Der Motorrad-Gutachten-Betrug: So erkennt man den Trick mit 'stromatricula.es'
In nur vier Tagen erhielt ein Motorradverkäufer auf Motos.net sechs Betrugsversuche. Der letzte war besonders ausgeklügelt: Ein angeblicher Käufer namens Carlos bestand darauf, dass der Verkäufer ein Fahrzeuggutachten auf einer bestimmten Website bezahle, stromatricula.es. Die Domain war kaum einen Tag zuvor registriert worden. Der Betrug folgt einem immer häufiger auftretenden Muster: Der Täter gibt sich als Käufer aus und verlangt ein Gutachten von einer gefälschten Seite; der Verkäufer zahlt, und das Geld geht an die Betrüger. Der entscheidende Hinweis: Die Nachricht enthielt einen Grammatikfehler – „el moto" statt „la moto" –, was verrät, dass der Text aus Auto-Inseraten kopiert wurde.
Wie funktioniert der Trick mit dem gefälschten Gutachten?
Der Mechanismus ist einfach: Ein angeblicher Käufer meldet sich beim Verkäufer, zeigt Interesse, behauptet aber, weit entfernt zu sein; er verlangt, dass ein vollständiges Fahrzeuggutachten über einen bestimmten Link eingeholt wird. Die Website ist betrügerisch und wurde Stunden oder Tage zuvor erstellt. Der Verkäufer zahlt zwischen 9 und 15 Euro, und die Betrüger kassieren. Ein echter Käufer existiert nicht. Diese Variante gesellt sich zu anderen Maschen wie dem 'umgekehrten Bizum', bei dem der Betrüger eine Geldanforderung sendet und sie als Zahlung ausgibt.
Die Warnsignale sind eindeutig: Wenn der Käufer darauf besteht, eine bestimmte Website für das Gutachten zu nutzen, ist es höchstwahrscheinlich ein Betrug. Das offizielle Gutachten der DGT (spanische Verkehrsbehörde) kostet 8,67 Euro und erfordert eine elektronische Identifizierung; jede private Website, die für ein Gutachten Geld verlangt, kann legitim sein, aber der Verkäufer sollte sie auswählen, nicht der Käufer. Zudem ist der plötzliche Wechsel zu WhatsApp oder Telegram gegen die Bedingungen des Inserats ein weiteres Alarmsignal.
Die Zunahme von Betrug auf Kaufplattformen
Der betroffene Verkäufer erhielt an vier Tagen sechs Betrugsversuche, darunter Bots mit schlecht übersetzten Nachrichten und Anrufe mit der Bizum-Masche. Das zeigt ein Problem der Betrugsschwemme auf Plattformen wie Motos.net, Coches.net, Wallapop oder Autoscout. Andere Nutzer bestätigen: „Seit Wochen treffe ich nur noch auf Betrüger".
Experten empfehlen, kein Gutachten auf Anweisung des Käufers zu bezahlen. Wer Transparenz bieten will, kann das Gutachten selbst bei der DGT oder auf einer vertrauenswürdigen Website (Carfax, Carvertical) anfordern und es in das Inserat hochladen. Noch besser: Wenn der Käufer wirklich interessiert ist, soll er das Motorrad persönlich ansehen und dann entscheiden, ob er das Gutachten möchte.
Der Spürsinn des Verkäufers hat den Schaden verhindert, doch die Frage bleibt offen: Wie viele tappen in diese Fallen, bevor die Plattformen konsequenter handeln?
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