San Sebastián entfernt 13 Franco-Plaketten und lässt sechs bestehen
Wie viele Plaketten mit dem Symbol von Joch und Pfeilen hängen noch an den Fassaden privater Wohnhäuser in San Sebastián? Dreizehn nicht mehr. Die Stadtverwaltung hat über den Bereich für Menschenrechte unter der Leitung von Iñigo García 13 der seit 2013 identifizierten 19 Plaketten entfernt, wie die Bilanz zur Erneuerung des Catálogo de Simbología Franquista en Edificios Privados de Donostia (Katalog der Franco-Symbolik an Privatgebäuden in San Sebastián) zeigt. Die verbleibenden sind kein Geheimnis: Drei befinden sich weiterhin in Amara, Gros und El Antiguo, und in den letzten Monaten wurden drei weitere gemeldet, zwei in Bidebieta und eine in Amara. Der Plan schreitet durch einzelne Verfahren und zehn Jahre Verwaltungsarbeit voran.
Bei den markierten Immobilien handelt es sich um Wohnblöcke aus den 40er und 50er Jahren, sowie einen Fall aus den 60ern, verteilt auf Amara, El Antiguo, Altza, Egia, Intxaurrondo, Centro und Gros. Auf den meisten ist das Symbol von Joch und Pfeilen neben dem Kürzel INV des Instituto Nacional de la Vivienda (Nationales Institut für Wohnungsbau) zu sehen. Das heißt: Das Zeichen befindet sich nicht in einer Kaserne oder einem Parteisitz, sondern an der Wand eines Gebäudes, in dem heute Menschen leben, die nicht darum gebeten haben, ihre Fassade mit der Diktatur zu teilen.
Was das INV ist und warum seine Spuren an den Fassaden bleiben
Das Instituto Nacional de la Vivienda war die Behörde, die den Bau von gefördertem Wohnraum während der Franco-Diktatur steuerte. Daher erscheint sein Logo auf ganzen Wohnanlagen jener Jahre. Die Entfernung der Plaketten stützt sich auf das Ley de Memoria Democrática (Gesetz über das demokratische Gedächtnis), das die Beseitigung von Elementen zur Verherrlichung der Diktatur in öffentlichen Räumen vorschreibt, einschließlich privater Flächen, wenn diese von der Straße aus sichtbar sind.
Das Verfahren erfolgt nicht sofort. Identifizierung, Benachrichtigung der Eigentümergemeinschaft, Genehmigung und Ausführung. Von den 16 katalogisierten Plaketten sind 13 bereits entfernt worden. Die drei verbleibenden befinden sich in der Bearbeitung, und die drei neu gemeldeten erhöhen die Liste, die eigentlich als abgeschlossen galt.
Das wiederkehrende Argument: „Franco baute Sozialwohnungen“
Hier verliert die Angelegenheit den Charakter einer Denkmalpflege und wird zu einem Streit um das historische Narrativ. Ein Teil der Analyse vertritt die Ansicht, dass die INV-Blöcke erschwinglicher Wohnraum waren, der massenhaft für Arbeiter gebaut wurde, und dass das Entfernen der Plakette eine Form der Geringschätzung gegenüber jenen darstellt, die damals eine Wohnung in einem Spanien ohne nennenswerten öffentlichen Mietmarkt erhielten. Es wird argumentiert, dass die meisten Gebäude in vielen spanischen Städten in dieser Zeit errichtet wurden und die ersten Mieter Raten oder sogar die Immobilie sofort bezahlten.
Der Gegenentwurf ist ebenso direkt: Dass ein Regime Wohnraum baute, macht es nicht zum Wohltäter, so wie die Existenz von Staudämmen oder der Sozialversicherung die Repression nicht auslöscht. Manche fassen es mit einem Satz zusammen, der in der Debatte kursiert: Wenn das Problem die Erinnerung ist, beseitigt das Entfernen einer fünfzehn Zentimeter großen Plakette nicht die Geschichte; das Gebäude bleibt bestehen.
Die finanzielle Komponente: Plaketten und Sanierungssubventionen
Die Debatte entbrennt, sobald Geld ins Spiel kommt. In der Comunidad Valenciana (Autonome Gemeinschaft Valencia) können Gebäude mit Franco-Elementen laut vorliegenden Daten keine Sanierungshilfen mehr in Anspruch nehmen: Entweder die Plakette wird entfernt oder die Subvention geht verloren. Diese Maßnahme stützt sich auf das regionale Gesetz über das demokratische Gedächtnis, das von den Les Corts (dem regionalen Parlament) verabschiedet wurde.
Dort wird das Symbol von einem Symbol zu einem Budgetposten. Für eine Eigentümergemeinschaft, die ihre Fassade renovieren muss, ist die Entscheidung nicht ideologisch, sondern rein rechnerisch. Und das ist wahrscheinlich der Hebel, der die Verfahren am schnellsten vorantreibt.
„Werft sie alle weg“: Das Paradoxon derer, die den Abriss fordern
Die Ironie zieht sich durch die gesamte Angelegenheit. Es gibt jene, die mit Sarkasmus behaupten, die Entfernung der Plakette sei nicht genug und es wäre konsequenter, die gesamten Gebäude abzureißen – unter Einbeziehung der Bewohner. Dieser Scherz dient dazu, den Widerspruch aufzuzeigen: Die INV-Blöcke befinden sich heute in etablierten Vierteln und sind ein Vermögen wert, was es unangenehm macht, sie als Last darzustellen, von der man sich befreien müsste.
Die vollständige Kalkulation der Kosten für diese Idee, Block für Block aufgeschlüsselt, liefert ein Ergebnis, das den Witz in zwei Zeilen entlarvt. Es genügt, den Quadratmeterpreis in einem der betreffenden Viertel zu betrachten.
Alte Mietverträge und fehlender Wohnraum
Im Kern der Debatte schwingt eine andere, materiellere Diskussion mit: der vorhandene Wohnraum und der, der nicht gebaut wird. Es wird daran erinnert, dass es Anfang der 2000er Jahre Mieter mit alten Mietverträgen (rentas antiguas) im Zentrum von San Sebastián gab, die lächerlich geringe Beträge pro Monat zahlten, und dies wird mit der heutigen Situation verglichen, in der das Gehalt einer Person nicht mehr das kauft, was vor Jahrzehnten möglich war.
Die Schlussfolgerung, die für alle unangenehm ist: In dreißig Jahren wird es immer noch Menschen geben, die in diesen Wohnungen leben, mit oder ohne Plakette, weil der Bestand an erschwinglichem Wohnraum nicht in dem Tempo wächst, in dem die Symbolik entfernt wird.
Letztendlich wird die Stadtverwaltung das Gesetz erfüllt haben, die Fassaden werden sauberer sein, und das Wohnungsproblem wird genau dort stehen geblieben sein, wo es vorher war. Nur eben mit dreizehn Plaketten weniger, um die Schuld zuzuschieben.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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