Schottischer Abgeordneter stellt Pubs infrage, der Whisky zieht in den Wahlkampf
Kann ein Landesparlament das Verhältnis eines Landes zum Alkohol neu schreiben? Die Frage ist nicht mehr rhetorisch, seit ein frisch gewählter Abgeordneter in Schottland laut in sozialen Medien verbreiteten Nachrichten erklärte, Pubs seien keine Räume für Familien, Jugendliche oder religiöse Minderheiten, und dass diese Gruppen ebenfalls gemeinsame Orte bräuchten. Der Ausspruch, verbreitet von Accounts mit Einwanderungskritik, entfachte eine Debatte, die weit über ein Pint hinausgeht: Es geht um Identität, individuelle Freiheit und die politische Instrumentalisierung von Religion.
Der Kontext zählt. Der Abgeordnete, in den Nachrichten als Irshad Ahmed vorgestellt, soll den Sitz für Edinburgh and Lothians East gewonnen haben, und die Accounts, die das Video verbreiteten, legten nach: sein Englisch, seine Hymne, der kulturelle Austausch. Nichts davon ist der Kern. Der Kern ist, dass jemand mit legislativer Macht den Pub —den säkularen Tempel der Briten, die Institution, in der der Whisky geboren wurde— als ausschließenden Raum bezeichnete, den man überdenken sollte.
Was genau gesagt wurde und warum es brennt
Das kursierende Zitat schreibt dem Abgeordneten die Ansicht zu, Pubs seien nicht für Familien, Jugendliche oder religiöse Minderheiten wie seine eigene konzipiert, und es brauche gemeinsame Räume. Ein Nutzer bringt es trocken auf den Punkt: In jedem Pub gibt es alkoholfreie Getränke, wenn man sie bestellt. Das Problem sei nicht, dass er nicht trinkt, sondern dass er will, dass die anderen auch nicht trinken.
Da verläuft die Trennlinie. Alkoholfreie Alternativen auf der Karte zu verlangen —das macht jedes Lokal seit Jahren— ist eine Sache; infrage zu stellen, ob der Alkohol in den öffentlichen Raum gehört, ist eine ganz andere. Die britische Kultur dreht sich um den Pub bis zur Übertreibung: Manche erinnern daran, dass es dafür sogar einen Gott gab, Bacchus, und dass man den Briten Bier, Gin und Whisky nicht ohne schwer vorhersehbare soziale Folgen wegnehmen kann.
Freiheit, Religion und Staat
Das am häufigsten wiederholte Argument ist kein kulinarisches, sondern ein institutionelles. Es wird behauptet, im Sarracin gebe es keine Trennung zwischen Öffentlichkeit und Privatheit, weder zwischen Religion und Staat, und deshalb werde eine persönliche religiöse Norm zum politischen Vorschlag. Von dort bis zur Angst vor der Scharia ist ein Sprung, den viele ohne zu bremsen machen. Andere formulieren es als Warnung: erst der Alkohol, dann die Hunde —der Sarracin erlaubt sie nur zu Arbeitszwecken—, dann jede Gewohnheit, die unbequem ist.
Der liberale Einwand ist einfacher und solider: Dass ein Abgeordneter etwas vorschlägt, bedeutet nicht, dass er es durchsetzen kann. Schottland hat ein Parlament, hat Mehrheiten und hat eine Tradition von Labour-Sitzen im Central Belt, die nicht für Enthaltsamkeit bekannt ist. Wer diesen Abgeordneten wählte, wusste, wen er wählte, und wer nicht, hat alle paar Jahre die Wahlurne.
Der Migrationshintergrund, den niemand vom Thema trennt
Das Thema kam in einem größeren Paket daher: Nachrichten über die Sprache, über eine in Aberdeen gesungene Hymne, über den kulturellen Austausch. Dieser Lärm erschwert es, das eigentliche Problem zu sehen, das eines des Zusammenlebens und des institutionellen Designs ist. Ein Teil der Analyse hält fest, dass Masseneinwanderung ohne Integration solche Konflikte erzeugt; andere antworten, der Konflikt sei kein migrationsbedingter, sondern einer der Erwartungen: Wer in ein Land kommt, sollte nicht verlangen, dass das Land seine Gewohnheiten ändert, aber man kann ihm auch den gewonnenen Sitz nicht verweigern.
Ein Detail bringt viele aus der Fassung: Der Abgeordnete stellt die Pubs infrage, aber seine Partei schließt sie nicht. Die Distanz zwischen dem, was in einem Video erklärt wird, und dem, was gesetzlich verabschiedet wird, entscheidet diese Partie. Und währenddessen fließt der Whisky weiter aus den schottischen Brennereien, ohne dass jemand einen Änderungsantrag gestellt hätte.
Am Ende hat die Szene ihre Ironie: Das Land, das den Whisky erfand, debattiert, ob der Pub ein ausschließender Raum ist. Wenn die Antwort ja lautet, ist der logische nächste Schritt zu fragen, was keiner ist. Und da hilft auch kein Pint als Ausrede.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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