Santander-Chefin Botín will Sparengelder für EU-Aufrüstung nutzen
Die Präsidentin der Banco Santander, Ana Botín, hat sich dafür ausgesprochen, dass europäische Banken die „hunderte Milliarden Euro“, die auf Girokonten liegen, zur Finanzierung der EU-Aufrüstung freigeben. Sie äußerte dies auf einem Wirtschaftsforum, wie ein Tweet zeigt, der im Wirtschaftssubforum Empörung auslöste. Der Vorschlag spricht nicht von direkter Konfiszierung, aber davon, das Geld der Kunden – das technisch ihnen gehört – für Verteidigungskredite zu verwenden. Die Reaktion ließ nicht auf sich warten: vom schwarzen Humor bis zum praktischen Rat, die Bank zu wechseln.
„Ihre Polster“: Das Euphemismus, der alles ändert
In ihrer Rede bezog sich Botín auf die „Kapitalpolster“, die Banken über Jahre angesammelt haben, und forderte die EU auf, deren Einsatz für Investitionen zu gestatten. „Sie sind da, wir müssen nur nichts anderes tun als sie freizugeben“, fügte sie hinzu. Viele interpretierten dies als elegante Umschreibung dafür, dass das Geld der Sparer ins Visier genommen wird. „Sie sagt ‚ihre Polster‘, als gehörten sie den Banken und nicht den Sparern“, fasst ein Kommentar zusammen. Die Verwirrung ist nicht trivial: In der Praxis ist dieses Geld dasjenige, das Kunden eingezahlt haben und das die Bank für Kredite nutzt. Der Unterschied besteht nun darin, dass es zur Kriegsfinanzierung eingesetzt werden soll.
Das Präzedenzfall 2008 und das Misstrauen gegenüber dem System
Der Vergleich mit der Bankenrettung von 2008 war häufig. Mehrere Nachrichten erinnern daran, dass öffentliches Geld an die Banken floss und weniger als 15 % zurückgezahlt wurden. „Zuerst soll die Bank etwas von der öffentlichen Rettung zurückzahlen“, fordert ein Teilnehmer. Das Gefühl, dass das System immer gewinnt und der Bürger immer zahlt, schürte die Empörung. Ein anderer ergänzt: „Das hätten sie bei mir 2008 machen können, heute haben sie es schwerer.“ Das kollektive Gedächtnis der Finanzkrise lastet weiterhin schwer, und Botíns Vorschlag hat es wiederbelebt.
Was passiert, wenn ich mein Geld von der Bank hole?
Diese Frage durchzieht die gesamte Debatte. Die häufigste Antwort lautet, dass die Bank pleitegeht, wenn viele Kunden gleichzeitig ihre Mittel abheben. „Wenn alle oder ein großer Teil der Kunden einer Bank gleichzeitig das Geld abheben, geht die Bank sofort pleite“, erklärt eine Nachricht. Aber die meisten erkennen an, dass es nicht so einfach ist: Lastschriften, Gehälter und bürokratische Trägheit binden die Kunden. „Das System zwingt dich halbwegs zu Lastschriften“, bedauert ein anderer. Die Option, Geld zu ausländischen Banken oder Kryptowährungen zu verschieben, taucht als Zufluchtsort auf, allerdings mit Nuancen: „Im Moment ist es am besten, im Bankkonto geliehenes Geld zu haben und sonst nichts“, ironisiert ein Teilnehmer.
Der Geist des Corralito und die kontrollierende Agenda
Die Angst vor einem Corralito (Einzugsverbot) schwebt über dem Gespräch. „Sie werden Sicherheitskräfte an den Eingängen der Banken postieren, damit kein Bargeld abgehoben werden kann“, prophezeit eine Nachricht. Die Digitalisierung des Geldes wird als Kontrollinstrument wahrgenommen: „Sie sagen dir, dass sie es stehlen werden, und auch, dass sie es elektronisch machen, um darüber verfügen zu können, wann es ihnen beliebt.“ Die sogenannte Agenda 2030 erscheint als Hintergrundrahmen: „Sie annullieren vollständig die Freiheit der Bürger und geben sich zwangsweise als Finanzberater aus.“ Es sind bloße Verdächtigungen ohne Beweise, zeigen aber ein Klima des extremen Misstrauens gegenüber Institutionen.
Bankgeschäft als Profit: Krieg, Klima oder Ideologie
Über die Anekdote hinaus sind sich mehrere Nachrichten einig, dass Banken nur nach Geschäft suchen. „Banken, die aus jedem lukrativen Geschäft Profit schlagen wollen, ob Krieg, Klimawandel oder Gender-Ideologie. Am Ende ist alles gleich: EIN BETRUG“, urteilt ein Teilnehmer. Die Idee, dass der militärisch-industrielle Komplex von einem erfundenen Feind – Russland – profitiert, um seine Kassen zu füllen, ist eine weitere Strömung. „Alles, um die Kassen des amerikanischen militärisch-industriellen Komplexes zu füllen“, sagt ein anderer. Die wiederholte Schlussfolgerung: Die Mächtigen haben keine Ideologie, nur Macht.
Botíns Vorschlag ist kein Einzelfall. Der französische Finanzminister Bruno Le Maire hatte bereits von „Dutzenden Milliarden inaktiver Euro“ gesprochen, die die Energiewende, Verteidigung und künstliche Intelligenz finanzieren sollten. Der Unterschied ist, dass nun die Idee, privates Sparguthaben für kriegerische Zwecke zu mobilisieren, einen Namen hat. Und währenddessen bleibt die Frage unbeantwortet: Was passiert, wenn man eines Tages beschließt, sein Geld abzuziehen?
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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