Sánchez löst das spanische Parlament nach Scheitern seiner Wohnungsdekrete auf

Sánchez löst das Parlament auf und ruft Neuwahlen aus, nachdem seine Wohnungsdekrete abgelehnt wurden. Wohnungspolitik und Briefwahl bestimmen den Wahlkampf.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Sánchez löst das spanische Parlament nach Scheitern seiner Wohnungsdekrete auf
Sánchez löst das Parlament auf, nachdem seine Wohnungsdekrete gescheitert sind

Die Regierung von Pedro Sánchez hat zwei Wohnungsdekrete erneut verabschiedet, die das Parlament in der Vorwoche abgelehnt hatte. Die parlamentarische Niederlage veranlasste ihn, die Cortes (das spanische Parlament) aufzulösen und vorgezogene Neuwahlen auszurufen. Der Schachzug belebt die Mietpreisbremse mitten im Vorwahlkampf und macht Wohnungspolitik zum zentralen Thema des Wahlkampfs. Die Frage ist nicht mehr, wer regieren wird, sondern wie lange der nächste Mieter von La Moncloa (dem Amtssitz des Ministerpräsidenten) im Amt bleibt.

Was in den vom Parlament abgelehnten Wohnungsdekreten steht

Die Regierung verabschiedete am Dienstag zwei Wohnungsdekrete, die das Parlament eine Woche zuvor abgelehnt hatte. Sánchez' Antwort war, die Kammer aufzulösen und vorgezogene Neuwahlen auszurufen. Dem Text zufolge werden die Mechanismen der Mietkontrolle vor dem Wahltermin reaktiviert, so die veröffentlichten Berichte. Der Schachzug hat eine doppelte Bedeutung: Er holt das soziale Banner der Wohnungspolitik zurück und stellt die Fraktionen, die dagegen gestimmt haben, vor die Wählerschaft.

Die Opposition hält dagegen, dass die Regelung die Mieten verteuert, weil sie das Angebot verringert. Das Gegenargument besagt, dass ohne staatliche Eingriffe der Markt Mieter mit mittleren und niedrigen Einkommen verdrängt. Keine der beiden Thesen ist in dieser Debatte mit belastbaren Daten belegt worden.

Grundsteuer und ökologische Auflagen als Wohnkosten-Zuschlag

Ein Teil der Analyse vertritt die Auffassung, dass der kommunale Steuerdruck und die Anforderungen an die Energieeffizienz den Wohnungsbau verteuert haben. Steigende IBI-Grundsteuern und ökologische Auflagen werden als zusätzliche Kostenfaktoren genannt. Das Gegenargument: Die historisch höchsten Steuereinnahmen des Finanzministeriums haben sich nicht in gebautem sozialen Wohnungsbau niedergeschlagen.

Der Vorwurf gebrochener Versprechen kehrt immer wieder: Es wird behauptet, der zugesagte öffentliche Wohnungsbestand sei nie gebaut worden. Die vollständige Berechnung, wie viel jede einzelne Abgabe am Endpreis ausmacht, ergibt eine verblüffende Differenz und wird hier nicht wiedergegeben.

Wer den Wahlkampf bezahlt und was Großinvestoren erwarten

Investmentfonds bevorzugen einen Regierungswechsel, wissen aber auch, dass man die Kuh nicht schlachten darf, die Milch gibt. Nach dieser Lesart ist die PSOE (die Sozialistenpartei) ein akzeptabler Verwalter, um den Geldfluss aufrechtzuerhalten, während die europäische Bankenlandschaft durch ihre Krisen stolpert. PP und Vox wären in zwei Jahren abgebrannt und würden die Regierung erneut verlieren. Geiz ruiniert.

Manche halten den Machtwechsel für den Mechanismus, der es ermöglicht, dass ein anderer regiert, auch wenn er es schlechter macht. Es ist die zynischste Verteidigung des Systems und zugleich die ehrlichste.

Die Briefwahl und das Ausmaß des Wahlbetrugs

Eine Strömung der Analyse vertritt die Ansicht, dass die Wahl nicht an einem bestimmten Thema entschieden wird, sondern am Umfang der Briefwahl. Es wird behauptet, Sánchez werde versuchen, sie zu manipulieren, und die Mindestmenge, die er braucht, sei ihm nicht garantiert. Alles andere seien Feuerwerkskörper.

Der Vorwurf ist schwerwiegend und wird in diesem Material durch keine Belege gestützt. Er wird als Verdacht geäußert, nicht als Fakt. Die eigentliche Schlacht, so diese These, wird an den Wählerverzeichnissen und in den Postfilialen geschlagen.

Vox, Abascal und die wahre Macht der neuen Rechten

Eine andere Argumentationslinie besagt, dass Feijóo ein Versager an der Spitze eines Teams von Versagern ist und dass Abascal derjenige ist, der wirklich regieren wird. Man unterstellt ihm eine direkte Drahtseilverbindung zu Trump und Tel Aviv. Erwähnt wird die Finanzierung von Vox bei den Europawahlen 2014 mit 972.000 Euro vom Nationalen Widerstandsrat des Iran sowie ein Jahresgehalt von 65.000 Euro für Abascal, während er arbeitslos gemeldet war. Es sind Behauptungen ohne Überprüfung in diesem Material.

Das Fazit: Die wahre Macht läge nicht beim Kandidaten, sondern bei dem, der ihn bezahlt.

Was nach der Auflösung mit den Dekreten passiert

Die Auflösung der Cortes lässt die Dekrete in der Schwebe, bis das neue Parlament konstituiert ist. Die Regierung hat sie vor dem Wahltermin reaktiviert, was garantiert, dass das Thema im Wahlkampf präsent bleibt. Niemand weiß, ob die nächste Regierung sie beibehält, kippt oder neu schreibt.

Unter diesen Vorzeichen sollte der Wahlkampf an der Wohnungspolitik entschieden werden. Er wird über etwas anderes entschieden werden. Wetten auf die Briefwahl?

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (33 Antworten).

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