700 Euro monatlich bei abbezahltem Haus: Die Realität

Mit abbezahlter Wohnung und Auto reicht ein Budget von 650 Euro monatlich kaum für Freizeit oder Ersparnisse. Inflation bedroht die Bilanz.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

700 Euro monatlich bei abbezahltem Haus: Die Realität
700 Euro im Monat mit abbezahlter Immobilie: Zahlen eines sparsamen Lebens

Ein Teilnehmer erinnert daran, dass das weltweite Durchschnittseinkommen nicht einmal 3.000 Euro pro Jahr erreicht. Mit dieser Zahl vor Augen sollten 700 Euro monatlich, ohne Hypothek oder Autokredit, über dem Niveau eines großen Teils der Weltbevölkerung liegen. Die Haushaltsbuchhaltung kennt jedoch keine globalen Vergleiche. Die konkrete Frage lautet, ob dieser Betrag ausreicht, um einen Single zu versorgen, dessen Wohnraum und Fahrzeug bereits vollständig bezahlt sind.

Manche bejahen dies ohne Zögern: Bei bezahlten Rechnungen und ohne Unterhaltspflichten reichen diese Einnahmen für mehr als nur ein kümmerliches Dasein. Andere rechnen penibel vor, dass das Geld zwar kurzfristig reicht, aber jeder unvorhergesehene Umstand – eine Reparatur, ein Zahnarztbesuch oder steigende Nebenkosten – das Gleichgewicht zerstört. Zwischen diesen Extremen entfaltet sich ein Übungsfeld für häusliche Kalkulation.

Das reale Budget eines Singles mit bezahlten Schulden

Eine im Thread kursierende Aufstellung verteilt diese 700 Euro wie folgt: 300 Euro für Essen, 200 Euro für das Auto (Benzin und anteilige Kosten), 50 Euro für die Gemeinschaftskosten, 30 Euro Strom, 30 Euro Wasser, 30 Euro Internet und 10 Euro Handy. Gesamtsumme: 650 Euro. Es bleiben 50 Euro Puffer. Damit gibt es keine Freizeitaktivitäten, keine Kleidung, keinen Zahnarzt und keinerlei Rücklagen zum Sparen.

Die Liste ist bewusst knapp gehalten. Es fehlen Grundsteuer, Müllabfuhr, detaillierte Versicherungskosten fürs Auto oder die Ersetzung des Handys bei Defekt. Gegen dieses Szenario behaupten manche, deutlich weniger auszugeben: Mit einer Anschlussleistung von 2,3 Kilowatt, einer Stromrechnung von etwa 50 Euro alle zwei Monate und 30 Euro Gemeinschaftskosten lässt sich die Wohnung jahrelang ohne Überraschungen halten. Alles neu und ohne Renovierungen, wohlgemerkt.

Für 300 Euro im Monat essen: Wolfsbarsch als Luxusartikel

Beim Thema Ernährung werden die Zahlen am härtesten. Eine Seite verteidigt, dass 2 Euro für Reis auf kubanische Art eine Mahlzeit decken und dass ein wöchentlicher Einkauf an Abwechslung für rund 25 Euro möglich sei. Die andere Seite listet auf, was fehlt: Obst, Fisch, Gemüse, Fleisch. Lachs oder Wolfsbarsch, je nach Stückpreis zwischen 3,50 und 4 Euro, fallen direkt in die Kategorie der verzichtbaren Güter.

Das extreme Beispiel ist jemand, der angibt, zum Frühstück eine Karotte zu essen (ein Euro pro Kilo für die ganze Woche) und zum Abendessen Brot mit Sobrasada, insgesamt etwa 15 Euro im Monat für beide Mahlzeiten. Mit dieser Disziplin spare er 400 Euro von den 700. Er fügt hinzu, dass er nicht krank werde und Sport treibe. Dies ist das Porträt der Askese als Lebensprojekt, nicht als vorübergehende Notlage.

Was kostet ein Auto, auch wenn es abbezahlt ist?

Hier stimmen fast alle überein: Das Auto ist das Loch im Budget. Auch wenn das Fahrzeug amortisiert ist, kommen Benzin, Versicherung, Kfz-Steuer, TÜV-Hauptuntersuchung, Reifen und immer wiederkehrende Reparaturen hinzu. Eine Berechnung setzt dies auf 200 Euro im Monat für Kraftstoff und anteilige Fixkosten. Mehrere Teilnehmer raten dazu, das Auto zu verkaufen, wenn es nicht beruflich benötigt wird.

Tatsächlich gehört zu den Tipps, sich vom Automobil zu trennen und auf ein Elektrofahrrad umzusteigen. Das ist keine ökologische Pose, sondern reine Arithmetik. Bei einem Eingangsbudget von 700 Euro ist jeder Euro, der in den Tank fließt, ein Euro, der nicht zurückkommt.

Grundsteuer, Müllgebühren und Gemeinschaftskosten: Nicht kürzbare Ausgaben

Hier kommt der Punkt, der jeden einfachen Optimismus entkräftet. Eine abbezahlte Wohnung bedeutet nicht kostenloses Leben. Grundsteuer, Müllgebühren, Wasser, Gemeinschaftskosten und andere kommunale Abgaben sind allein durch das Eigentum verpflichtend. Ihre Höhe hängt nicht vom Kontostand ab: Sie steigen, ob man die Dienstleistungen nutzt oder nicht.

So sparsam man auch sein mag, dieser Block ist verhandelbar. Man kann bei Freizeit sparen, die Reifen bis zur Unbrauchbarkeit fahren und praktisch in Verarmung leben, aber an die lokale Verwaltung muss man trotzdem zahlen. Hier zerbricht die Illusion, dass die 700 Euro ein stabiles Polster darstellen.

Inflation und die 700 Euro, die bald nicht mehr reichen

Das Argument, das mittelfristig am schwersten wiegt, ist der Wertverfall des Geldes. Die Anpassung hält bestenfalls ein Jahrzehnt, vorausgesetzt, es treten keine unerwarteten Ausgaben auf. Der Zeitfaktor verteuert die Wohnung (Wartung, Matratze, Sofa), das Auto und den Warenkorb. Das von den Pessimisten skizzierte Szenario lässt keinen Spielraum: Die heutigen 700 Euro werden morgen nicht ausreichen, nicht weil man mehr ausgibt, sondern weil alles andere teurer wird.

Ein Detail in den Berechnungen: Ein großer Teil der Kosten für Grundprodukte besteht aus Steuern. Laut einem Teilnehmer tragen Kinderkleidung und -schuhe 21 % Mehrwertsteuer, während Diesel und Benzin etwa die Hälfte ihres Preises als Steuerlast enthalten. Je knapper das Budget bemessen ist, desto stärker wirkt diese feste Belastung.



Die Schlussfolgerung hängt davon ab, was jeder unter „Leben“ versteht. Mit bezahlter Wohnung und Auto, als Single und mit einfachen Ansprüchen, gehen die Zahlen auf. Sie gehen auf, um nicht elend zu sterben, nicht für kleine Freuden oder echtes Sparen. Die abbezahlte Wohnung hört auf, ein Privileg zu sein, wenn Grundsteuer, Gemeinschaftskosten und Inflation weiterhin jährlich ihre Rechnung präsentieren. Wie lange dauert es, bis die Rechnung nicht mehr aufgeht?

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (207 Antworten).

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