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Schwarzer Schwan in Europa: Krawalle und die Great-Reset-Erzählung
Das Konzept des schwarzen Schwans wird auf die Krawalle in Europa angewandt, während die These an Boden gewinnt, die Aufstände sollten einen Great Economic Reset rechtfertigen
Schwarzer Schwan in Europa: Krawalle und die Great-Reset-Erzählung
Ein Begriff aus der Finanzstatistik, der schwarze Schwan, hat sich in die Debatte über die Krawallwelle eingeschlichen, die durch Europa zieht. Der Widerspruch dabei: Ein Ereignis dieser Art lässt sich per Definition nicht vorhersagen. Dennoch hat sich am Rand der Proteste in Frankreich der Verdacht festgesetzt, die „Rebellionen“ seien nicht spontan, sondern ein weiteres Teil eines Plans zur gesellschaftlichen Umgestaltung. Die Diskussion vermischt ökonomische Analyse mit Misstrauen gegenüber der Macht.
Was ist ein schwarzer Schwan und warum erklärt er die Krawalle?
Der von Nassim Taleb populär gemachte Begriff bezeichnet ein unvorhergesehenes Ereignis mit großer Wirkung, das nachträglich so rationalisiert wird, als wäre es offensichtlich gewesen. Im Fall der Proteste in Frankreich gibt es Stimmen, die sagen, die Ereignisse passten nicht in diese Kategorie, denn die soziale Unzufriedenheit war ein für alle sichtbares Pulverfass. Andere halten dagegen, dass die Vorbereitung zur Schadensminderung nicht gleichbedeutend damit ist, Tag, Stunde und genaue Form des Ausbruchs vorhergesagt zu haben.
Die Debatte verlagert sich damit auf das Feld der Kausalität. Wenn sich der schwarze Schwan nicht vorhersehen lässt, warum besteht man darauf, es sei „doch völlig klar gewesen“? Die Antwort, die sich in dieser Analyse durchsetzt: Die nachträgliche Rationalisierung ist der Mechanismus, mit dem die Macht Ausnahmemaßnahmen rechtfertigt.
Der Great Reset und die These der angezettelten Rebellionen
Die These, die an Gewicht gewinnt, lautet, dass gesellschaftliche Krisen dazu dienen, Maßnahmen durchzudrücken, die unter normalen demokratischen Bedingungen keine Chance hätten. Die Gewalt auf den Straßen, mit Bildern von Plünderungen und zerstörten Geschäften, erzeuge das nötige Dringlichkeitsklima, um einen neuen gesetzlichen und steuerlichen Rahmen zu verabschieden. Die Great-Reset-These stützt sich auf Äußerungen wie die von Ursula von der Leyen am 1. September, als sie erklärte, die Ersparnisse der Europäer müssten den europäischen Unternehmen zur Verfügung gestellt werden.
Dieser Satz wird wirtschaftlich gelesen als Warnung verstanden: Die privaten Ersparnisse werden die nächste Finanzierungsquelle eines Staates, der sich nicht weiter verschulden kann. Die sich abzeichnende Abfolge lautet: Krawalle, gesellschaftliches Chaos, Finanzrettung und als Deckmantel die Garantie der sozialen Ruhe.
Wer steckt hinter den Krawallen in Frankreich und Italien?
Die Bilder der Ausschreitungen zeigen Gruppen von Vermummten, junge Menschen und Personen mit Migrationshintergrund. Dieses Profil widerspricht der These, die extreme Rechte stecke hinter der Gewalt – eine Hypothese, die in den ersten Analysen aufgestellt wurde und nicht zu dem passt, was die Videos zeigen. Der Verdacht einer äußeren Hand, etwa des Kremls, ist ebenfalls in der Debatte aufgetaucht, allerdings ohne Belege.
Was sich aus den Krawallen tatsächlich ableiten lässt, ist ein gemeinsames Muster: das Niederbrennen von Stadtmöblierung, die Plünderung von Luxusgeschäften und die Anwesenheit von Journalisten mit Helm und Warnweste – ein Bild, das an die Berichterstattung aus einem Krieg erinnert. Das Foto eines Achtzigerjahre-Ehepaars, dem mitten auf der Straße alles genommen wurde, ist zum Symbol einer Gewalt geworden, die nicht unterscheidet zwischen Konsumsymbolen und Menschen.
Die politische Antwort: Warum wird das Problem nicht gelöst?
Die Frage, die über allem schwebt, ist, warum keine entschiedenen Maßnahmen ergriffen werden, obwohl die Lösung einfach erscheint: die öffentliche Finanzierung nahestehender Organisationen streichen, die Strafen für Krawalle erhöhen, Versicherungen von den Veranstaltern verlangen und die Sicherheitskräfte stärken. Die nahegelegte Antwort lautet: Es fehlt nicht an Mitteln, sondern am Willen. Kontrolliertes Chaos hat einen politischen Nutzen.
Der digitale Euro und die finanzielle Kontrolle als Hintergrund
Im Hintergrund der Debatte taucht die Einführung des digitalen Euro und der CBDCs auf. Die beschriebene Abfolge ist die eines seit Jahren in Entwicklung befindlichen gesetzlichen Gerüsts: digitale Identität, Beschränkungen bei Bargeld und Kontrolle der sozialen Medien. Das gesellschaftliche Chaos wäre der Katalysator, der diese Maßnahmen als das kleinere Übel akzeptabel machte.
Vor diesem Hintergrund lautet die Frage nicht, ob es einen nächsten Ausbruch geben wird, sondern ob die Erzählung vom schwarzen Schwan herhalten muss, um das, was danach kommt, zu rechtfertigen. Stehen wir vor einer unvorhergesehenen Krise – oder vor einem Drehbuch, das längst geschrieben wurde?
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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