Santiago verbietet Ferienwohnungen: 'Meine Ersparnisse waren dort'

Ein Eigentümer verlor 35.000 Euro für eine jetzt illegale Wohnung in Santiago. Das Verbot bringt Wohnraum nicht zurück.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Santiago verbietet Ferienwohnungen: 'Meine Ersparnisse waren dort'
Santiago verbietet Ferienwohnungen: 'Meine Ersparnisse waren dort'

Ein Eigentümer investierte 35.000 Euro in die Renovierung einer Wohnung in der Altstadt von Santiago. Er meldete sie beim Registro de la Xunta (Register der Regionalregierung) an, betrieb sie sieben Jahre lang und wurde nun vom Stadtrat als gesetzeswidrig eingestuft. Dies ist kein Einzelfall: Die neuen kommunalen Vorschriften verbieten Wohnungen mit touristischer Nutzung in der Kernstadt und weiten Teilen der übrigen Stadt. Sie überleben nur noch im Erdgeschoss oder ersten Stock von Gebäuden mit mehr als sechs Etagen – ein Immobilientyp, der in Compostela selten ist. Die Debatte dreht sich nicht darum, ob der Tourismus den Mietmarkt für Wohnraum belastet – das bestreitet kaum jemand –, sondern darum, was mit denen geschieht, die ihre Wohnungen kauften, renovierten und registrierten, als andere Regeln galten.

Das erlöschende Geschäft und der fehlende Wohnraum

Die Logik des Verbots ist einfach: Wenn keine touristische Rendite möglich ist, verkaufen Eigentümer und die Wohnung kehrt auf den regulären Mietmarkt zurück. In der Praxis, so berichten Betroffene, ist die Realität hartnäckiger. "Eigentümer vermieten nicht mehr an Familien oder Nicht-Touristen. Nie wieder", lautet eine häufige Aussage: Angst vor Mietausfällen und illegalen Besetzungen hat den Weg zur klassischen Vermietung unmöglich gemacht. Verkauf wäre eine Alternative, aber nicht zu jedem Preis. Die Wohnung verschwindet vom Markt und bleibt inaktiv in den Händen von Investoren, ohne das Angebot zu erhöhen oder die monatlichen Kosten zu senken.

Manche gehen weiter und betonen, dass das Verbot nicht alle gleichermaßen trifft. Während kleine Eigentümer ihre Lizenzen verlieren, laufen große Projekte weiter: Die Universitätsunterkunft im ehemaligen Hospital Xeral umfasst Hotelzimmer, und das Anwesen Peleteiro, Eigentum der Sareb (spanische Abwicklungsanstalt für Immobilienkredite), strebt 40 Ferienwohnungen und ein Einkaufszentrum an, wobei der öffentliche Platz auf 243 Quadratmeter reduziert wird und geschützter Wohnraum fehlt. Der Verdacht einer ungleichen Behandlung schwebt über der Diskussion.

Steuerlast und unlauterer Wettbewerb?

Die Frage nach der Besteuerung von Ferienvermietungen bleibt im Material unbeantwortet. Was jedoch deutlich wird, sind die Klagen der Hotelbranche, die seit Jahren betont, gegen Wohnungen zu konkurrieren, die denselben Auflagen und Inspektionen nicht unterliegen. Die an Bedeutung gewinnende Forderung ist eine verstärkte Überwachung: Inspektoren mit Bußgeldern von 100.000 Euro für illegale Unterkünfte und Belohnungen für Hinweisgeber. Eine kursierende Berechnung besagt, dass 50 Euro pro Tipp die Spekulation innerhalb eines Jahres eindämmen könnten.

Das Problem ist, dass die Zahl der Wohnungen ohne Lizenz diffus ist. Man spricht von Tausenden in ganz Spanien und von Inseraten, die auf Plattformen aktiv bleiben, obwohl das Register sie nicht deckt. Die wiederholte Empfehlung lautet, Verstöße zu melden: Plattformen prüfen Lizenzen nicht immer, und die Stadtverwaltung wird nur tätig, wenn jemand alarmiert.

Wohnraum als Grundbedürfnis: Das Argument, das niemand hören will

Gegen die Erzählung vom ruinierten Kleinanleger erinnert eine andere Strömung daran, dass eine Wohnung keine normale Investition ist. "Dein Recht auf Selfie-Urlaube steht nicht über dem Recht auf würdigen und bezahlbaren Wohnraum", fasst eine der am meisten unterstützten Aussagen zusammen. Die Kritik zielt auf den Kern des Modells: Wenn das Geschäft darin besteht, ein Grundbedürfnis zu kaufen und zum doppelten Preis weiterzuverkaufen, wird privater Gewinn durch Inflation und Verdrängung von Bewohnern bezahlt.

Die Gegenposition ist Diversifizierung. Wer alles in eine Ferienwohnung investierte, ging ein regulatorisches Risiko ein, das sich nun materialisiert. Die Antwort der typischen Betroffenen lautet, dass sich die Regeln mitten im Spiel änderten: Zuerst wurden sie ermutigt, sich zu registrieren, dann wurde ihnen die Tätigkeit verboten.

Was das Verbot nicht löst

Weder Tourismus noch ausländische Investitionen noch Immigration erklären allein die Mietpreise. Nur einen dieser Faktoren anzugreifen, lässt die anderen unberührt. Bei eingefrorenem Angebot steigen die Preise weiter. Und währenddessen bleibt die unbequeme Frage: Wenn die Wohnung nicht auf den Wohnraummietmarkt zurückkehrt, wem hat das Verbot dann gedient?

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (128 Antworten).

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