Selbstgebauter Nebel-Ventilator: günstig kühlen – oder Schimmel züchten

Ein Ventilator und ein Ultraschall-Vernebler könnten die Luft für unter 120 € kühlen, aber nur bei niedriger Luftfeuchtigkeit: Bei feuchter Luft kühlt das Gerät nicht mehr und…

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Selbstgebauter Nebel-Ventilator: günstig kühlen – oder Schimmel züchten
Selbstgebauter Nebel-Ventilator: günstig, effektiv und mit einem Haken

Ein normaler Ventilator, ein Ultraschall-Vernebler in der Nähe, der Sprühnebel in den Luftstrom gerichtet: Mehr braucht es nicht, um einen Verdunstungskühler zu bauen, der weniger kostet als das günstigste handelsübliche Modell ab 120 Euro. Die Physik spielt mit, solange die Luft trocken ist. Das Problem beginnt, wenn die relative Luftfeuchtigkeit steigt: Das Gerät kühlt nicht mehr und ähnelt zunehmend einer Nährkultur.

Das Prinzip ist das des botijo, des traditionellen spanischen Tonkrugs. Das zu Mikrotröpfchen vernebelte Wasser verdunstet und entzieht der Luft Wärme – genauso wie es beim Rauskommen aus der Dusche kalt ist. Je trockener die Umgebungsluft, desto besser funktioniert es; bei gesättigter Luft wird es nutzlos. Wer in einem trockenen Klima lebt, hat die halbe Miete; wer an der Küste wohnt, hat einen teuren Luftbefeuchter, der gar nicht kühlt.

Welches Gerät man zum Vernebeln von Wasser braucht

Ein Ultraschall-Vernebler zerlegt Wasser in winzige Tröpfchen, aber nicht jeder taugt dafür. Dampfluftbefeuchter erhitzen das Wasser und blasen einen Strahl, den man nicht auf den Ventilator richten kann, ohne den Raum aufzuheizen. Die 30-Euro-Geräte aus dem Supermarkt lassen sich dagegen gut im Sommer mit dem Ventilator kombinieren, wenn man es nicht übertreibt.

Es gibt auch Alternativen ohne Gerät. Ein einfaches Tuch mit einem Docht, der ständig Wasser nachzieht und in den Luftstrom gehängt wird, wirkt als Verdunstungspaneel. Zellulosepaneele werden genau dafür hergestellt. Und in Indien hat man feuchtes Stroh vor den Ventilator gestellt: Die Luft reißt beim Vorbeiströmen Tröpfchen mit.

Die Ziegel-Erfindung, die ohne Kosten funktionierte

Die sparsamste Variante, an die man sich erinnert: eine Wanne mit Wasser, eine 40 Zentimeter hohe Wand aus roten Lochziegeln und dahinter ein Ventilator für 2.000 alte Peseten. Die Ziegel sogen das Wasser auf, und die Luft, die durch die Löcher strömte, verdunstete es. Es funktionierte – und kostete nichts.

Das Ergebnis hängt vom eigenen Körper ab. Wer leicht schwitzt, wird schlechter dran: Mehr Luftfeuchtigkeit bremst die Verdunstung des Schweißes, und das Hitzegefühl steigt. Wer selbst bei 40 Grad nicht schwitzt, empfindet mit dieser äußeren Hilfe eine sehr angenehme Kühle.

Feuchtigkeit, Schimmel und Legionellen: das Risiko, das niemand zu Hause will

Der gesundheitliche Einwand kommt schnell. Wer Innenräume mit solchen Systemen befeuchtet, kann Monate später Schimmel an den Wänden bekommen. Und was Legionellen angeht, fällt die Warnung deutlich aus: Beim ersten Ausbruch, der einige Menschenleben fordert, verschwindet das Gerät vom Markt.

Die Nuance ist wichtig. Das Ziel ist nicht, die Wände abzuspritzen, sondern die relative Luftfeuchtigkeit in einem Prozess zu erhöhen, der nebenbei kühlt. Der Langzeiteffekt dürfte sich kaum davon unterscheiden, in einem feuchten Klima zu leben. Und bei 15 bis 20 Nutzungstagen im Jahr, in einem Schlafzimmer ohne Elektrogeräte und mit vorgekühlter Luft vor dem Einschlafen, ergibt das System Sinn.

Die Prognose, mit Vorbehalt: Der selbstgebaute Verdunstungskühler bleibt eine Sache für trockene Klimate und geschickte Menschen. Sobald die Luftfeuchtigkeit steigt oder die Wartung nachlässt, kühlt das Gerät nicht mehr und stellt sich in Form von Wänden in Rechnung.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (12 Antworten).

Weitere Zusammenfassungen

Alle Zusammenfassungen auf Deutsch →

-
Volver