Selenskyj: Armee fordert Mobilmachung von bis zu 500.000 weiteren Soldaten

Der ukrainische Präsident Selenskyj erklärt, das Militär habe die Mobilmachung von 450.000 bis 500.000 weiteren Kräften beantragt. Die Entscheidung steht noch aus und erfordert Finanzierung.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Selenskyj: Armee fordert Mobilmachung von bis zu 500.000 weiteren Soldaten
Selenskyj sagt, das Militär fordere die Mobilmachung von bis zu 500.000 weiteren Soldaten

Das ukrainische Militär hat bei der Regierung die Mobilmachung von zwischen 450.000 und 500.000 zusätzlichen Kräften beantragt, wie Präsident Wolodymyr Selenskyj auf einer Pressekonferenz in Kiew erklärte. Die Zahl ist noch nicht genehmigt. Selenskyj räumte ein, dass die endgültige Entscheidung beim militärischen Kommando, der Regierung und dem Parlament liegt und eine Operation dieser Größenordnung zusätzliche Finanzierung erfordern würde. Er vertraut darauf, dass die USA die Ukraine in Bezug auf Unterstützung nicht „im Stich lassen“ werden.

Wie viele Soldaten hat die Ukraine noch?

Die Forderung nach einer halben Million Männern ist keine gewöhnliche Zahl. Einige Teilnehmer der Debatte behaupten, die Ukraine habe praktisch alle jungen Männer ohne familiäre Verpflichtungen bereits rekrutiert, sodass nur noch Vierzig- und Fünfzigjährige übrig seien, viele mit Gesundheitsproblemen, oder Jugendliche unter 18 Jahren. Manche sagen, das Militär schicke bereits alte Menschen an die Front, weil die Jungen vor Monaten erschöpft waren. Es wird auch behauptet, dass Söhne von Oligarchen nicht gehen.

Einige berechnen, dass die Ukraine, wenn sie weitere 500.000 Männer mobilisiert und diese zu den bereits angefallenen Verlusten addiert, eine ganze Generation männlicher Einwohner verlieren würde. Ein Teil der Analysten vertritt die Ansicht, dies entspreche 500.000 Einwohnern weniger und damit besseren Jobchancen für die Verbleibenden.

Napoleons Präzedenzfall und die Fleischwolf-Maschine

Die Geschichte bietet unbequeme Parallelen. Bei Waterloo, am späten Nachmittag des 18. Juni 1815, baten französische Generäle Napoleon um mehr Infanterie, woraufhin er wütend antwortete: „Woher soll ich sie nehmen, oder erwarten Sie etwa, dass ich sie herstelle?“

Die Debatte über Zwangsmobilmachung ist nicht neu. Videos von Rekrutierern, die Männer auf der Straße einfangen, kursieren seit Monaten, so einige Teilnehmer. Die Frage, die sich manche stellen, lautet: Welche Kampfeffizienz wird ein Mann haben, der entführt wurde, während er Brot holte?

Das Spiel der Mächte: Europa als Kanonenfutter

Die westliche Unterstützung hat Kleingedrucktes. Eine Strömung argumentiert, die Ukraine kämpfe nicht nur für ihr Territorium, sondern für die Interessen der NATO, und wenn die Ukrainer ausgehen, würden Polen, Deutsche und Rumänen mobilisiert. Niemals Briten oder Amerikaner, natürlich. Der Feind ist in dieser Lesart nicht Russland, sondern ein Europa, das durch Stellvertreterkrieg ausblutet.

Währenddessen macht auch Russland Züge. Wladimir Pilingui hat angeordnet, die maximale Personalstärke der Armee auf 2,2 Millionen Militärangehörige zu erhöhen, und das Verteidigungsministerium möchte die Liste der Krankheiten, die vom Dienst befreien, verkürzen. Manche warnen, dass Russland auf eine Mobilisierung von einer halben Million mit einer weiteren Mobilmachung reagieren werde und das Gemetzel mindestens zwei Jahre länger dauern werde.

Was passiert mit denen, die fliehen?

Die BBC bezifferte die Zahl der Männer im wehrpflichtigen Alter, die die Ukraine Richtung Europa verlassen haben, auf 650.000, wie einige Teilnehmer berichten. Viele seien früh gegangen, andere hätten Beamte bestochen, um nicht zurückkehren zu müssen. Das ukrainische Gesetz betrachtet Dienstverweigerung als Verrat, doch manche sagen, Hunderttausende zögen es vor, versteckt in einer Wohnung in Warschau oder Berlin zu leben, statt in einem Schützengraben in Donezk zu sterben. Die europäischen Länder beginnen laut einigen Nachrichten, Druck auf Flüchtlinge auszuüben, damit sie arbeiten oder gehen.

Manche weisen darauf hin, dass das Dilemma für ukrainische Familien mit jugendlichen Kindern herzzerreißend sei. Ein Junge, der heute 15 ist, werde in zwei oder drei Jahren wehrfähig sein, während der Krieg noch andauere. Viele Eltern brächten ihre Kinder bereits außer Landes, so diese Berichte.



Die Mobilmachung von 500.000 Männern ist keine technische Entscheidung. Sie ist eine existenzielle Wette, so manche Teilnehmer. Wenn sie schiefgeht, könnte die Ukraine ohne Armee und ohne Bevölkerung dastehen. Wenn sie gutgeht, wird der Krieg endlos.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (107 Antworten).

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