Seattle plantiert Supermarkt-Schließungen zu verbieten

Seattles Bürgermeisterin will Filialschließungen großer Ketten untersagen und öffentliche Märkte schaffen. Debatte über die Kostenübernahme.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Seattle plantiert Supermarkt-Schließungen zu verbieten
Seattle plantiert Supermarkt-Schließungen zu verbieten

Kann eine Stadtverwaltung einen Supermarktkonzern zwingen, ein defizitäres Geschäft offen zu halten? Die sozialistische Bürgermeisterin von Seattle, Katie Wilson, kündigte an, Schließungen per Dekret zu verbieten und ging weiter, indem sie öffentlich betriebene Läden versprach. „Wir können nicht zulassen, dass große Ketten nach Belieben schließen“, argumentiert sie laut verbreiteten Zitaten. Das Paket würde zudem faktische Enteignungen unrentabler Betriebe beinhalten, die dann mit öffentlichen Geldern finanziert würden.

Der Vorschlag kommt in einem angespannten Kontext: In Stadtteilen, aus denen sich Ketten wegen wiederholter Einbrüche zurückziehen, müssen Bewohner kilometerweit fahren, um Grundnahrungsmittel zu kaufen. Die öffentliche Diskussion spaltet sich: Befürworter sehen eine Antwort auf den Handelsschwund in armen Gebieten, Kritiker warnen vor leeren Regalen, die vom Steuerzahler subventioniert werden.

Was genau schlägt Seattles Bürgermeisterin vor?

Das Konzept kombiniert zwei Elemente. Erstens ein Verbot der Schließung: Die Stadt würde großen Ketten nicht erlauben, Standorte freiwillig aufzugeben. Zweitens, ambitionierter, die Gründung öffentlicher Supermärkte unter städtischer Verwaltung. Das offizielle Argument basiert auf der sogenannten Ernährungsgerechtigkeit (Food Justice): Sicherstellung des Zugangs zu Lebensmitteln in einkommensschwachen Vierteln.

Entscheidend ist die Nuance: Wenn eine Kette einen Standort aufgrund organisierter Diebstähle, hoher Steuern oder bürokratischer Lasten als unrentabel einstuft, besteht die kommunale Lösung nicht darin, diese Ursachen zu beheben, sondern dem Unternehmen das Verlustmachen zu untersagen. Kritiker vergleichen dies mit der Logik eines Fünfjährigen angewandt auf eine Bilanz.

Juristisch muss man differenzieren: Manche Analysen besagen, dass nicht das Schließen selbst verboten wird, sondern das Leerlassen der Räume bei Zahlung der Miete, um Konkurrenz fernzuhalten. Diese Praxis – das Horten von Gewerbeflächen – ist eine klassische wettbewerbsfeindliche Strategie; die Mietkosten für leere Flächen sind eine billige Versicherung gegen starke Rivalen. Trifft die Norm dies, bleibt es ein hartes Instrument, aber die Diagnose ist real.

Ein Präzedenzfall, den niemand wiederholen will

Vergleiche drängen sich auf. Kubas und Venezuelas Supermärkte dienen als Warnbild: Sie bleiben geöffnet, sind aber leer. Das Problem ist logistischer, nicht ideologischer Natur. Ein Laden kann juristisch existieren, während er ohne Waren, Personal und Kunden dasteht.

In Seattle selbst dient die autonome Zone Capitol Hill als kollektives Gedächtnis einer gescheiterten Utopie. Die Kommune hielt nur so lange, bis die Vorräte aufgebraucht waren und interne Konflikte ausbrachen. Ein Mikrokosmos dafür, was passiert, wenn Ideologie auf Lieferketten trifft.

Aus dieser Stadt stammen zwei globale Konsumriesen. Nun kommen Verordnungen zum sozialen Ingenieurwesen. Die Parodie schreibt sich hier fast von selbst.

Warum schließen Supermärkte in bestimmten Stadtteilen?

Weil sie unprofitabel werden. Der häufigste Grund ist wiederholter Diebstahl: An manchen Orten gibt es mehrere Überfälle pro Tag. Der Ablauf ist bekannt: Zuerst wird Ladendiebstahl entkriminalisiert oder bagatellisiert. Dann wird der margenarme Betrieb zum Ziel, und Verluste explodieren. Wenn der Laden schließt, sieht der Politiker nicht seine eigene Regulierung als Ursache, sondern einen verletzte Recht auf Nahrungszugang.

Unbeantwortet bleibt die Frage, was passiert, wenn der Supermarkt öffentlich wird. Bei fortgesetzten Diebstählen ändert sich nichts. Wird ein Polizist vor jedem Eingang postiert? Oder sollen die Regale gefüllt bleiben, während private Unternehmer, die auf das Viertel setzten, die Verluste tragen?

Das vorhersehbare Ergebnis, so Beobachter anderer Städte, sind leere Geschäfte. Der Steuerzahler trägt die Kosten, und der Supermarkt wandelt sich von einem Geschäft zu einer chronisch defizitären Subventionsorganisation.

Profil der Bürgermeisterin und Abnutzung der Erzählung

Die Biografie der Amtsträgerin ist zur Munition im Streit geworden. Berichten zufolge wurde sie sechs Wochen vor Abschluss von der Oxford-Universität ausgeschlossen und lebt mit 43 Jahren von ihren pensionierten Eltern. Dieser Kontrast zwischen ihrer Laufbahn und der Verwaltung eines Stadtbudgets schürt Spott: Eine zukünftige Unternehmensruine, ironisieren Kritiker.

Das Argument ergänzt die Gegenfrage: Wenn die Bürgermeisterin einer Stadt wie Seattle ein bescheidenes Gehalt bezieht, wovon lebt sie dann? Gerüchte besagen, das öffentliche Gehalt erklärt den Lebensstandard nicht, was ebenfalls Teil des Bildes sei.

Über das Profil hinaus wiederholt sich das Muster anderswo. Wo Pogre regiert, wächst laut Kritikern kein Gras mehr. Washington State wird seit drei Jahrzehnten als pogre Sumpf beschrieben. Die nordische Sozialdemokratie korrigiere bereits angesichts der Ergebnisse.



Die Maßnahme ist noch nicht umgesetzt, ihr rechtlicher Umfang umstritten: Verbot der Schließung, Verbot der Blockade oder beides. Klar ist jedoch die Reihenfolge: Erst entsteht ein regulatorisches Inferno, dann gehen die Geschäfte, und schließlich wird deren Weggang als Problem deklariert, das der Staat lösen muss. Wie Thatcher sagte, endet der Sozialismus, wenn das Geld anderer Leute ausgegeben ist.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (140 Antworten).

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