Russlands Flaggschiff Moskwa schwer beschädigt, Crew evakuiert

Ukraine meldet Neptun-Raketenangriff auf Kreuzer; Russland spricht von Brand und Munitionsexplosion bei Evakuierung.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Russlands Flaggschiff Moskwa schwer beschädigt, Crew evakuiert
Moskwa beschädigt: Zwei Versionen des Angriffs

Kann ein Bordbrand das Flaggschiff einer gesamten Flotte kampfunfähig machen? Das ist die russische Version. Die ukrainische ist kürzer: zwei Neptun-Anti-Schiff-Raketen und der brennende Kreuzer Moskwa. Dazwischen liegt ein schwer beschädigtes Schiff, eine evakuierte Besatzung und keine unabhängige Bestätigung, die den Ausschlag gibt. Der ukrainische Präsidentenberater Oleksiy Arestovych fasste es in einer Sendung mit einem Satz zusammen, der wie aus einem Drehbuch wirkt: „Es gab eine Überraschung beim Flaggschiff der russischen Schwarzmeerflotte.“

Die ukrainische Version: Zwei Neptun-Raketen gegen die Moskwa

Der erste Bericht kam aus Kiew. Oleksiy Arestovych, Chef der Regionalverteidigung Odessa und Präsidentenberater, bestätigte per YouTube-Livestream, dass der Raketenkreuzer Moskwa getroffen wurde und nach zwei Einschlägen von Neptun-Raketen brannte, laut der über Konten und Medien verbreiteten ukrainischen Version. Dieselbe Version kursierte auch von ukrainischen Quellen mit einem makabren Detail: Das Schiff sei am ersten Tag der Invasion Richtung Schlangeninsel geschickt worden – dorthin ging es auch.

Das Problem ist das übliche Verifikationsproblem. The Guardian konnte den Angriff nicht unabhängig bestätigen, und AFP erhielt keine Bestätigung vom russischen Militär über einen Treffer auf dem Kriegsschiff. Die Urheberschaft bleibt bis heute eine Behauptung einer Konfliktpartei. Satellitenbilder hatten dies noch nicht abschließend geklärt.

Die russische Version: Brand löste Munitionsensmunition aus

Moskau lieferte schnell seine eigene Erklärung. Das russische Verteidigungsministerium teilte laut der staatlichen Agentur TASS mit, der Kreuzer sei durch die Detonation von Munition infolge eines Feuers schwer beschädigt worden. Die Besatzung wurde vollständig evakuiert, die Ursache des Brands wird untersucht. Die Zeitung Komsomolskaja Prawda gab dieselbe Mitteilung ohne Zusatzzeile wieder.

Stunden später, so Teilnehmer des Threads, legte die russische Version nach: Die russische Botschaft in Spanien behaupte angeblich, das Schiff sei aufgrund interner Schäden durch eine Explosion gesunken. Also: Ein Brand, eine Detonation und ein Flaggschiff am Meeresgrund. Niemand hat bisher einen Schadensbericht vorgelegt.

Radar mit 180-Grad-Blickfeld und Drohne als Ablenkung

Unter den im Netz kursierenden Hypothesen erklärt eine, wie eine Rakete ein theoretisch geschütztes Schiff treffen kann: Das Radar der Moskwa decke nur 180 Grad ab. Demnach habe eine Drohne die Besatzung abgelenkt, und der Einschlag erfolgte von der blinden Seite. Es ist eine Hypothese, kein technischer Bericht, wirft aber die unbequeme Frage auf: Wenn das Schiff Luftabwehr hatte, wie kam die Rakete durch?

Das andere Puzzleteil ist die Waffe selbst, eine ukrainisch gebaute Anti-Schiff-Rakete. Wenn die Ukraine solche Raketen bei Odessa stationiert hat, bringt sich zu nähern Kosten mit sich, die jede Flotte kaum tragen kann.

Evakuierte Besatzung: Wie viele überlebten die Moskwa?

Die Evakuierung ist der einzige Punkt, bei dem beide Seiten übereinstimmen, wenn auch mit Nuancen. Russland spricht von einer vollständig evakuierten Besatzung. Am anderen Ende behauptet eine ungeprüfte Version, nur 50 der fast 600 Besatzungsmitglieder hätten überlebt und seien von einem türkischen Schiff gerettet worden. Dies weicht drastisch vom offiziellen Bericht ab.

Hier liegt der Kern der Sache. Ein Flaggschiff-Kreuzer geht nicht spurlos unter, und keine der beiden Zahlen wurde unabhängig verifiziert.

692 Millionen Rubel fehlten bei Reparatur der Luftabwehr

Ein Nebenthema erklärt mehr als jede Pressemitteilung. Laut Informationen, die einem russischen Wirtschaftsmagazin zugeschrieben werden, sollen mehr als 692 Millionen Rubel von den 1 Milliarde zugewiesenen Mitteln für Reparaturen der Luftabwehrsysteme der Nordflotte veruntreut worden sein. Die Zahl bezieht sich auf eine andere Flotte und ist ungeprüft, nährt aber den Grundverdacht: Wenn Wartung in Aktenordnern bezahlt wird, wird Luftabwehr in Rauch bezahlt.

Was passiert nun mit der Schwarzmeerflotte?

Das Schwarze Meer ist klein, was alles beeinflusst. Mit Anti-Schiff-Raketen an der Küste von Odessa hat das Heranfahren messbare Kosten in Tonnen. Fällt das Flaggschiff aus, verliert die Flotte mehr als nur ein Schiff: Sie verliert die Fähigkeit, Präsenz nahe der Küste zu zeigen.

Auch tauchte die Theorie des Selbstversenkens als Vorwand zur Eskalation auf. Dafür gibt es keinen einzigen Datenpunkt, und sie sollte als das behandelt werden, was sie ist: eine Idee. Ebenso der wiederkehrende Witz, dass Pilingui sein Flaggschiff gerade zum U-Boot befördert hat. Billig, ja. Aber die einzige Beförderung, die niemand bestreitet.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (139 Antworten).

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