ein Kritiker. Ohne harte Daten bleibt der Vorwurf vage.
Ausländische Freiwillige, die tatsächlich über die Grenze gingen
Auf der anderen Seite stehen die Fakten. Es gab Ausländer, die sich meldeten und im Dienst der ukrainischen Regierung fielen. Ihr Schicksal dient als lebender Beweis, dass die Lücke zwischen Reden und Handeln nicht immer geschlossen wird. Gegen den Spott steht diese Realität.
Zirkuliert auch ein sarkastischer Hinweis auf angebliche Angebote für Frontkämpfer: bis zu 3.000 Euro pro Monat. Das Argument wird umgekehrt verwendet. Wäre dies wahr, bliebe niemand zu Hause. Für diese Summe gibt es keine Bestätigung; sie dient nur als rhetorische Munition.
Der Sofakrieger: Das Call-of-Duty-Muster
Der Archetyp hat einen Namen: der Sofakrieger. Menschen, die mit derselben Vehemenz ihre Meinung äußern, wie sie das Gefecht vermeiden. „Hier sind wir alle Internet-Krieger. Ich habe die Heizung auf 24 Grad“, gibt einer zu. In diesem Satz liegt das ganze Problem. Dem vermeintlichen Kämpfer wird nachgesagt, er verstecke sich im Heck eines 60 Kilometer langen Konvois und suche Schutz im Schlamm.
Die ihm zugeschriebenen Geschichten nähren den Spott. Eine Version besagt, er sei 1.500 Kilometer zu Fuß in einem Monat gelaufen; eine andere, er habe 50 Kilometer täglich im Hochgebirge zurückgelegt. Sie gelten als Beweise für Fantasie, nie für Stärke. Ein Dementi ist unnötig: Die Front wartet noch immer, er nicht.
Salon-Kriegstreiberei ist symmetrisch
Unbequem ist, dass die Inkonsistenz parteiübergreifend existiert. Manche erklären sich offen als prorussisch, verspotten Interventionsbefürworter und geben zu, selbst nicht vom Sofa aufzustehen. Der Spott über Tastatur-Krieger trifft beide Seiten. Einige gehen nicht für die Ukraine; andere würden nicht für Russland kämpfen. Niemand bewegt sich.
Es geht nicht um einen Namen. Es geht um die alte Kluft zwischen dem, was man mit dem Mund verteidigt, und dem, was man mit der Hand unterschreibt. Niemand hat bewiesen, dass sich diese Kluft schließen lässt. Und zu Hause läuft die Heizung weiterhin auf 24 Grad.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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