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Sánchez macht Wahlkampfveranstaltung zur Hommage an Begoña Gómez
Pedro Sánchez widmet die Kundgebung in Fuenlabrada (Spanien) seiner Frau Begoña Gómez, die wegen Verdachts auf Einflussnahme auf den Prozess wartet, vor 3.000 Menschen – mit Kuss inklusive
Sánchez inszeniert seine Unterstützung für Begoña Gómez vor 3.000 Menschen
Was wird gefeiert, wenn ein Kandidat mit seiner angeklagten Frau die Bühne betritt und ihr unter Tränen ein „Ich liebe dich" widmet? Eine Wahlkampfveranstaltung. Konkret: Pedro Sánchez' erster Auftritt als offizieller Kandidat der PSOE (spanische Sozialisten) für die Wahlen am 29. November, im Kunstzentrum Tomás y Valiente in Fuenlabrada. Die Szene war choreografiert: Einmarsch zum Song *Malibu* von Rusowsky, Begoña Gómez tanzend, ein Kuss auf der Bühne und Beifall von den 3.000 Menschen, die die Halle füllten.
Das emotionale Drehbuch ist kein Beiwerk. Gómez wartet auf den Prozess wegen mutmaßlicher Einflussnahme und Untreue, und ihre öffentlichen Auftritte bei Parteiveranstaltungen waren bislang sporadisch und nie angekündigt. Das letzte Mal, dass die ihren sie so feierte, war beim Bundeskongress in Sevilla im Dezember 2024. Sánchez machte sie zum Kern seiner Rede: „Sie haben versucht, uns auf jede Weise zu brechen, und haben genau das Gegenteil erreicht. Heute sind wir geeinter und stärker als je zuvor. Also sollen sie es laut und deutlich hören: Ich liebe dich."
Die Blamage als Wahlkampfstrategie
Die zynische Lesart ist die verbreitetste: Wenn der politische Gegner das Gerichtsverfahren zur Waffe macht, verwandelt der Betroffene es in eine Bühne. Die Kundgebung fungierte als emotionales Plebiszit über das Privatleben des Parteichefs – inklusive rotem T-Shirt mit der Aufschrift *La fuerza de la gente* („Die Kraft der Menschen"), das Sánchez mitten in seiner Rede überstreifte; seine Frau tat es ihm aus der ersten Reihe gleich. Die befragten Parteifunktionäre sind sich einig, dass sie die Partei seit Jahren nicht mehr so „motiviert" erlebt hatten.
Manche sehen in der Szene eine Kopie des kirchneristischen Drehbuchs, mit dem Präsidentenpaar als politischem Kapital und dem Gerichtsverfahren als Verfolgungsnarrativ. Der Vergleich mit Argentinien kursiert in den sozialen Medien, doch das Parallele stützt sich mehr auf die Ästhetik als auf die Fakten.
Was Sánchez nicht erwähnte: die 30 Wohnungen und die zurückgetretene Sprecherin
Die Rede hatte beredte Auslassungen. Kein Wort über den Rücktritt der bis zu diesem Freitag amtierenden Parteisprecherin Montse Mínguez nach der Kontroverse um die Berichte über die „30 Wohnungen", die ihr Partner vermietet. Stattdessen beschwor Sánchez erneut das Mantra gegen die „Heuschreckenfonds" und jene herauf, die „mit den Rechten der Leute handeln" – eine Botschaft, die mit dem Immobiliengeschäft der Familie der nun ehemaligen Abgeordneten aus Lleida kollidiert.
Die programmatische Linie des Wahlkampfs konzentrierte sich auf die Verteidigung der Renten gegen die „Privatisierungen", die Alberto Núñez Feijóo laut Sánchez vornehmen wird, sollte er La Moncloa (Amtssitz des spanischen Ministerpräsidenten) erreichen, und auf die Mobilisierung der pogre Wähler mit Warnungen vor „Sparmaßnahmen, die als Opfer getarnt sind".
Fast die komplette Führungsmannschaft anwesend
Praktisch alle regionalen Parteichefs waren da, außer Emiliano García-Page, der verärgert war, weil beim vorherigen Bundeskomitee keine Redezeiten vorgesehen waren, und Salvador Illa, der wegen der Regenfälle, die Katalonien in Alarmbereitschaft halten, bleiben musste. Auch fast alle Minister, darunter Margarita Robles ohne Parteibuch, die wie 2016 erneut Sánchez' Nummer zwei in Madrid werden wird. Óscar López, Generalsekretär der Madrider Sozialisten, fasste die Stimmung zusammen: „Pedro ist besser denn je, er ist wie ein Formel-1-Auto."
Mit laufender Maschine und Sentimentalität als Treibstoff lautet die Frage nicht, ob die Wählerschaft das Narrativ kauft, sondern wie lange es hält, bevor der Kuss die Papiere nicht mehr verdeckt.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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