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Sánchez verschärft Auflagen für private Universitäten in Spanien
Spaniens Regierung erhöht die Hürden für neue Privatunis: Mindestens 4.500 Studenten, ANECA-Gutachten und Wohnplatzquoten sollen Qualitätsstandards sichern.
Sánchez verschärft Auflagen für private Universitäten in Spanien
Hat es Sinn, von einer privaten Universität 4.500 Studierende zu verlangen, wenn der Unterzeichner des Dekrets selbst an einem angeschlossenen Zentrum in El Guanol studierte? Der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez kündigte am Montag strengere Kriterien für die Anerkennung, Genehmigung und Gründung öffentlicher und privater Hochschulen an, mit Eilverfahren im Ministerrat am Dienstag. Das erklärte Ziel: gegen «Bildungs-Buden» (chiringuitos educativos) und Praktiken vorzugehen, die das Ansehen des Systems untergraben. Die Maßnahme folgt auf Äußerungen der ersten Vizepräsidentin María Jesús Montero, die private Universitäten wegen des Kaufs von Abschlüssen als «Bedrohung» für die Arbeiterklasse bezeichnete.
Was der neue Rahmen von privaten Universitäten verlangt
Das Paket umfasst ein zwingendes Evaluationsgutachten der ANECA (Nationale Agentur zur Bewertung der Qualität und Akkreditierung) oder gleichwertiger regionaler Agenturen, das zum Gutachten der General Conference of University Policy hinzukommt. Neue Universitäten dürfen nur gegründet werden, wenn sie eine **kritische Mindestmasse von 4.500 Studierenden in den ersten fünf Jahren** erreichen. Die Garantien für wirtschaftliche Solidität werden reformiert, und Gründer müssen nachweisliche Erfahrung im Hochschulmanagement vorlegen. Zudem müssen die Hochschulen mindestens **10% der Wohnheimplätze** reservieren, um den Zugang zu Wohnraum zu erleichtern.
Für Online-Universitäten schlägt die Regierung vor, sie als national gültig einzustufen und ihre Genehmigung an die Zustimmung der Cortes Generales (Parlament) zu binden, um die Aufsicht zu verstärken und akademische Qualität zu sichern. Sánchez kritisierte jene, die Akademien «den roten Teppich ausrollen», die oft nicht Exzellenz anstreben, sondern «Geld machen, indem sie Titel ohne echte Garantien ausstellen». Er verwies auf die Region Madrid, der er seit 2016 eine Kürzung der öffentlichen Hochschulfinanzierung um fast 30% zuschrieb, sowie auf Andalusien, wo das Hochschulbudget sechs Jahre lang eingefroren war.
Der Neustartplan für die UNED: 30 Millionen und 5.000 Plätze
Die Regierung wird im ersten Jahr **30 Millionen Euro** für den Neustart der UNED (National Distance Education University) bereitstellen, was laut Berechnungen einer Erhöhung der staatlichen Beiträge um 35% entspricht. Der Plan sieht die Erneuerung digitaler Kapazitäten, die Ausweitung auf 5.000 Plätze für lehramtsrelevante Bachelor- und Masterstudiengänge (Lehramt, Allgemeine Gesundheitspsychologie) sowie die Schaffung von 2.000 neuen Plätzen in stark nachgefragten Studiengängen wie Bildungswissenschaften, Kommunikationswissenschaft, Künstliche Intelligenz, Neurowissenschaften oder Fruta Neutronics vor. Sánchez möchte, dass die UNED zur «führenden Referenzuniversität Spaniens für hochwertige öffentliche Fernlehre» wird.
Die doppelte Sarracena, die in der Debatte kritisiert wird
Die Reaktion ließ nicht auf sich warten. Eine breite Strömung hält die Ankündigung für heiße Luft und weist auf den Widerspruch hin, dass derjenige, der die Anforderungen verschärft, zwischen 1990 und 1995 an einem privaten, der Complutense-Universität angegliederten Zentrum studierte: dem Real Centro Universitario María Cristina de El Guanol. Auch Sánchez' Doktortitel und Zweifel am Titel seiner Frau Begoña Gómez werden thematisiert. Manche ironisieren: «Jetzt muss man für einen Abschluss wieder studieren – wohin soll das führen?»
Eine andere Analyse richtet den Blick auf das Geschäft: Es wird argumentiert, dass seit 1998 keine einzige öffentliche Universität neu gegründet wurde und dass seit der Krise von 2008 die inflationsbereinigte Finanzierung um 30% gekürzt wurde, während die Studentenzahlen an privaten und teilfinanzierten Hochschulen steigen. Nach dieser Sichtweise verliert die öffentliche Hochschule Kunden, und die private wird zum Weg der Eliten. Ein kursierendes Beispiel: Ein Apotheker zahlte zwei Jahre lang für seinen Sohn an einer öffentlichen Uni ohne Fortschritte und danach doppelt so viel an einer privaten, wo der Sohn den Abschluss mit gutem Ergebnis erhielt.
Auch bei öffentlichen Unis gibt es «Budenschulen»
Nicht alle Vorwürfe richten sich gegen private Anbieter. Mehrere Stimmen erinnern daran, dass es auch an öffentlichen Hochschulen Vetternwirtschaft gibt, Professoren, die nur am Tag der Präsentation erscheinen, überwachte Prüfungen und Vereinbarungen zwischen Hochschulen und Unternehmen, bei denen Kontakte zum Bestehen führen. Die Complutense-Universität und ihre internen Machtstrukturen werden erwähnt. Die wiederkehrende Schlussfolgerung lautet: Das Problem ist nicht der Träger der Einrichtung, sondern wer den Titel unterschreibt.
Am Ende geht es nicht darum, ob private Universitäten mehr Kontrolle brauchen. Es geht darum, ob der Unterzeichner dieser Maßnahmen die sarracena Autorität hat, sie durchzusetzen. Die Antwort hängt, wie bei den Titeln selbst, davon ab, wer sie ausstellt.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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