S&P 500 Warnung vor historischem Crash oder verlorenem Jahrzehnt

Kluft zwischen MACD und Volumen stützt These einer Rezession, während Michael Burry 1,6 Milliarden Dollar wettet.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

S&P 500 Warnung vor historischem Crash oder verlorenem Jahrzehnt
S&P 500: Die Kluft zwischen MACD und Volumen deutet auf Depression hin

Eine Divergenz zwischen dem MACD und dem Jahresvolumen des S&P 500 stützt eine seit 2023 wiederholte Vorhersage: Dem Index droht ein verlorenes Jahrzehnt oder ein Absturz mit Rezession. Das technische Detail ist leicht zu formulieren, aber schwer zu verdauen: Preisspitzen markieren historische Hochs, während das Kapitalzufluss deutlich rückläufig ist. Für Befürworter dieser Lesart sind keine weiteren Indikatoren nötig. Es genügt, die steigende Linie des Indikators gegen das ausblutende Volumen zu betrachten.

Diese zwei Linien skizzieren zwei Szenarien. Das erste ist ein Intervall von einem langen Jahrzehnt, ähnlich wie die Zeit zwischen dem Platzen der Dotcom-Blase und dem Subprime-Hypotheken-Crash. Das zweite ist ein tiefer Abschwung mit Rezession, der die halbe Welt erfasst. Und ein Datum wiederholt sich wie ein Mantra: Es ist immer Oktober, auch wenn das Elend schleichend kommt und manche es erst bemerken, wenn die Preise im Supermarkt steigen.

Das Argument wird durch einen Präzedenzfall gestärkt: Laut dem Autor hätte die Analyse des Monatscharts die Krise von 2022 ein Jahr im Voraus vorhergesagt. Für Methodenanwender beweist diese Trefferquote, dass das Werkzeug funktioniert. Für Skeptiker zeigt es, dass jeder Indikator recht hat, wenn man ihn im Nachhinein liest und den Startpunkt wählt.

Michaels Burrys 1,6-Milliarden-Wette gegen Wall Street

Mitte August 2023 kam die mediale Bestätigung: Michael Burry, der Manager, der berühmt wurde für seine Wette gegen Hypotheken, platzierte eine Short-Position von 1,6 Milliarden Dollar gegen den Markt. Die Nachricht wurde als externe Validierung der These gelesen. Der zugehörige Rat war selbstverständlich, aber vernünftig: Nicht alles verkaufen, sicher nicht, aber auch nicht hundertprozentig in Aktien investiert sein vor dem Herbst.

Die andere Seite der Medaille hat fünfzehn Jahre Erfahrung. Jedes Mal, wenn das Ende des Zyklus angekündigt wird, melden große Unternehmen weiterhin Ergebnisse und die Indizes bleiben auf Hochs. Wer bei jedem Panikkurs kaufte, ging gestärkt hervor. Dies ist das unbequemste Argument für die apokalyptische Erzählung: Es funktioniert seit 2009 und hat noch nie versagt.

Petersiliens Preis und spürbare Inflation

Es gibt ein Krisenthermometer, das in Berichten fehlt: die Fischtheke. Laut dem Bericht eines Teilnehmers wurde Petersilie früher gratis zum Fisch gegeben; jetzt gibt es sie nicht mehr, und ein 20-Gramm-Blister kostet 1,60 Euro; 100 Gramm kosten 8 Euro, und das Kilo schießt auf 80 Euro. Das Regal war leer, als er rechnete. Selbst das Verkaufspersonal hatte es nicht bemerkt.

Dieser Teil der Analyse braucht keine Charts: bestaunte leere Regale, schnell besuchte Fischtheken, aufgeschobene Neuwagen und gekürzte Freizeitaktivitäten. Der Agrarsektor warnt seit langem vor Entwicklungen bei Grundnahrungsmitteln, und die Rechnung taucht im Einkaufskorb auf. Auch die Stimmung leidet: Gerüchte über die Wiedereinführung der Wehrpflicht kursieren, und es wird immer häufiger über die Kosten eines normalen sozialen Lebens gesprochen.

Kann ein Vermögensverwalter wie BlackRock ein Schneeballsystem sein?

Ein Teil der Analyse behauptet, dass jeder Fonds, der festes Wachstum verspricht, letztlich ein Schneeballsystem ist, weil er nicht das Geld aller hält, sondern es ausschüttet, um die versprochenen Renditen zu zahlen, bis er zusammenbricht. Der Verdacht erstreckt sich auf große Vermögensverwalter und reicht bis zu Larry Fink. Es gibt keinen Beweis dafür: Es ist eine Meinung, keine begründete Anschuldigung, und sollte als solche behandelt werden.

Das Gegenargument ist langweiliger und solider. Ein Fonds ist nur ein Portfolio aus Aktien und Anleihen; die Assets sind real. Was im Fall Madoff scheiterte, war nicht das Vehikel, sondern die Aufsicht: Es versprach hohe kontinuierliche Renditen, und niemand forderte Rechenschaft, bis es zu spät war. Gescartera und Lehman Brothers ergänzen die Liste der überwachten Institutionen, die schlecht endeten. Von hier bis zur Schlussfolgerung, das gesamte System sei Betrug, ist es ein weiter Weg.

Karte des Niedergangs: USA, Europa, China und wer entkommt

Der geografische Überblick zeichnet ein Szenario ohne viele Betäubungsmittel. Die USA mit sinkenden Städten und Bevölkerungswanderung nach Süden; ein Europa, das laut dieser Lesart seine Industrie mitten in der Pandemie-Nachwehe stoppte und nun bremst; ein China, belastet durch die Dauer seiner Gesundheitsbeschränkungen; und Lateinamerika, das sich laut diesem Ansatz sehr unterschiedlichen Wirtschaftsmodellen zugewandt hat. Die Kandidaten für Rettung sind die üblichen: Japan, Australien und Indien.

Der Vergleich mit Japan ist kein Zufall. Das Land erlebt drei Jahrzehnte der Stagnation, machte einst 70 % des US-BIP aus und war doppelt so groß wie Deutschland vor dreißig Jahren, doch gab es nie einen Kollaps. Anhänger dieser Linie argumentieren, der Absturz werde kommen, könnte aber ein langsames Tropfen statt eines harten Schlages sein. Sie fügen eine Paradoxie hinzu: Europa wird die Auswirkung der USA milder spüren, da das Pro-Kopf-Einkommen bereits halb so hoch ist.

Wo die Prognose ins Stocken gerät

Mit den Warnungen auf dem Tisch bleibt der Crash aus, und gute Unternehmen bleiben auf Hochs. Die Vorhersage hat einen so weiten Horizont – zehn Jahre –, dass sie solange unwiderlegbar bleibt, bis sie eintritt, und macht sie nutzlos für Entscheidungen am Montag. Dort steht sie fest, gefangen in ihrem eigenen Kalender: Wer auf den Crash wartet, wartet seit fünfzehn Jahren, und wer oben kaufte, musste noch nicht beweisen, dass er falsch lag.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (114 Antworten).

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