Russlands Armee spart nicht für NATO, sondern fehlt das Geld

Russland behauptet, moderne Waffen für die NATO aufzusparen. Eine andere Analyse deutet auf Geldmangel und veraltete Sowjettechnik hin.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Russlands Armee spart nicht für NATO, sondern fehlt das Geld
Russland bewahrt seine besten Waffen nicht für die NATO auf: Sie fallen auseinander

Russland führt seinen Krieg in der Ukraine mit altem Material: Panzern aus der Sowjetära, Flugzeugen, die dem Verfall entrissen wurden, und Raketen, die laut verbreiteten Berichten von selbst abstürzen. Die gängige Erklärung rechtfertigt dies damit, dass der Kreml sein modernes Arsenal für den Tag aufspart, an dem er sich offen mit der NATO messen muss. Die beiden Teile passen nicht zusammen: Wenn diese Konfrontation bereits da ist, für wen wird dann das Gute aufbewahrt?

Die These hat ein praktisches Problem. Sie verlangt, dass dieser Konflikt weiterhin in der Zukunft liegt, während Russland seit Monaten den ukrainischen Krieg als einen Schlagabtausch mit der Allianz und ihren Arsenalen beschreibt. NATO-Bewaffnung, ausländische Ausbilder, westliche Verteidigungssysteme vor Ort. Demgegenüber steht eine andere Strömung, die behauptet, die ukrainische Armee wäre innerhalb der ersten 48 Stunden kampfunfähig gewesen und der Westen führe einen Stellvertreterkrieg. Dies sind unbelegte Behauptungen, die schlecht mit der Fortdauer der Kämpfe vereinbar sind.

Woher kommt die Theorie der zurückgehaltenen Waffen?

Das Argument tauchte früh auf. In der Ukraine gäbe es nur Ersatztruppen und alte Panzer, während das moderne Material auf die Verbündeten warte. Das gezeichnete Bild – baufällige Panzer, die nach Osten vorrücken, während die Elite im Schutz bleibt – passte zur Version einer chirurgischen und begrenzten Operation. Mit der Zeit prallt dieses Bild auf die Realität vor Ort: Sowjetische Panzerfahrzeuge, die aus Depots geholt werden, und alte Bestände, die an die Front zurückkehren.

Ein Teil der Erklärung beruht auf einer seit dem ersten Tag wiederholten Gewissheit: Dass schwere Arsenale und die besten Soldaten hinter dem Ural warten, außer Reichweite jedes Bombers. Es ist ein starkes Bild. Es ist auch ein unbestätigtes Bild.

Welches Material setzt Russland auf dem Schlachtfeld ein?

Material aus Jahrzehnten. Einsätze von Echelons mit T-64A-Panzermodellen, die älter sind als die moderneren Versionen, auf dem Weg zum Donbass wurden dokumentiert. In der Luft beantragte das russische Ministerium für Industrie und Handel 15,4 Milliarden Rubel zur Restaurierung von elf alten Flugzeugen – Tu-204, Il-96 und An-124 –, Apparate, die Jahre des Verfalls angesammelt haben. Das Detail schmerzt: Monatelang wurde eine groß angelegte Luftfahrtproduktion versprochen, die nie kam.

Auch die Raketen stützen die Erzählung nicht, so dieselbe Version. Analysen von Wrackteilen nach Abschüssen würden neue Geschosse zeigen, markiert mit 2022, montiert mit Komponenten, die aufgrund von Sanktionen nicht den Standards entsprechen. Die meisten würden, so diese Analysen, wegen eigener Fehler am Boden landen, bevor sie etwas treffen.

Das Geld-Argument: Es ist nicht Wille, sondern Unvermögen

Es gibt eine weniger epische Erklärung. Der Transport und die Wartung dieses Materials kosten Geld, und Russland fehlt es. Die Wartung wurde jahrelang vernachlässigt, alte Systeme fallen mangels Ersatzteilen aus, und mit dem abgewerteten Rubel wiegt jeder Einsatz schwerer. Es wäre keine strategische Reserve: Es wäre eine Rechnung, die niemand bezahlen will.

Diese Lesart lässt Zweifel an der heroischen Version aufkommen. Wenn gutes Material in Menge existierte, wäre die Frage nicht, warum es nicht genutzt wird, sondern warum Schrott gekauft und sowjetische Flugzeuge restauriert werden, während genau das Gegenteil angekündigt wird.

Der Präzedenzfall Ural und die Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg

Das häufigste Argument greift auf Geschichte zurück. Während des Zweiten Weltkriegs hielt die UdSSR ihre Industrie, ihre besten Männer und ihr schweres Gerät hinter dem Ural fern von deutschen Bombern. Nur ein Fünftel des Gesamten hätte sich im europäischen Teil des Landes befunden, mit der schlechtesten Ausrüstung und den am wenigsten vorbereiteten Truppen. Die Schlussfolgerung: Die militärische Elite wartet heute dort, wo sie gestern gewartet hat.

Der Einwand ist chronologisch. Diese Einheiten an die Front zu bringen dauerte seine Zeit, und sie kamen an, als der Feind vor Moskau stand. Auch damals fürchtete die sowjetische Führung einen japanischen Angriff aus dem Osten und bewegte ihre östlichen Divisionen erst, als ein Informant bestätigte, dass Tokio genug eigene Sorgen hatte. Die Reserve existierte. Sie brauchte Zeit, nicht aus Lust am Warten.

Und wenn der Konflikt mit der NATO wäre?

In einer offenen Konfrontation wären, so dieses Argument, Panzer und Infanterie kaum relevant. Das beschriebene Szenario ist ein anderes: Taktische Raketen auf Basen und Truppenkonzentrationen, Positionen halten mit dem Besten, was noch übrig ist. Es ist das Szenario, das als unerwünscht gilt und dessen Eintritt man stets ausschließt, teilweise weil sich dort jeder konventionelle Vorteil bis zur Bedeutungslosigkeit auflöst.

Daher die Ironie der ursprünglichen Theorie. Panzer für einen Krieg aufzusparen, in dem Panzer kaum zählen würden, ist ein schwer zu verteidigender Plan.

Vom Winterkrieg bis zum Armata: Ein Versprechen ohne Datum

Seit dem ersten Monat der Invasion wurde bei jeder Eskalation die baldige Ankunft der Star-Waffen angekündigt. Nach dem Aufruf zur Teilmobilisierung wiederholte sich das Skript. Nach dem Vorfall mit einer in Polen abgestürzten Flugabwehrrakete erneut. Die modernsten Panzer und Kampfflugzeuge der nächsten Generation sind immer noch nicht auf dem Schlachtfeld zu sehen, und diese Abwesenheit hat sich über acht Monate hingezogen.

Die Frage ist nicht mehr, ob Russland Gutes für die NATO aufspart. Die Frage ist, wie viel von dem Gezeigten alles ist, was es hat, und wie viel vom Rest seit Jahren ein datenloses Versprechen ist. Mit den Rechnungen auf dem Tisch wirkt die Wunderwaffe weniger wie ein Ass im Ärmel und mehr wie eine Rechnung, die niemand zahlen will.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (120 Antworten).

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