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Sabadell-Torwart wegen „Perro Sánchez“-Ruf angezeigt
Ein Torwart des CD Sabadell rief beim Aufstieg „Perro Sánchez“ und wurde wegen Hassdelikts angezeigt. Der Fall wirft Fragen zur Meinungsfreiheit auf.
Vom Jubelruf zur Anzeige: Sabadells Torhüter vor Gericht
Es war die Feier des Aufstiegs des CD Sabadell auf dem Balkon des Rathauses der Stadt. Zwischen den Jubelrufen der Mannschaft erhob sich eine Stimme über die anderen: „¡Perro Sánchez!“, wie einige verstanden. Tatsächlich sprach der junge Torhüter aus Zaragoza einen Satz, der als Beleidigung des spanischen Premierministers Pedro Sánchez gewertet werden konnte. Die Vereinigung der Nachbarschaftsverbände von Sabadell (FAVS) zögerte nicht und erstattete Anzeige wegen eines Hassverbrechens.
Die FAVS, die in verschiedenen Kreisen wegen ihrer angeblichen Nähe zur PSC kritisiert wird – der Partei, die Sabadell mit absoluter Mehrheit regiert –, argumentierte, dass der Ruf zum Hass gegen den Regierungschef anstachelte. Die Verteidigung des Spielers betont jedoch, es habe keine direkte Beleidigung gegeben, sondern eine satirische Anspielung auf den Namen des Präsidenten („Paetrus Descendiente de Sancho“), die kein Gericht als Straftat werten sollte.
Die juristische Debatte ist nicht unerheblich. Die Anwältin Beatriz de Vicente erinnerte daran, dass das Oberste Gericht Spaniens politische Diffamierungen zwar missbilligt, diese aber vom Recht auf freie Meinungsäußerung gedeckt sind. Zudem wurden Beleidigungen zwischen Privatpersonen in der letzten Reform des Strafgesetzbuches entkriminalisiert. Nur schwere Verleumdungen bei öffentlichen Ereignissen oder im Internet, die die Würde in einer „wilden“ Weise verletzen, bleiben strafbar.
Unterdessen hat der Fall dazu geführt, dass viele fragen, ob das Konzept des Hassverbrechens, eigentlich zum Schutz vulnerabler Minderheiten gedacht, nun gegen politische Kritik instrumentalisiert wird. „Pedro Sánchez zu hassen ist kein Recht, sondern eine Pflicht“, ironisierte eine Strömung; eine andere, gemäßigtere Stimme erinnert daran, dass die Meinungsfreiheit Grenzen hat, wenn sie in Belästigung umschlägt.
Der Torhüter, ein Maño (aus Aragón stammend), der für Sabadell spielt, könnte einem Gerichtsverfahren gegenüberstehen, das bereits intensive öffentliche Debatten ausgelöst hat, während die Zulassung noch aussteht. Letztlich hat das, was als Scherz bei einer Sportfeier begann, eine unbequeme Frage aufgeworfen: Wie weit darf der Staat die Verspottung eines Politikers sanktionieren, ohne in Autoritarismus zu verfallen?
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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