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Sánchez setzt PP-Frist für Justizrat und Mediengesetz
Pedro Sánchez gibt der PP 15 Tage Zeit zur Erneuerung des CGPJ und plant im Juli ein Gesetz zur Kontrolle der Medienfinanzierung.
Sánchez setzt PP-Frist für Justizrat und plant Mediengesetz im Juli
Es besteht eine Widersprüchlichkeit, die die Ankündigung selbst nicht verschleiert: Um die Justiz zu „erneuern“, schlägt die Regierung von Pedro Sánchez vor, dem Consejo General del Poder Judicial (CGPJ) – dem spanischen Justizrat – die Befugnis zu entziehen, Richter am Obersten Gerichtshof und an den Regionalgerichten zu ernennen. Die Mehrheitsverhältnisse bleiben unberührt. Geändert wird, wer wen ernennt und nach welchen Kriterien. Das Ultimatum an die PP beträgt 15 Tage mit Juni als Horizont: Entweder akzeptiert die Partei von Feijóo die Änderung des Gremiums, oder PSOE und Sumar bringen die Reform direkt ins Parlament. „Der Murmeltiertag ist vorbei“, so Sánchez.
Was die vom Regierung vorbereitete CGPJ-Reform ändert
Der Plan sieht keine Änderung der parlamentarischen Mehrheiten vor, die die Mitglieder wählen, sondern die Entwertung einer Schlüsselkompetenz des Rates: die Ernennung der Richter am Obersten Gerichtshof und an den autonomen Gerichten. Dies ist ein grundlegender Eingriff in die Architektur der Justizgewalt, kein bloßes administratives Hindernis. Die offizielle Version betont die Transparenz des Verfahrens. Die Lesart der Opposition ist eine andere: Wer den Zugang zur Justizspitze kontrolliert, beeinflusst langfristig auch deren Entscheidungen. Der CGPJ funktioniert seit langem nur noch provisorisch, und die Regierung hat entschieden, dass es keinen Grund mehr zum Warten gibt. Es bleibt die Frage, ob ein interveniertes Gremium sich selbst reformieren kann, ohne dass jemand Einspruch erhebt.
Das Erneuerungsgesetz und der Fokus auf die Medienfinanzierung
Der zweite Teil wird im Juli unter dem ehrgeizigen Label „sarracena Erneuerung“ ins Parlament eingebracht. Der Fokus liegt auf den Medien. Der Präsident spricht von einer „Schmutzmaschine“ und Pseudo-Tabloids und kündigt an, die Transparenz und Finanzierung von Presseunternehmen genau zu prüfen. Ein erster Schritt ist die Umsetzung einer EU-Richtlinie, die in Brüssel verabschiedet wurde und kurioserweise von der PP unterstützt wurde. Der zweite, umstrittene Punkt betrifft die institutionelle Werbung, die einige autonome Regionen vergeben: Nach welchen Kriterien und welche Zeitungen erhalten das Geld? „Dies ist eine wichtige Debatte“, heißt es aus La Moncloa, dem Sitz der spanischen Regierung, wo man hinzufügt, dass Regierung und Parlament „Maßnahmen ergreifen können“, um die Rechenschaftspflicht zu verbessern. Übersetzt: Wer finanziert die Presse und wer entscheidet, welche Presse finanziert wird.
Feijóo bietet Europa als Schiedsrichter an, Ayuso blockiert
Die PP hat nicht kategorisch Nein gesagt. Feijóo reagierte auf das Ultimatum mit dem Angebot, die Verhandlungen unter Vermittlung eines EU-Kommissars wieder aufzunehmen, der die Vereinbarung beglaubigt. Er warnt, dass außerhalb dieses Rahmens „keine Drohungen, Erpressungen oder Einschüchterungen hingenommen werden“. Dieser Zug verlagert den Konflikt nach Brüssel und zwingt die Regierung auf unsicheres Terrain. Doch die interne Front der Partei bröckelt: Isabel Díaz Ayuso drängt Feijóo, keine Übereinkunft zur Erneuerung zu treffen, mit dem Argument, „die Demokratie steht auf dem Spiel“. Der Druckkessel PP, wie es diese Tage oft heißt, scheint kurz vor dem Platzen zu stehen, statt zu einer Einigung zu kommen.
Vom Pakt, der weniger als 24 Stunden hielt, zu sechs Monaten Prüfung
Selbst Bolaños fasste das Scheitern mit einem „hielt keine 24 Stunden“ zusammen, bezogen auf die Einigung zwischen PP und PSOE über den CGPJ. Der Minister behauptet, die Reform sei nicht bindend; Feijóo hält dagegen und warnt, dass Europa sich einmischen werde, falls die Sozialisten den Vorschlag der Mitglieder blockieren. Unter dem Abkommen hätten die neuen Mitglieder sechs Monate Zeit, europäische Modelle zu studieren und ein Wahlsystem für Richter vorzuschlagen. Dass der Zeitplan über Brüssel läuft, ist kein Detail: Dieselbe EU, die manche als Garantie sehen, wird von anderen als Kern des Problems betrachtet.
Wird Spanien zu Venezuela? Die Daten beider Seiten
Vergleiche mit anderen Ländern dominieren die Diskussion. Einige nennen Rumänien und Italien und erinnern an Ceaușescu oder Mussolini; andere blicken auf Venezuela und den Moment, als die Macht in einer Person konzentriert wurde. Das häufigste Gegenargument ist wirtschaftlicher Natur: Spanien ist nicht Venezuela, belegt durch 21 Millionen Beschäftigte in der Sozialversicherung, so viele wie nie zuvor. Das Problem dieser Zahl ist ihre Zweideutigkeit. Sie dient dazu, Alarmismus zu dämpfen, aber auch daran zu erinnern, dass ein Land Rekordzahlen verzeichnen kann, während es gleichzeitig die institutionellen Regeln neu schreibt.
Fünf Tage Bedenkzeit führten zu einem Plan, der in wenigen Wochen umgesetzt wird. Es bleibt abzuwarten, ob die PP den Rahmen mit EU-Schiedsrichter akzeptiert oder, wie eigene Reihen nahelegen, den Grabenkrieg bevorzugt. Und vor allem, ob jemand daran denkt, was passiert, wenn die nächste Regierung diese gerade geänderten Regeln erbt.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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