Spaniens PSOE und die nie vollstreckten Abschiebebescheide

Die spanische Regierung ließ 2025 laut Berichten über 48.000 Abschiebebescheide unvollstreckt und löschte in fünf Jahren 1,1 Millionen Einträge im Strafregister.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Spaniens PSOE und die nie vollstreckten Abschiebebescheide
Die PSOE und die 48.000 Abschiebungen, die in der Schublade landeten

Die spanische Regierung ließ 2025 laut veröffentlichten Berichten mehr als 48.000 Abschiebebescheide gegen irreguläre Migranten unvollstreckt. Diese Zahl bildet das Rückgrat einer Debatte, die in Wahrheit um etwas anderes geht: darum, ob die Regierung ihre Sicherheitspolitik zum Schutz der Bürger gestaltet oder zur Verwaltung einer Erzählung. Die Zahl ist keine Meinung. Sie ist ein offizielles Dokument. Und auf diesem Dokument wurde die These aufgebaut, dass unsichere Straßen der PSOE (Spaniens sozialistischer Partei) zupasskommen.

Man muss kein Hellseher sein, um das Muster zu erkennen, das sich bei jedem offiziellen Auftritt wiederholt: Die Kriminalitätszahlen werden schöngeredet, Strafregisterauszüge werden per Erlass gelöscht und Staatsbürgerschaften werden überstürzt verliehen. Die einen nennen das Verwaltung. Die anderen nennen es etwas anderes.

Nicht vollstreckte Abschiebebescheide: die Zahl, die niemand bestreitet

Ausgangspunkt ist eine unbequeme Statistik. Mehr als 48.000 im Jahr 2025 erlassene Abschiebebescheide wurden nicht vollstreckt, so die sich häufenden Berichte. Das ist kein einmaliger Fehler einer einzelnen Polizeidienststelle. Es ist eine Politik. Und wenn eine Politik systematisch dasselbe Ergebnis hervorbringt, ist es kein Fehler mehr, sondern eine Entscheidung.

Dazu kommt ein steter Tropfen interner Beschwerden. Polizisten haben behauptet, es gebe einen Bonus für Dienststellen, die weniger Straftaten erfassen – was in der Praxis darauf hinausläuft, statistisches Schweigen zu belohnen. Wenn die veröffentlichte Zahl davon abhängt, wer sie unterzeichnet, dient die Zahl nicht mehr der Diagnose, sondern der Vertuschung.

Die automatische Löschung von Strafregisterauszügen

Zwischen 2020 und 2025 löschte das Justizministerium mehr als 1,1 Millionen Einträge im Strafregister mittels automatisierter Systeme. Automatisierung allein ist kein Skandal: Sie beschleunigt Verfahren. Das Problem ist das Design. Nach verfügbaren Berichten setzt die Löschung nicht voraus, dass die zivilrechtliche Haftung aus der Straftat beglichen wurde.

Da liegt der Riss. Ein System, das Register löscht, ohne zu prüfen, ob das Opfer entschädigt wurde, macht aus Verwaltungseffizienz administrative Straffreiheit. Ökonomisch bedeutet das weniger Anreize zur Anzeige und mehr diffuse soziale Kosten.

Staatsbürgerschaften, Regularisierungen und das Drehkreuz-Prinzip

Der Fall der Staatsbürgerschaft, die einem mit dem Chavismus verbundenen ehemaligen Staatssekretär verliehen wurde – vom Ministerium selbst nach dem Einschreiten der UCO (der zentralen Ermittlungseinheit der Guardia Civil) eingeräumt –, fügt eine weitere Ebene hinzu. Nicht das Volumen stört, sondern das Kriterium. Wenn Staatsbürgerschaft durch politisches Management statt durch überprüfbare Voraussetzungen verliehen wird, verliert das System die einzige Eigenschaft, die es vertretbar machte: die Berechenbarkeit.

Gleichzeitig wurden Berichte veröffentlicht, wonach Häftlinge wegen Dschihadismus und Drogenhandel, noch ohne rechtskräftiges Urteil, in den Gefängnissen nach Regularisierungswegen fragen. Und die europäische Rückführungsverordnung erhielt einen spanischen Brief, der ihre Rechtmäßigkeit in Frage stellt. Jedes Teil passt zum nächsten: weniger Rückführungen, mehr Regularisierungen, mehr Löschungen.

Bildu, die CUP und die politische Nutzung der Straße

Der Grundgedanke, der die gesamte Debatte durchzieht, lautet, dass Kriminalität weniger ein zu lösendes Problem ist als ein Kontrollinstrument. Es wird argumentiert, dass die die Regierung tragenden Parteien Bürgerwehren nicht aus ideologischer Überzeugung ablehnen, sondern weil eine unsichere Straße mehr Staat und mehr Abhängigkeit von der verwaltenden Macht rechtfertigt.

Das ist eine Hypothese, kein bewiesener Fakt. Aber sie passt zur Abfolge: Erst werden die Abschiebemechanismen außer Kraft gesetzt, dann verschwimmen die Statistiken, und am Ende wird Sicherheit zu einer Dienstleistung, die im Wahlkampf versprochen und nach und nach verwaltet wird.

Was für den Steuerzahler auf dem Spiel steht

Die Rechnung betrifft nicht nur die öffentliche Ordnung. Jeder nicht vollstreckte Abschiebebescheid ist ein abgelegter Vorgang, ein Beamter, der zweimal bearbeitet, und ein Bürger, der mit den Folgen lebt. Die vollständige Rechnung, Posten für Posten, ergibt eine Zahl, die überrascht – allein durch das, was sich sparen ließe, wenn man einfach das geltende Recht anwendete.

Eine Prognose, mit Vorbehalt: Solange der europäische Rückführungsrahmen in der Luft hängt und Bescheide weiter in der Schublade verfallen, wird die Lücke zwischen Versprochenem und Vollstrecktem nur weiter wachsen. Und wer am Ende zahlt, ist wie immer der ohne Dienstwagen.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (100 Antworten).

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