Selbstbedienungswaschsalon eröffnen: 24.000 Euro und viele Fragen

Ein Selbstbedienungswaschsalon kostet 24.000 Euro und verspricht Margen von 70 %, doch die Läden stehen stundenlang leer und die Maschinen übersteigen…

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Selbstbedienungswaschsalon eröffnen: 24.000 Euro und viele Fragen
Selbstbedienungswaschsalons: 24.000 Euro und fast immer leere Läden

Es gibt ein Geschäft, das sich von selbst verkauft. 24.000 Euro Investition, null Angestellte, der Kunde macht die Arbeit und zahlt sogar dafür. Waschen und Trocknen für 5 oder 7 Euro in einer Stunde, Margen, die manche Websites mit nahezu 70 % beziffern, und auf dem Papier nicht ein einziger Konkurrent im Viertel. Das Angebot hatte ein Unternehmer aus Barcelona schriftlich vorgelegt und um Rat gebeten. Die häufigste Antwort, die er bekam, war ein einziges Wort: „Fehlschlag“.

Der Flyer enthielt Extras, die die Wartezeit erträglicher machen sollten: WLAN, Zeitschriften, Getränkeautomaten. Alles sehr vernünftig. Der erste Riss zeigt sich bei einer unbequemen Frage: Wenn die Margen so hoch sind und kein Personal nötig ist, warum gibt es dann so wenige Unternehmen in diesem Bereich? Die meistgenannte Erklärung: Es wurde schon versucht. Man weist darauf hin, dass eine Kette wie Pressto es probiert und wieder aufgegeben hat, und auf dem Tisch lag ein unschönes Hindernis: teure Maschinen versichern, die niemand beaufsichtigt. Keine vernünftige Versicherung deckt einen Raum voller Geräte ohne anwesende verantwortliche Person ab, so eine der ersten Antworten.

Warum funktioniert es in ärmeren Vierteln besser?

Der Standort nimmt den größten Teil der Analyse ein. Der typische Kunde ist nicht derjenige mit Waschmaschine zu Hause, sondern wer keine haben kann oder will: Wohnungen, die sich viele Menschen teilen, Studenten, Zugezogene, die noch keine Geräte gekauft haben, Touristen in einem Hostel. Das Fazit, das in mehreren Gegenden immer wieder fällt, ist brutal und transparent: Je schlechter, desto besser. Je bescheidener das Viertel, desto höher die Mieterfluktuation und desto geringer die Lust, 200 Euro in eine Waschmaschine zu stecken, die man beim nächsten Umzug vielleicht nicht mitnimmt.

Die Beispiele zeichnen eine Landkarte: zwei Waschsalons wenige Meter voneinander entfernt in der Conde-Aranda-Straße in Saragossa, in einem Viertel mit hohem Migrantenanteil; das Gracia-Viertel in Barcelona; Benimaclet in Valencia. In manchen Läden sind nachmittags Leute da und sie sind seit über einem Jahr offen. In anderen wurden die Versuche einer nach dem anderen aufgegeben. Der Unterschied, so betont man, liegt fast nie am Preis des Service: Es ist der Standort.

Was die Maschinen wirklich kosten: über 40.000 Euro

Die Zahl, mit der jeder Businessplan beginnt, ist trügerisch. Die tatsächlichen Kosten der Ausstattung mit Industriewaschmaschinen und -trocknern können 40.000 Euro übersteigen, und ein Wiederverkauf danach ist sehr schwierig: Scheitert das Geschäft, sitzt man auf einer Halle voller Eisen herum, die niemand will. Daher die Empfehlung, die mehrfach auftaucht: Niemals kaufen. Die Geräte mieten oder vom Hersteller einen Rückkaufvertrag verlangen. Girbau wird als einer der Hersteller genannt, mit denen verhandelt wurde, und der Rat lautet, direkt mit ihnen zu sprechen, ohne Franchisegebühren zu zahlen, denn das Know-how, das sie liefern, ist minimal.

Vier Kunden am Tag tragen das Geschäft nicht

Die meistzitierte Rechnung geht von einer Feldbeobachtung aus: Eine Stunde lang vier Personen im Waschsalon bei durchschnittlich etwa 10 Euro. Das sind 40 Euro am Tag, rund 1.200 Euro im Monat. Zieht man Miete ab — in manchen Gegenden 300 bis 400 Euro —, Strom und Waschmittel, bleiben etwa 500 Euro netto. Auf dem Papier ein Taschengeldgeschäft, das sich selbst betreibt.

Das Problem: Diese vier täglichen Nutzer sind ein optimistisches Szenario. Die Erfahrung, die immer wieder berichtet wird, ist die gegenteilige: Läden in stark frequentierten Straßen, die stundenlang menschenleer sind. Sinkt der Schnitt auf einen Kunden pro Tag, reicht es nicht einmal für den Strom. Steigt er, taucht das zweite Problem auf: mehr Wäsche bedeutet mehr Defekte, mehr Reinigung und eine Person, die den Laden im Blick behält — genau das, was man vermeiden wollte.

Das Geschäft ohne Kartenzahlung

In diesen Läden gibt es kein Kartenterminal. Man arbeitet mit Münzen und Wechselautomaten, teurer im Unterhalt als ein POS-Terminal, aber ohne Aufzeichnung der Vorgänge. Dieses Detail nährt einen Verdacht, der sich durch die ganze Geschichte zieht: dass ein Teil dieser Geschäfte dazu dient, Geld unklarer Herkunft legal aussehen zu lassen. Man sollte es betonen: Es ist ein Verdacht, kein bewiesener Fakt, und wer ihn äußert, nennt keine Namen. Aber er erklärt das misstrauische Hochziehen der Augenbrauen, mit dem mancher diese Läden betrachtet — derselbe Blick, mit dem er Handygeschäfte sieht, die nach drei Monaten wieder schließen.

Von „Fehlschlag“ zu Pilzen in fünf Jahren

Diese erste Antwort schien die Sache abzuschließen. Tat sie nicht. Jahre später stellt ein rückblickender Kommentar genau das Gegenteil fest: Die Selbstbedienungswaschsalons haben sich in Spanien in den letzten fünf Jahren vervielfacht, und wer 2014 gefragt hatte, entpuppt sich rückblickend als Visionär. Den eigentlichen Grund nennt niemand, aber er passt ins Bild: hohe Mieten, immer kleinere Wohnungen und ein Teil der Bevölkerung, der weder eine eigene Waschmaschine hat noch Platz dafür.

Und die Frage bleibt offen, die keine Antwort beantwortet hat: Wenn das Geschäft so rund läuft, warum werden dann so viele Läden abgegeben und warum stehen so viele andere seit Jahren offen und leer? Die Antwort liegt vermutlich, wie fast immer, in den Zahlen, die niemand zeigt.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (52 Antworten).

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