Russland zeigt eroberte M777-Haubitzen und Bayraktar-Drohnen auf der ARMY-2022

Auf der Rüstungsschau ARMY-2022 präsentiert Russland eroberte westliche Ausrüstung neben den Prototypen Armata und Checkmate, was Zweifel an der heimischen Industrie weckt.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Russland zeigt eroberte M777-Haubitzen und Bayraktar-Drohnen auf der ARMY-2022
Eroberte Waffen und Prototypen: Die doppelte Erzählung der ARMY-2022

Russland eröffnete am 15. August seine jährliche Rüstungsmesse mit einer Schau, die schwer in ein einziges Konzept zu fassen ist. Im selben Gelände koexistieren eroberte M777-Haubitzen, Bayraktar-Drohnen, Humvee-Fahrzeuge sowie NLAWS- und MILAN-Werfer — westliches Material, das als Kriegsbeute präsentiert wird — neben den Prototypen, die das Land seit Jahren ankündigt: der Armata-Panzer, der Checkmate-Kampfjet, U-Boote sowie die Flugabwehrsysteme S-300 und S-400. Es waren sechs Tage der Ausstellung, die achte aufeinanderfolgende Ausgabe der Veranstaltung nach den kursierenden Daten. Die zugrunde liegende Frage ist nicht unerheblich: Zeigt man, was man hat, oder das, was man dem Gegner abgenommen hat?

Was auf der ARMY-2022 tatsächlich gezeigt wird

Der Katalog ist umfangreich und auf dem Papier beeindruckend. Neue Panzer zur Auswahl, eine einmotorende Checkmate, verschiedene Arten von U-Booten, Flugzeuge, Luftverteidigungssysteme und sogar ein Pavillon mit iranischer Präsenz. Der auffälligste Teil ist die Abteilung der Trophäen: eine M777, eine Bayraktar, ein Humvee, NLAWS- und MILAN-Werfer sowie ein Saxon-Panzer, alle als auf dem Schlachtfeld sichergestelltes Material präsentiert.

Parallel dazu zeigte die Messe einen eher unscheinbar wirkenden Roboterhund, der sowohl innerhalb als auch außerhalb des Geländes für Spott sorgte. Das Stück blieb eine bloße Anekdote, diente aber dem Zweck solcher Schauplätze: die Diskussion zu lenken. Während die einen eine Demonstration von Stärke sahen, sahen andere ein Land, das mit Spielzeug ankommt.

Die eroberte M777 und die Bayraktar: Trophäen als Argument

Die Ausstellung eroberten westlichen Materials wurde zum Mittelpunkt der Angelegenheit. Die offizielle Lesart, die in der Debatte zusammengefasst wurde, ist, dass die Platzierung von NATO-Systemen neben eigenem Material eine doppelte Funktion erfüllt: eine Botschaft an ausländische Käufer und eine Erinnerung daran, dass diese Ausrüstung nicht unverwundbar ist. Einige fügen hinzu, dass von der ausgestellten M777 nur das Geschütz und die Lafette übrig geblieben sind, ohne die Teile, die wirklich interessant sind, und dass der Rest vermutlich an einem anderen Ort untersucht wird.

Die umgekehrte Lesart ist unangenehmer. Einige Analysen behaupten, dass das Zeigen von Trophäen das ist, was diejenigen tun, die nicht viel zu verkaufen haben und den Mangel an eigenen Neuheiten kaschieren müssen. Dass die Liste der Beutestücke einen Werfer aus den achtziger Jahren oder ein gepanzertes Fahrzeug in altem Design umfasst, hilft der ersten Version nicht gerade.



Das Problem ist nicht das Design, sondern die Fabrik

Hier wird die Diagnose technischer und interessanter. Das russische Problem ist laut der dominierenden Analyseströmung nicht der Mangel an wissenschaftlicher oder ingenieurtechnischer Kapazität zum Entwurf von Waffen. Es ist die Wirtschaft und die Abhängigkeit von ausländischer Technologie bei der Herstellung. Es ist eine Sache, den Prototyp auf die Messe zu bringen, und etwas völlig anderes, was man einem Kunden in großen Mengen liefern kann.

Diese Kluft erklärt, warum ein Armata und eine US-amerikanische Haubitze im selben Schaufenster stehen. Sie erklärt auch, warum viele der Star-Systeme seit Jahren angekündigt werden, ohne jemals in Serie zu gehen. Der Pionierroboter Uran-9 ist ein wiederkehrendes Beispiel: Seine Fehlermeldungen, die von Analysten aus dem eigenen Land anerkannt wurden, lassen ihn weit weg vom Image der Messe erscheinen. Auf dem Schlachtfeld war es, so heißt es, der Uran-6, der funktionierte.

Warum wird es mit westlichen Projekten verglichen?

Weil der westliche Spiegel einen Teil der Erzählung entlarvt. Während auf der Messe Armatas gezeigt werden, arbeitet Deutschland an einem speziellen Panzergeschütz und entwickelt gemeinsam mit Frankreich einen neuen Kampfpanzer — das MGCS — als Ersatz für Leclerc und Leopard. Zudem erforschen alle Blöcke unbemannte Versionen. Die Diskussion verlagerte sich darauf, ob bemannte Panzer angesichts Werfern wie dem Javelin noch sinnvoll sind oder ob die Zukunft anders aussieht.

Auch der Austausch über Arroganz und Narrative fehlte nicht. Eine Seite erinnerte daran, dass auch die Browning M2 oder die MG42 uralte Designs sind, die immer noch im Dienst sind. Die andere antwortete mit der Zahl, die alles überschattet: die mehr als 40.000 russischen Verluste, die im Kontext des Konflikts genannt werden, was schwer mit einem so glänzenden Katalog vereinbar ist.

Es bleibt die grundlegende Frage, die keine Messe lösen kann. Wenn das russische Problem in der Fabrik und nicht im Design liegt, wird die nächste Ausgabe mehr Prototypen, mehr Trophäen und das gleiche Schaufenster bringen. Es ist möglich, dass sogar die ausgestellten Beutestücke zunehmen. Was sich wahrscheinlich nicht ändern wird, solange die technologische Abhängigkeit nicht gelöst ist, ist die Distanz zwischen dem, was auf dem Gelände gezeigt wird, und dem, was an der Front geschieht.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (102 Antworten).

Weitere Zusammenfassungen

Alle Zusammenfassungen auf Deutsch →

-
Volver