Salamanca-Viertel: Madrids verwirrter Stadtteilname

Der Distrikt Salamanca umfasst sieben Viertel, doch der Begriff 'Barrio de Salamanca' bezeichnet oft ein anderes Areal. Diese Verwechslung beeinflusst den Immobilienmarkt.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Salamanca-Viertel: Madrids verwirrter Stadtteilname
Das Barrio de Salamanca ist kein Viertel, sondern ein Distrikt mit sieben Unterbezirken

Der Distrikt Salamanca gliedert sich in sieben Viertel: Recoletos, Castellana, Goya, Fuente del Berro, Guindalera, Lista und Parque de las Avenidas. Doch wenn jemand sagt „Ich wohne im Barrio de Salamanca“, meint er fast nie den gesamten Distrikt. Er bezieht sich auf eine mentale Zone zwischen Paseo de la Castellana, Calle Conde de Peñalver, Calle de Alcalá und Calle Diego de León – das noble Gebiet mit teuren Erdgeschosswohnungen und uniformierten Hausmeistern. Der Rest des Distrikts – Guindalera, Fuente del Berro, Parque de das Avenidas – ist etwas anderes, wie die Anwohner wissen.

Der Ursprung des Namens ist klar: Der Marqués de Salamanca förderte die Stadterweiterung im 19. Jahrhundert, und sein Name blieb haften. Das Geheimnis liegt darin, warum dieser Name bis zu Las Ventas oder Hermosilla 126 gedehnt wird, nur damit eine Wohnung im Inserat einige Tausend Euro mehr wert ist.

Welche Bezirke und Stadtteile gibt es wirklich in Madrid?

Madrid besteht aus 21 Bezirken und 131 Stadtteilen. Der Bezirk Salamanca ist einer davon, mit sieben administrativen Stadtteilen. Der Bezirk Moncloa-Aravaca ist noch größer: Er erstreckt sich von Puerta de Hierro bis Valdezarza, vom Einfamilienhaus mit Garten zum Plattenbau der Siebziger. Der Bezirk Latina heißt nicht La Latina: La Latina ist ein Theater und eine U-Bahn-Station, der Platz heißt Plaza de la Cebada. Im Bezirk Arganzuela gibt es einen Stadtteil namens Palos de Moguer; diesen Namen hat die Straße aus historischen Gründen verloren (sie heißt jetzt Palos de Frontera), aber der Stadtteil behielt ihn.

Die Verwirrung ist keine Laune der Nachbarn. Sie ist die Folge eines Straßennetzes, das durch die Eingemeindung von Gemeinden wuchs, und einer Verwaltung, die nie das Bedürfnis sah, dass Bürger genau wissen, wo sie leben. Das Ergebnis: Niemand sagt „Ich lebe im Bezirk Salamanca“, alle sagen „Ich lebe in diesem oder jenem Viertel“, und dieses Viertel definiert sich durch das, was man damit verbinden will.

Das echte Barrio de Salamanca und das erfundene

Das administrative Barrio de Salamanca ist viel kleiner als viele glauben. Recoletos und Castellana sind die noblen Viertel. Goya und Lista sind das klassische gehobene Mittelklasse-Gebiet. Fuente del Berro und Guindalera sind Mittelschichtsviertel mit sehr würdigen und ganz normalen Zonen. Parque de las Avenidas ist wieder etwas anderes. Alles in einen Topf zu werfen, ist so, als würde man sagen, Chamberí und Tetuán seien dasselbe, weil sie die Castellana teilen.

Manche behaupten, der umgangssprachliche Gebrauch des Namens beziehe sich auf das Gebiet zwischen Castellana, Recoletos, Diego de León, Conde de Peñalver und Alcalá. Andere dehnen die Grenze bis zur Príncipe de Vergara, manche sogar bis Hermosilla 126. Die „schlechte“ Guindalera sind vier Straßen, der Rest ist ein wohlhabendes, dekoratives Viertel mit Jugendstil-Häusern und Villen. Die legendären Erdgeschosse an der Hermosilla liegen nicht im Barrio de Salamanca: Sie sind jenseits der Conde de Peñalver, in dem, was die Leute Barrio de Salamanca nennen, ohne dass es stimmt.

Das Ergebnis ist ein Immobilienmarkt, der den Namen bewertet, nicht die Postleitzahl. Ein Penthouse in Goya mit verdächtig niedrigem Preis kann sich am Ende in der Calle Chisperos befinden, mit Juan de Dios Montoya als Nachbar. Und der Käufer, der Recoletos suchte, landet in Guindalera.

Der Krieg der Namen: Latina, Chamberí, Argüelles

Es ist nicht nur Salamanca. Der Bezirk Latina wird mit La Latina verwechselt, was nicht einmal der Name des Platzes ist. Die Straßen zwischen Princesa und Alberto Aguilera sind Argüelles, nicht Chamberí, obwohl die Geschäfte dort früher als „Erdgeschosse von Argüelles“ bekannt waren und nicht als die von Chamberí. Guzmán el Bueno, Andrés Mellado, Rodríguez San Pedro: Argüelles. Die Leute kennen die Gegend, treffen aber oft nicht den administrativen Label.

Es gibt einen unfehlbaren Detektor für Nicht-Madrilenen: die Plaza del Sol. Ein weiterer Klassiker: Príncipe Pío mit Pío XII verwechseln, oder El Carmen mit Los Cármenes, oder Las Rosas mit Las Rozas wegen Seseo. Die Madrider Toponymie ist ein Minenfeld für Neuankömmlinge und ein Sport für Einheimische.

Was steht bei dieser Verwirrung auf dem Spiel?

Der Name des Viertels ist ein Wirtschaftsgut. Eine Wohnung in Recoletos ist mehr wert als eine in Guindalera, auch wenn nur eine Allee dazwischenliegt. Das Label „Barrio de Salamanca“ wurde so weit gedehnt, wie der Markt es zuließ, und die Verwaltung hat keinen Finger gerührt, um dies zu korrigieren. Wozu auch? Das Rathaus erhebt die IBI (Grundsteuer) nach Katasterreferenz, nicht nach dem, was in einem Idealista-Inserat steht.

Die tiefere Diskussion ist eine andere: Soll der Name dazu dienen, dass sich der Anwohner orientiert, oder dass der Auswärtige versteht, worauf er sich einlässt? Manche vertreten die Ansicht, Ortsnamen seien für die Einheimischen gemacht, nicht für Fremde. Andere antworten, dass auch der Fremde die Hypothek zahlt.

Mit diesen Voraussetzungen ist es vorhersehbar, dass die Verwirrung anhält. Niemand wird einen Anwohner von Las Ventas korrigieren, der sagt, er lebe im Barrio de Salamanca, und kein Rathaus wird das Straßennetz neu schreiben, um Puristen zufrieden zu stellen. Wenn dir das nächste Mal ein günstiges Penthouse im Barrio de Salamanca angeboten wird, frag nach der Straße. Und nach dem administrativen Viertel. Und nach dem Nachbarn daneben.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (114 Antworten).

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